Modellprojekt Komplexe Hilfen

Unterstützung der Fachkräfte im Überblick

Allgemeiner Sozialdienst (ASD):

  • Hinzuziehung zu einer kollegialen Fallberatung, wenn sich die Lösungssuche einer passgenauen Hilfe für komplexe Fälle schwierig gestaltet.
  • Organisation und Moderation (interdisziplinärer) Fallberatungen bei Bedarf, um aus multiprofessioneller Perspektive alternative Vorgehensweisen sowie passgenaue Angebote der Jugendhilfe finden oder kreieren zu können.
  • Eine Beratung kann zu alternativen Beschulungsformen bei komplexen Problemlagen erfolgen.
  • Unterstützung wird gewährt hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Schule und Bildung, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dem Sozialpädiatrischen Zentrum, den freien Trägern oder der Polizei und dem Stadtordnungsdienst.

Jugendhilfeplanung und Fachberatung:

Unterstützung bei den

  • Vernetzungen hinsichtlich der kooperativen Zusammenarbeit aller NetzwerkpartnerInnen und
  • Abstimmungen über die Bedarfslage in Chemnitz hinsichtlich innovativer Angebote nach Best-Practice-Ansätzen und der Ziele des aktuellen Jugendhilfeplans.

Freie Träger:

  • Beratung erfolgt zur Thematik der Kinder und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf und diesbezüglichen Angeboten der Jugendhilfe,
  • Vermittlung von Kontakten sowie
  • Unterstützung bei der Perspektivklärung oder Deeskalation bei der nächstmöglichen interdisziplinären Fallberatung.

Kinder- und Jugendpsychiatrie, Celenusklinikum Carolabad und Sozialpädiatrisches Zentrum:

  • Vernetzung und Vermittlung hinsichtlich aktueller Anliegen, struktureller Veränderungsbedarfe und Kooperationen zwischen den Instanzen Jugendhilfe, Psychiatrie und Schule.

Weitere Fachkräfte aus den Arbeitsbereichen

  • Unterstützung, Beratungs- und Vermittlungsleistungen für Polizei, Schule, Sozial-, Schul- und Gesundheitsamt sowie dem Landesamt für Schule und Bildung in ihrer Arbeit in Bezug auf komplexe Hilfen.

Termin:      Freitag, den 26.11.2021
Zeit:           08:30 bis 14:30 Uhr
Art:            Webkonferenz
Titel:          „Schule – Jugendhilfe – komplexe Hilfen. Land in Sicht?!"
                  Konzepte für eine gelingende Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe
Teilnahme: kostenfrei

 

Anmeldeschluss: Freitag, den 22.10.2021

Fachvorträge:
„Jugendhilfe und Schule - Ein Überblick über Kooperationsvereinbarungen und ihre Umsetzung in der Praxis“
Prof. Dr. Gunter Adams, FHWS

„Schnittstellen zwischen Schule und Jugendhilfe in komplexen Hilfeverläufen - Strukturen, Settingbedingungen, Interventionen“
Prof. Dr. phil. habil. Menno Baumann, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf


Kurzbeschreibung des Konferenzinhaltes:

Der Online-Fachtag des Modellprojektes legt den Schwerpunkt in diesem Jahr auf die Kooperationen, Naht- und Schnittstellen zwischen Schule und Jugendhilfe. Prof. Dr. Gunter Adams von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt betrachtet die Zusammenarbeit „Jugendhilfe und Schule - Ein Überblick über Kooperationsvereinbarungen und ihre Umsetzung in der Praxis“. In Kurzvorträgen stellen sich Chemnitzer Projekte vor, die an der Schnittstelle Jugendhilfe – Schule tätig sind. Ein virtueller Rundgang ermöglicht es, weitere Projekte und Arbeitsbereiche aufzusuchen, Fragen zu klären sowie Vernetzung und Austausch zu betreiben. Prof. Dr. Menno Baumann von der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf – tätig am deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Intensivpädagogik – teilt abschließend seine Überlegungen und Expertise zum Thema „Schnittstellen zwischen Schule und Jugendhilfe in komplexen Hilfeverläufen - Strukturen, Settingbedingungen, Interventionen“.
 

  • Netzwerkarbeit: Ausbau, Pflege und Koordinierung des Netzwerks
  • Fachaustausch: fachlicher Austausch der NetzwerkpartnerInnen zu möglichen strukturellen Veränderungen
  • Fokussierung: ergebnisorientiertes und gemeinsames Handeln aller beteiligten Fachkräfte und Institutionen
  • Passung: Etablierung passgenauer Hilfen zu den individuellen Unterstützungsbedarfen der jungen Menschen sowie des Familiensystems
  • Ressourcenverteilung: optimale Verteilung von Hilferessourcen und wirksamere Zusammenarbeit durch zielgerichteten, zeitnahen und abgestimmten Einsatz von Hilfesystemen und Fachkräften
  • Partizipation: Einbeziehung aller Beteiligten sowie aktivierende Elternarbeit
  • Organisation und Moderation interdiziplinärer Fallberatungen
  • Übergangsgestaltung nach § 26 Abs. 3 SächsSchulG zu alternativer Beschulung
  • Beratung für Fachkräfte zu Themen der Komplexen Hilfen
  • Recherchetätigkeit bei der Gestaltung innovativer stationärer und ambulanter Angebote
  • Unterstützung bei Kooperationsausgestaltungen und Fragen zu Bedarfslagen
  • Identifikation von Wirk- und Gelingensfaktoren
  • Optimierung des Übergangsmanagements zur Vermeidung von Abbrüchen und Drehtüreffekten
  • Organisation von Fachtagungen, Fortbildungsveranstaltungen, Expertenworkshops und regelmäßigem Fachkräfteaustausch
  • Gremienarbeit
  • Evaluation und Reflektion mit den NetzwerkpartnerInnen

