Kommunale Bürgerumfrage Chemnitz 2018

Erste kommunale Bürgerumfrage ausgewertet:

77 Prozent der Chemnitzer sind mit ihrer Lebenssituation zufrieden

Die Ergebnisse der ersten Bürgerumfrage in der Stadt Chemnitz liegen jetzt vor. Für die Umfrage wurden 6.000 zufällig aus dem Einwohnermelderegister ausgewählte Bürger im Alter zwischen 18 und 85 Jahren angeschrieben und gebeten, den beigefügten Fragebogen auszufüllen. Beteiligt haben sich zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni 2.662 Personen.

Die Umfrage gliedert sich in die Themenbereiche „Lebenszufriedenheit und Zukunftserwartungen“, „Lebensbedingungen und Infrastruktur in der Stadt“, „Bildungs-, Berufs- und Einkommenssituation“, „Gesundheit“, „Wohnen und Umzugsabsichten“, „Nutzungsverhalten von Freizeit- und Kultureinrichtungen und –angeboten“, „Schulen und Kindertageseinrichtungen“, „Mobilität und öffentlicher Personennahverkehr“, „Sicherheit und Ordnung“ sowie „Verwaltung und Bürgerbeteiligung“.


Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage:

  • 77 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit ihrer derzeitigen Lebenssituation (sehr) zufrieden sind.
  • Die fünf größten Problemfelder in der Stadt gibt es aus Sicht der Bürger in den Bereichen Baustellen/Umleitungen, Sicherheit/Kriminalität, Ärztliche Versorgung, Zustand der Straßen sowie Parkplätze.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten sehen die Entwicklung ihres Wohnviertels in den letzten 5 Jahren als (sehr) zufrieden.
  • Bei der Nutzung von vorgeschlagenen Freizeiteinrichtungen waren Tierpark und Wildgatter am beliebtesten.
  • Auf die Frage nach dem baulichen Zustand von Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie Horten antworteten fast zwei Drittel mit (sehr) zufrieden.
  • 68 Prozent sind mit der Betreuungsqualität in den Kitas (sehr) zufrieden.
  • Fast zwei Drittel der Chemnitzer nutzen für den Weg zur Arbeit den PKW. 18 Prozent nutzen den ÖPNV.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich am Tag im gesamten Stadtgebiet sicher. Nachts fühlen sich hingegen drei Viertel eher unsicher.
  • 85 Prozent der Befragten wissen, dass Chemnitz in diesem Jahr das 875. Stadtjubiläum begeht.
  • 75 Prozent der Befragten wissen von dem Prozess zur Bewerbung der Stadt als Europäische Kulturhauptstadt 2025.

 

Folgende Ergebnisse wurden in den einzelnen Themenbereichen erzielt:

Bericht als Download

Kommunale Bürgerumfrage 2018

Der komplette Bericht zur Auswertung der Bürgerumfrage 2018 kann hier heruntergeladen werden:

