Kulturhauptstadt Europas 2025

Wie ist es, wenn man Kulturhauptstadt Europas ist?

Eine Stadtansicht von Pilsen.

Mit dieser Frage im Gepäck hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Montag, dem 20. Juli 2020, Pilsen besucht. Die tschechische Stadt war 2015 europäische Kulturhauptstadt. 

Bei Gesprächen mit dem Oberbürgermeister Martin Baxa und mit Wissenschaftlern der Kunstfakultät der Westböhmischen Uni informierte sich Frau Ludwig über den Bewerbungsprozess, das Kulturhauptstadt-„Sein“ und welche nachhaltigen Effekte der Titel für Pilsen hat. Auch die Zusammenarbeit mit Pilsen im Rahmen der Chemnitzer Bewerbung war ein Thema. Ihr Amtskollege Baxa sprach von weiterhin anhaltenden deutlichen steigenden Touristenzahlen, mehr Wirtschaftskraft und weniger Abwanderung als ein Ergebnis des Titels. 

In Gesprächen mit Künstlern und Kreativen, die ehemalige Fabriken und Bahndepots mit neuen Ideen gefüllt haben, erfuhr die Oberbürgermeisterin viel Unterstützung für die Chemnitzer Bewerbung.

Chemnitz steht auf der Shortlist!

Die Entscheidung ist gefallen: Chemnitz hat es mit seiner Bewerbung im Rennen um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ auf die Shortlist geschafft.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig: „Liebe Chemnitzerinnen und Chemnitzer,
es ist eine riesengroße Chance für unsere Stadt: Wir können Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025 werden. Wir sind diesem Ziel seit heute einen großen Schritt näher gekommen.

Die europäische Jury hat das Potential unserer Stadt erkannt und möchte mehr von uns sehen. Sie hat uns aufgefordert, ein zweites ausführliches Bewerbungsbuch bis Juni 2020 einzureichen: mit konkret ausgearbeiteten Vorhaben, einem detaillierten Programm für 2025, einer Einladung an Europa, die so überzeugend ist, dass sie nicht auszuschlagen ist.

Also lassen Sie uns gemeinsam die Freude nach der ersten Juryentscheidung in Energie umwandeln und mit Schwung die nächsten Schritte gehen. Denn Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden, das hieße: Chemnitz international als moderne Stadt mit großem industriekulturellen Erbe, Freiräumen für Kreative, Gestaltungsmöglichkeiten für kommende Generationen, Ideen für ein Miteinander der vielfältigen Stadtgesellschaft und einer spannenden Kulturregion bekannt zu machen. Das hieße auch, den Turbo einzuschalten für eine Stadtentwicklung, von der alle profitieren.

Deshalb möchte ich Sie ermutigen, sich einzubringen und mitzumachen. Nicht der Vergleich mit größeren Städten in Sachsen bringt uns voran. Unser Blick geht jetzt nach Marseille, nach Plovdiv, nach Pilsen, nach Galway, nach Aarhus, nach Liverpool, nach Linz, nach Wroclaw… Weil Chemnitz das Zeug dazu hat, eine europäische Stadt zu sein. Und dafür werden wir nun weiter hart arbeiten.

Ich möchte nach dieser ersten erfolgreich genommen Hürde Danke sagen! Danke an all die Vordenker, die Macher, Anpacker und Mitstreiter, an all die Menschen, die diese Bewerbung gelebt haben, mit grenzenlosem Engagement, Herzblut und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass Chemnitz Kulturhauptstadt Europas 2025 kann.

Wenn wir uns gemeinsam darauf einlassen, groß zu denken, scheinbar Unmögliches anzupacken, hat Chemnitz die Chance, Gewinnerin in vielfachem Sinne zu werden.“
 


Büro

Im TIETZ befindet sich das Kulturhauptstadt-Büro. OB Ludwig: „Wir wünschen uns, dass das Büro für die Chemnitzerinnen und Chemnitzer zu einer festen Adresse wird. Die Tür steht jedermann offen.“ Das Büro solle Begegnungsstätte für Interessierte sein, ganz gleich ob sie Ideen, Projekte, Fragen oder einfach Neugier mitbringen.

Öffnungszeiten:

Montags von 10 bis 15 Uhr, donnerstags von 13 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung stehen die Türen im Kulturhauptstadt-Büro offen.

Neue Termine und Fristen zur Bewerbung

Mehr Zeit für die Bewerbung - Weitermachen lohnt sich

Die Kultusministerkonferenz, die Europäische Kommission und die Kulturstiftung der Länder haben sich in einem intensiven Abstimmungsprozess darauf verständigt, die Termine und Fristen im Wettbewerbsverfahren „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland um mehrere Wochen zu verschieben. Damit soll den durch die Covid-19- Pandemie erschwerten Arbeitsbedingungen in den Bewerberstädten Rechnung getragen werden. Das Verfahren soll unter Berücksichtigung höchstmöglicher Gesundheitsstandards im Jahr 2020 zum Abschluss gebracht werden.


Die aktualisierten Termine sind:

  • Abgabe des Bid Book 2:
    Die Abgabe des zweiten Bewerbungsbuchs verlängert sich um sieben Wochen bis zum 21. September 2020 (24 Uhr).
     
  • City visits:
    Eine Gruppe von bis zu vier Juror*innen wird in der Woche vom 19. bis 23. Oktober 2020 die fünf deutschen Städte der Shortlist besuchen. Am 22. Oktober 2020 bereist die Delegation Chemnitz.
     
  • Finale Jurysitzung:
    Die finale Jurysitzung findet vom 26. bis 28. Oktober 2020 in Berlin statt. Die Präsentationen der Bewerberstädte erfolgen in alphabetischer Reihenfolge.
     

Am 28. Oktober 2020 wird die europäische Jury ihre Empfehlung für die „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland presseöffentlich bekanntgeben.
 

Hintergrund Europäische Kulturhauptstadt

Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ wird seit 1985 kontinuierlich jeweils für ein Jahr verliehen. Die Europäische Kulturhauptstadt 2025 wird 2020 nach einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren vom Rat der Europäischen Union ernannt – zwei Städte Europas tragen pro Jahr diesen Titel. Im Jahr 2025 stellen Deutschland und Slowenien die Europäische Kulturhauptstadt.

Die offizielle Bewerbungsphase für die Städte in Deutschland begann am 24. September 2018, die finale Entscheidung wird 2020 getroffen. Die Europäische Union begleitet den gesamten Auswahlprozess. In Deutschland trugen zuletzt West-Berlin (1988), Weimar (1999) und Essen/Ruhr (2010) den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“.

Kulturhauptstädte 2020:

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