Kommunale Bürgerumfrage Chemnitz 2018

Erste kommunale Bürgerumfrage ausgewertet:

77 Prozent der Chemnitzer sind mit ihrer Lebenssituation zufrieden

Die Ergebnisse der ersten Bürgerumfrage in der Stadt Chemnitz liegen seit August 2018 vor. Für die Umfrage wurden 6.000 zufällig aus dem Einwohnermelderegister ausgewählte Bürger im Alter zwischen 18 und 85 Jahren angeschrieben und gebeten, den beigefügten Fragebogen auszufüllen. Beteiligt haben sich zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni 2.662 Personen.

> Pressemitteilung vom 22.08.2018


Die Umfrage gliedert sich in die Themenbereiche „Lebenszufriedenheit und Zukunftserwartungen“, „Lebensbedingungen und Infrastruktur in der Stadt“, „Bildungs-, Berufs- und Einkommenssituation“, „Gesundheit“, „Wohnen und Umzugsabsichten“, „Nutzungsverhalten von Freizeit- und Kultureinrichtungen und –angeboten“, „Schulen und Kindertageseinrichtungen“, „Mobilität und öffentlicher Personennahverkehr“, „Sicherheit und Ordnung“ sowie „Verwaltung und Bürgerbeteiligung“.

Der Abschlussbericht wurde im Frühjahr 2019 fertiggestellt, in ihn flossen weitere Analyseergebnisse ein.


Ausgewählte Erkenntnisse der Umfrage:

Abschlussbericht

Kommunale Bürgerumfrage 2018

Der Abschlussbericht zur Auswertung der Bürgerumfrage 2018 kann nun heruntergeladen werden. Der bisher hier eingestellte Bericht war ein Schnellbericht, weitere Analyseergebnisse wurden im Abschlussbericht eingebracht.

Die Mehrheit der Chemnitzerinnen und Chemnitzer ist mit dem eigenen Leben mindestens zufrieden (79 Prozent) und blickt positiv in die persönliche Zukunft (61 Prozent).

Die wirtschaftliche Situation der Stadt im Allgemeinen wird nur von wenigen als schlecht angesehen (11 Prozent).
 

Mehr als jeder Zweite betrachtet die Baustellen und Umleitungen sowie die Sicherheitssituation bzw. die Kriminalität als eines der größten Probleme in Chemnitz.
Während eine hohe Zufriedenheit mit dem Angebot an Grünanlagen bzw. Parks und mit dem Angebot an Wohnraum zu verzeichnen ist, wird besonders die Verfügbarkeit von Spielplätzen und Jugendfreizeiteinrichtungen bemängelt.
Mit Ausnahme der Fußwege wird der Zustand der Verkehrsinfrastruktur wesentlich bemängelt.
 

Das durchschnittliche persönliche Nettoeinkommen in Chemnitz beträgt 1.353,00 EUR.
Das durchschnittliche Haushalts-Nettoeinkommen beträgt 2.381,00 EUR.
 

Mit 71 Prozent der berücksichtigten Bevölkerung stellt die Mietwohnung die häufigste Art des Wohnens dar. In den stadtrandnahen Gebieten steigt der Anteil an Wohneigentum teilweise auf über 50 Prozent. Vier von zehn Mietern haben in den letzten fünf Jahren eine Mieterhöhung verzeichnet.
 

Im Vergleich der unterschiedlichen Schultypen ist der bauliche Zustand der Gymnasien am meisten zufriedenstellend (75 Prozent). Zwei von drei Nutzern der Einrichtungen zur Kinderbetreuung sind zufrieden mit dem baulichen Zustand und der Betreuungsqualität.
 

Trotz des bemängelten Zustandes der Verkehrsinfrastruktur favorisieren die meisten Einwohner einen PKW mit Verbrennungsmotor für den Großteil ihrer Wege. Als Grund für die geringe Nutzung des ÖPNV werden besonders eine ungünstige Verbindung oder zu hohe Beförderungsentgelte genannt.
 

Während sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger am Tag sicher in ihrem Wohnviertel fühlen (86 Prozent), sinkt der Anteil nachts auf 65 Prozent. Das Sicherheitsempfinden im SEKo-Gebiet 1210 (Stadtteil Sonnenberg) ist dabei deutlich unterdurchschnittlich.
Entgegen der Kriminalstatistik geht die Mehrheit der Chemnitzerinnen und Chemnitzer von einem leichten bis deutlichen Anstieg der Straftaten im Bereich Chemnitz in den letzten fünf Jahren aus (64 Prozent).
 


31 Prozent möchten im Rahmen einer Bürgerbeteiligung zu Themen der Stadtentwicklung mitwirken.
Ebenfalls im Themenfeld der Integration und Zuwanderung besteht ein hohes Bedürfnis an Beteiligung.
Drei Viertel der berücksichtigten Bevölkerung ist bewusst, dass sich Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 bewirbt.
 

Zur Bürgerumfrage allgemein:

Die Bürgerumfrage wird jährlich mit dem Ziel durchgeführt, regelmäßig Informationen über die soziale und wirtschaftliche Lage der Chemnitzer Bürger sowie über Meinungen und Einschätzungen der Bevölkerung als Basis für kommunalpolitische Planungen und Entscheidungen zu gewinnen. Mit den Erhebungen werden Daten gewonnen, die die Informations-, Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für Verwaltung und Politik verbessern. Gleichzeitig dient die Umfrage auch der Evaluation von Maßnahmen und Prozessen innerhalb der Stadt Chemnitz.