  • 77 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit ihrer derzeitigen Lebenssituation (sehr) zufrieden sind. Nur 5 Prozent gaben hingegen an, dass sie aktuell (sehr) unzufrieden seien. Diese Verteilung spiegelt sich altersübergreifend wider. Die höchste Zufriedenheit hatte dabei die Altersgruppe zwischen 30 und unter 40 Jahren (83 Prozent), die niedrigste die Altersgruppe zwischen 60 und unter 70 Jahren (73 Prozent).
  • Den Blick auf die persönliche Zukunft beurteilten 58 Prozent optimistisch oder sehr optimistisch. Pessimistisch sehen hingegen 11 Prozent ihre Zukunft.
  • Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten beschreiben die eigene wirtschaftliche Situation mit gut bis sehr gut. Weitere 23 Prozent bezeichnen diese als weder gut noch schlecht. Nur 7 Prozent beurteilen die wirtschaftliche Situation als schlecht oder sehr schlecht.
  • Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation sehr stark mit den Aussagen zur Lebenszufriedenheit korrespondiert.
  • Auf die Frage, wo es ihrer Meinung nach die fünf größten Probleme in der Stadt Chemnitz gibt, gaben 55 Prozent der Befragten den Bereich Baustellen/Umleitungen an, gefolgt von Sicherheit/Kriminalität mit 51 Prozent und Ärztliche Versorgung mit 46 Prozent. Der Zustand der Straßen folgte auf Platz 4 mit 38 Prozent. Auf Platz 5 landen die Parkplätze mit 34 Prozent.
  • Das Zusammenleben mit Ausländern gaben 33 Prozent als Problem an.
  • Schulen und Kindertageseinrichtungen wurden jeweils von 21 Prozent der Befragten als Problem gesehen.
  • Weniger problematisch sind die Freizeitangebote für Senioren (7 Prozent), für Familien (8 Prozent), die Umweltbelastung (8 Prozent) und die Finanzsituation der Stadt (8 Prozent).
  • 57 Prozent aller Befragten waren mit dem Angebot an Grünanlagen und Parks in der Stadt (sehr) zufrieden. Ähnlich positiv wurde die Versorgung mit gewünschtem Wohnraum (56 Prozent) eingeschätzt. Knapp jeder zweite war mit dem Angebot an Kultureinrichtungen (49 Prozent) sowie mit dem öffentlichen Personennahverkehr (46 Prozent) (sehr) zufrieden.
  • Mit Blick auf den Zustand von Straßen, Rad- und Fußwegen sowie Parkplätzen, Grün- und Parkanlagen bzw. Spielplätzen war die überwiegende Mehrheit bei Grün- und Parkanlagen (52 Prozent) zufrieden bzw. sehr zufrieden. Deutliche Unzufriedenheit wurde beim Zustand der Parkplätze (47 Prozent) und Straßen (46 Prozent) angegeben.
     
  • Das mittlere durchschnittliche persönliche Nettoeinkommen der Befragten lag bei 1.327 Euro. Einem Haushalt stehen im Durchschnitt 2.314 Euro Haushaltseinkommen zur Verfügung.
  • Die meisten der befragten Haushalte sichern derzeit ihren Lebensunterhalt über Einkommen aus Erwerbstätigkeit bzw. sonstige Arbeitseinkommen (52 Prozent) oder durch eine Rente/Pension (41 Prozent).
     

58 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut beschreiben. Jeder Zehnte bezeichnet seine Gesundheit jedoch auch mit schlecht oder sehr schlecht.
 

  • Die meisten der befragten Chemnitzer leben in einer Mietwohnung (69 Prozent). Über ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung verfügen 28 Prozent der Befragten.
  • Von den Teilnehmern erklärten 83 Prozent, mit der allgemeinen aktuellen Situation des Wohnviertels (sehr) zufrieden zu sein. Unzufrieden bzw. sehr unzufrieden waren nur 4 Prozent.
  • Auf die Frage nach der Entwicklung des Wohnviertels in den letzten fünf Jahren sehen diese 58 Prozent (sehr) zufrieden. Unzufriedenheit mit der Entwicklung drücken nur 14 Prozent aus. Etwa jeder Vierte (28 Prozent) beantwortete diese Frage nicht oder mit „weder gut/noch schlecht“.
  • Von den Befragten, die ihren Umzugswillen mit „ja“ oder „möglicherweise“ angegeben hatten, beabsichtigt knapp die Hälfte (46 Prozent) auch nach dem Umzug weiterhin in der Stadt wohnen zu wollen. Ungefähr zwei Drittel derer, die nach einem möglichen Umzug weiterhin in Chemnitz leben möchten, erklärten, auch weiterhin im selben Wohnviertel oder Stadtteil wohnen zu wollen.