Das Landesmodellprojekt wird durch die Professur für Allgemeine und Biopsychologie der TU Chemnitz wissenschaftlich begleitet. Die TU Chemnitz arbeitet inhaltlich zu nachfolgend genannten Schwerpunkten:

  • Optimierung des gemeinsamen Handelns und Kooperierens, um für jedes Kind eine individuelle Unterstützungsform zu gewährleisten
  • Feststellung der Effekte von gelingenden Kooperationen auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie die Ermittlung potenziell hemmender Faktoren
  • Erarbeitung von Veränderungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Rehospitalisierung bzw. sich wiederholenden Krisen
  • Analyse der 21 kostenintensivsten Fallverläufe
  • Entwicklung eines Sozialberichtsrasters und Begleitung der Erprobung
  • Begleitung eines intensivpädagogisch arbeitenden, stationären Angebotes
  • Durchführung von Befragungen der NetzwerkpartnerInnen, der Fachkräfte des kommunalen sowie der freien Träger der Jugendhilfe
  • Begleitung der Durchführung von ExpertInnen-Workshops
  • Beratung zu neuen Angeboten für eine ressourcen- und kompetenzorientierte Vorgehensweise
  • Empfehlungen zur Umsetzung alternativer Beschulungsformen für junge Menschen mit komplexen Hilfebedarf
  • Begleitforschung und Qualitätssicherung
  • Begleitung und Evaluation des Verfahrens Komplexe Fälle
  • Erstellung eines Überblicks über alternative Beschulungsformen in Deutschland
  • Systematischer Überblick über Möglichkeiten und Risiken im Übergang verschiedener Hilfesettings
  • Untersuchung zum aktuellen Umgang mit Rückführungen
  • Evaluation der Fachtage im Projekt

Durch das Modellprojekt Komplexe Hilfen wurde in Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Chemnitz eine regelmäßige interdisziplinäre Fallberatung ab dem Jahr 2018 ins Leben gerufen. Sie hat zum Ziel, verschiedene Professionen zu vernetzen und durch den Perspektivwechsel gemeinsam passgenaue Lösungswege für komplexe Fallkonstellationen zu entwickeln.

Moderiert wird die Fallberatung nach einem festen Ablaufschema durch das Modellprojekt Komplexe Hilfen.

Die Fallgruppe setzt sich zusammen aus ExpertInnen folgender Professionen:

  • Sozialpädagogik (öffentlicher und freie Träger)
  • Psychotherapie
  • Medizin (Psychiatrie)

Bitte richten Sie Ihre Terminanfrage über die nebenstehenden Kontaktdaten an das Modellprojekt komplexe Hilfen.

Der Projektbeirat als Steuerungsgremium des Modellprojektes setzt sich aus VertreterInnen folgender Institutionen zusammen:

  • Jugendamt Chemnitz
  • Technische Universität Chemnitz, Professur für Allgemeine und Biopsychologie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie Chemnitz
  • Celenusklinik Carolabad für Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik
  • Landesamt für Schule und Bildung
  • Sozialamt
  • Schulamt
  • Gesundheitsamt
  • Sozialpädiatrisches Zentrum der Poliklinik GmbH Chemnitz
  • Träger der freien Jugendhilfe
  • Liga der Wohlfahrtsverbände
  • Polizei Chemnitz
  • Stadtrat

Die Gremienarbeit unterstützt jugendhilfeplanerische Konzeptionen, indem sie auf zielgruppenspezifische Angebote verweist. Eine Teilnahme und Mitwirkung erfolgt zudem in folgenden Arbeitsgemeinschaften:

  • AG Hilfen zur Erziehung nach SGB VIII
  • AG Inobhutnahme
  • AG Schulverweigerer
  • Chemnitzer Netzwerktreffen Kinderschutz und Frühe Hilfen
  • PSAG
  • Vernetzungstreffen Familienrat Sachsen
  • AG Migration und Integration
  • AG Rückführung und Familienerhalt

Corax (Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen) Ausgabe 04/2019:
Thema: "Kinder, die Systeme sprengen? Herausforderungen und Chancen bei der Versorgung, Betreuung und Unterbringung von Kindern und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf - ein Chemnitzer Modellprojekt"

Fachartikel in der Zeitschrift „jugendhilfe“ - Ausgabe 1/2021 „Ein Zuhause in der Jugendhilfe? – Gelingensbedingungen für intensivpädagogische Settings“

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Signet Sachsen
Zusammenhalt fördert das Modellprojekt Komplexe Hilfen.
Die Ausgestaltung basiert auf der Richtlinie zur Förderung
der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Freistaat Sachsen
und nimmt Bezug auf die Empfehlungen zur Vereinbarung
verbindlicher Kooperationen bei der Bereitstellung von Hilfen und Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf vom 01.11.2016.
Projektlaufzeit:
1. Förderperiode: September 2017 bis Dezember 2020
2. Förderperiode: bis Dezember 2021 (voraussichtliche Verlängerung bis Dezember 2022)

Die Ergebnisse werden dem Land Sachsen zur Verfügung gestellt.

 

 

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