Teilhabeplan der Stadt Chemnitz

Auf dem Weg zu mehr Inklusion

Auf dem Weg zu mehr Inklusion

2017 hat die der Stadtrat der Stadt Chemnitz den Teilhabeplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf den Weg gebracht. Er beschreibt, wie bis 2030 die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in Chemnitz verbessert und die Stadt schrittweise inklusiver gestaltet werden sollen.

Der Teilhabeplan ordnet sich in die Zielstellungen der Stadtentwicklung ein und berücksichtigt verschiedene Fachplanungen der Kommune, wie beispielsweise zur Schulentwicklung, zum Verkehr wie auch zum öffentlichen Raum.

In sechs Arbeitsgruppen wird nun an einer inklusiven Stadt gearbeitet.

Die Handlungsfelder sind:

  • Arbeit
  • Bildung
  • Gesundheit und Pflege
  • Kultur, Sport und Freizeit
  • Mobilität
  • Wohnen

Mit diesen Themenfeldern beschäftigen sich Arbeitsgruppen aus Interessensvertretungen und Mitarbeitern der Stadt.

Voraussichtlich im Herbst 2019 wird es eine Online-Beteiligung zum Thema geben.

Online-Beteiligung zum Teilhabeplan

9. September bis 2. Oktober 2019

Vom 9. bis 2. Oktober konnte auch online diskutiert werden: Gibt es genügend barrierefreie Wohnungen in Chemnitz? Ist der Zugang zum Arbeitsplatz ohne Stufen möglich? Welche Wünsche haben Bewohner für ihr Quartier? Eingeladen zur Debatte waren Menschen mit und ohne Behinderungen, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtpolitik und Stadtverwaltung ebenso wie Akteure der Stadtgesellschaft, die sich für die Teilhabe von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen engagieren.

Aktionswoche vom 9. bis 13. September 2019

Aktionswoche zum Teilhabeplan

Wie kann die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Chemnitz weiter verbessert werden? Welche Ansätze tragen dazu bei, Barrieren abzubauen? Welche Maßnahmen wurden bisher erarbeitet?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Aktionswoche "Chemnitz inklusiv 2030" vom 9. bis 13. September 2019 im Kreativcafé All In im Rosenhof.


Stadtratsbeschluss

Der Stadtrat hat am 04.07.2017 die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beschlossen.


Bestandsanalyse

In Vorbereitung auf die Erarbeitung eines Lokalen Teilhabeplans wurde 2014 eine umfassende Bestandsanalyse durchgeführt.

Die Ergebnisse wurden dem Stadtrat als Informationsvorlage präsentiert.

Öffentliche Werkstatt am 20. Juni 2019

Ideen und Vorschläge zur Barrierefreiheit diskutiert

An der öffentlichen Werkstatt zum Thema nahmen am 20. Juni über 50 Menschen teil. An sieben Stationen wurden Maßnahmen vorgestellt, wie Inklusion in Chemnitz in den nächsten zehn Jahren gelingen kann.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten über sieben Lebensbereiche diskutieren und Maßnahmen bewerten, die zuvor von Arbeitsgruppen erarbeitet worden waren. Die Handlungsfelder umfassten Arbeit, Bildung, Gesundheit und Pflege sowie Kultur, Sport und Freizeit, Mobilität und Wohnen. Außerdem wurden an einer Station übergreifende Querschnittsthemen betrachtet. Mitglieder der jeweiligen Arbeitsgruppen erklärten die Visionen, Ziele und Maßnahmen für die
Lebensbereiche.
 


Ergebnisse

Die vorgestellten Maßnahmen wurden mit Klebepunkten bewertet und gewichtet. An den Thementischen gab es spannende Diskussionen. Vor allem Gesundheit und Pflege wurde heiß diskutiert und der beschreibbare Tisch füllte sich schnell mit vielen Ideen und Anmerkungen. Viele Teilnehmende brachten Vorschläge aus Sicht der Betroffenen mit in den Abend ein. Dabei wurde  der Wunsch laut, Menschen mit Behinderung und Interessenverbände mehr als bisher in die Entwicklungsprozesse der Stadt einzubeziehen. Außerdem wurde über verschiedene Arten der Behinderung diskutiert und geäußert, dass die Vielfalt der Behinderungen berücksichtigt werden sollte, um neben körperlich sichtbaren Einschränkungen auch unsichtbare wie z.B. psychische Erkrankungen mehr in den Blick zu nehmen.

Barrierefreiheit war insgesamt ein großes Thema, neben Aufzügen und Toilettenanlagen wurden vor allem die Wege für blinde Menschen an Ampeln oft erwähnt. Horst Wehner vom Sozialverband VdK Sachsen inspirierte mit seiner Vision von Inklusion. Er wies deutlich darauf hin, dass Menschen mit Behinderung nicht integriert werden müssen, sondern schon längst da sind. Allerdings müsse der Zugang zu Veranstaltungen erleichtert werden, um die Teilnahme zu ermöglichen.

Für Menschen mit Assistenzbedarf wurde während der Veranstaltung neben Gebärdensprachdolmetscherinnen auch eine Hörschleife bereitgestellt. Texte in Brailleschrift, sowie ein tastbares Modell des  Veranstaltungsraumes unterstützten zusätzlich die Veranstaltung und erleichterten die Teilnahme.

Wie geht es weiter?

Voraussichtlich im Herbst ist eine Onlinebeteiligung zum Teilhabeplan geplant, außerdem wird eine Aktionswoche stattfinden. Zu beiden Aktionen informieren wir rechtzeitig.

Rückblick: Auftaktveranstaltung am 23. Januar 2019

Verschiedene Arbeitsgruppen – bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung und Bürgern – trafen sich am 23. Januar 2019 zu einer Auftaktveranstaltung zum Thema Chemnitzer Teilhabeplan.
Immerhin hat jeder fünfte Chemnitzer eine Behinderung. Barrierefreiheit ist für zehn Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel. Deshalb
gilt es, die UN-Behindertenrechtskonvention auf lokaler Ebene Schrittweise umzusetzen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern.

Hintergrund und Ausblick

Ziel des Teilhabeplans ist es, für die nächsten zehn Jahre (bis 2030) Ideen zu entwickeln, die dann
zu konkreten Maßnahmen im Teilhabeplan zusammengefasst werden. Neben einer  Bestandsaufnahme, was bereits in Chemnitz für Menschen mit Behinderung angeboten wird, gilt der Plan dann als Handlungsrichtlinie. Schon 2014 wurde in Chemnitz mit einer Analyse zum Thema Inklusion begonnen. So sind beispielsweise in Chemnitz bereits viele Bushaltestellen barrierefrei. Momentan aktualisiert die Stadt das Papier zum Thema Inklusion. Am Teilhabeplan sollen Bürgerinnen und Bürger, Einrichtungen aus Wissenschaft, Kultur, Sport, Wirtschaft ebenso wie die Stadtverwaltung mitarbeiten. Inklusion rückt nun noch stärker in den Fokus von Behörden und Öffentlichkeit damit sich sukzessive die Barrieren für Menschen mit Behinderung verringern.