     

  • 90 Prozent der Befragten gaben an, im letzten Jahr mindestens eine der zur Auswahl gestellten Freizeiteinrichtungen bzw. -angebote (ohne Cafés, Restaurants, Kneipen) mindestens einmal besucht oder aktiv genutzt zu haben.
  • Besonders beliebt waren der Tierpark und das Wildgatter. So erklärten 59 Prozent der Befragten, diese Einrichtungen in den letzten 12 Monaten mindestens einmal besucht zu haben. Etwas mehr als jeder zweite gab an, mindestens einmal in der Stadthalle gewesen zu sein.
  • Weniger genutzt wurden Stadtarchiv und Städtische Musikschule (jeweils 4 Prozent) und die Volkshochschule (7 Prozent).
     
  • Zur Einschätzung des baulichen Zustandes der Chemnitzer Schulen befragt, war im Bereich der Grundschulen ungefähr jeder zweite zufrieden oder sehr zufrieden (52 Prozent). Im Bereich der Oberschulen drückten 54 Prozent ihre Unzufriedenheit aus. Ein eindeutigeres Bild zeigt sich im Bereich der Gymnasien und Berufsschulen. So waren 74 Prozent der Befragten, die eine Beurteilung abgeben konnten, mit dem Bauzustand der Gymnasien (sehr) zufrieden. Bei den Berufsschulen waren es 68 Prozent.
  • Auf die Frage nach der Beurteilung des baulichen Zustandes der Kindertageseinrichtungen und Horte waren 69 bzw. 59 Prozent mit dem baulichen Zustand der Kindertageseinrichtungen und Horte zufrieden oder sehr zufrieden.
  • Bei der Beurteilung der Betreuungsqualität im Kitabereich zeigten sich 68 Prozent mit der Betreuungsqualität (sehr) zufrieden. Im Hortbereich gaben 67 Prozent an, dass sie damit zufrieden bzw. sehr zufrieden sind.
  • Auf die Frage, ob sie einen Platz in einer Wunschkitaeinrichtung für ihr Kind erhalten haben, erklärten 84 Prozent, nicht betroffen zu sein oder gaben keine Antwort. Von den verbleibenden 16 Prozent (415 Antworten) der Befragten antworteten drei Viertel, einen entsprechenden Platz bekommen zu haben.
  • Bei diesem Abschnitt der Umfrage muss festgehalten werden, dass die Situation an Schulen und bei Kindertageseinrichtungen nur von einem Teil der Befragten beurteilt wurde. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass die Teilnehmer keinen aktuellen Bezug mehr zu diesem Bereichen haben (z.B. aufgrund des Alters oder Kinderlosigkeit).
     
  • Von den 1.557 Befragten, die Angaben zum Verkehrsmittel gemacht haben, das sie für den Weg zur Arbeit nutzen, bevorzugen 65 Prozent für ihren Arbeitsweg einen PKW. Circa 18 Prozent nutzen den öffentlichen Personennahverkehr.
  • Noch eindeutiger sieht die Verkehrsmittelwahl in der Freizeit aus. 63 Prozent nutzen einen PKW. Weitere 16 Prozent greifen auf den öffentlichen Personennahverkehr und 11 Prozent auf das Fahrrad zurück.
  • Auf die Frage nach den zwei wesentlichsten Gründen für eine seltene oder Nichtnutzung der öffentlichen Verkehrsmittel hatten die Teilnehmer die Möglichkeit aus acht Optionen auszuwählen. Die am häufigsten genannten Gründe waren die Optionen „zu teuer“ und „ungünstige Verbindung“. So hielt ca. jeder dritte Befragte den ÖPNV für zu teuer. Ein Viertel begründete die seltene Nutzung mit einer ungünstigen Verbindung.
     
  • Bei der Frage nach dem Sicherheitsempfinden in der Gesamtstadt am Tag lieferte die Befragung ein uneinheitliches Bild. Mit 52 Prozent fühlen sich nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten in der Stadt sicher, 44 Prozent gaben an, sich unsicher zu fühlen. Deutlich sicherer hingegen empfinden die Befragten den eigenen Stadtteil. Dies antworteten allein 82 Prozent.
  • Deutlich unsicherer fühlen sich die Befragten hingegen in der Nacht. Hier antworteten nur noch 21 Prozent, sich in der Stadt sicher zu fühlen. Stattdessen gaben drei Viertel der Befragten an, sich nachts im gesamtstädtischen Maßstab unsicher zu fühlen. Auch im eigenen Stadtteil nimmt das Sicherheitsgefühl ab. Nur noch 61 Prozent fühlen sich hier sicher.
  • Mit Blick auf die Präsenz der Polizei bzw. des Ordnungsamtes/Stadtordnungsdienstes im Wohnviertel ergibt sich ein gemischtes Bild. So hält ca. jeder dritte Befragte diese Präsenz für „weder gut/noch schlecht“. Etwa jeder vierte Befragte äußerte seine Unzufriedenheit ((sehr) schlecht). Sehr gut bzw. gut beurteilt die Präsenz der Polizei nur jeder Fünfte, die des Stadtordnungsdienstes nur jeder Zehnte. Allerdings antwortete bezüglich der Präsenz des Stadtordnungsdienstes auch jeder Dritte mit „kann ich nicht beurteilen“ bzw. machte keine Angabe.
     
  • Befragt nach der Nutzung bzw. Inanspruchnahme von Dienstleistungen der Verwaltung im Internet, der Behördenrufnummer 115 oder eines anderen Services gaben von den Teilnehmern nur zwischen 18 Prozent (Behördenrufnummer 115, anderer Service) und 31 Prozent (Internet) an, diese in den letzten 12 Monaten genutzt zu haben.
  • Bei denen, die eine Leistung in Anspruch genommen haben, lag die Zufriedenheit in den drei Kategorien zwischen 89 Prozent beim Internet-Angebot und der Dienstleistung der Behördenrufnummer 115 und 87 Prozent bei der Inanspruchnahme eines anderen Services.
  • Bezüglich der Kenntnis darüber, welche Möglichkeiten bestehen, sich an der Gestaltung des Gemeinwesens zu beteiligen, sind die Ergebnisse recht unterschiedlich. Während die Einwohnerversammlungen (63 Prozent), Petitionen/Unterschriftensammlungen (57 Prozent) und die Bürgersprechstunde der Oberbürgermeisterin (53 Prozent) bei der Mehrheit der Teilnehmer bekannt waren, sind die übrigen Beteiligungsformen (u.a. Lokale Agenda 21, Bürgerplattformen, Onlinebeteiligungen, Bürgerforen) der Mehrheit eher weniger bekannt.
  • Befragt nach den Themen der Bürgerbeteiligung, bei denen die Befragten zukünftig gern mitreden möchten, waren von den zur Auswahl gestellten 14 Themenbereichen die am häufigsten genannten Bereiche die Stadtentwicklung (29 Prozent), Zuwanderung/Integration (28 Prozent) und Öffentlicher Nahverkehr (22 Prozent).
     

Zum Abschluss der Befragung waren die Teilnehmer noch danach befragt worden, ob sie wissen, dass die Stadt Chemnitz in diesem Jahr ihr 875. Stadtjubiläum begeht und sich um den Titel „Kulturhauptstadt Europas “ für das Jahr 2025 bewirbt. 85 Prozent der Befragten waren sich des diesjährigen 875. Stadtjubiläums bewusst. Die Kenntnis um die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 durch die Stadt Chemnitz fällt mit 75 Prozent etwas geringer aus.
 

Zur Bürgerumfrage allgemein:

Die Bürgerumfrage wird jährlich mit dem Ziel durchgeführt, regelmäßig Informationen über die soziale und wirtschaftliche Lage der Chemnitzer Bürger sowie über Meinungen und Einschätzungen der Bevölkerung als Basis für kommunalpolitische Planungen und Entscheidungen zu gewinnen. Mit den Erhebungen werden Daten gewonnen, die die Informations-, Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für Verwaltung und Politik verbessern. Gleichzeitig dient die Umfrage auch der Evaluation von Maßnahmen und Prozessen innerhalb der Stadt Chemnitz.