Newsletter Europaarbeit - Februar 2020

30 Jahre Gleichstellung in Chemnitz – Deutschland – Europa

Verleihung des internationalen Gleichstellungspreises.

Das 30-jährige Jubiläum der Gleichstellungsarbeit in Chemnitz ist in diesem Jahr Anlass, Erfolge zu reflektieren und in die Zukunft zu schauen. Der Beitritt der Stadt Chemnitz zur „Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ im Oktober 2012 ermöglicht auch einen Vergleich der aktuellen Situation auf europäischer Ebene und einen Erfahrungsaustausch mit Fachleuten aus anderen europäischen Ländern. Dazu wird am 7. März 2020 auf dem Symposium „Geschlechtergerechte Städte“ Gelegenheit sein.

Den Einführungsvortrag hält eine Vertreterin aus der Chemnitzer Partnerstadt Tampere. 1906 wurde Finnland zum ersten Land der Welt, das Frauen die vollen politischen Rechte einräumte – sie erhielten das Wahlrecht und zudem das Recht für Wahlen zu kandidieren. Seither ist die Gleichstellung der Geschlechter ein wichtiges Anliegen in der finnischen Gesellschaft. Folgerichtig stellt die Gleichstellung auch ein Thema bei der Bewerbung von Tampere und Region als Europäische Kulturhauptstadt 2026 dar. Überdies wurde 2020 zum Jahr der Gleichstellung aller gesellschaftlicher Gruppen ausgerufen: Tampere.Equallyyours.

Die finnische Regierung vergab  am 2. Dezember 2019 in Anwesenheit einer Chemnitzer Delegation zum zweiten Mal den von ihr gestifteten International Gender Equality Prize an die Nichtregierungsorganisation Equality Now.

Dr. Mary Dellenbaugh-Losse gibt als zuständige Beraterin Einblick in das EU-Projekt GenderedLandscape. Dieses von der schwedischen Stadt  Umeå  geleitete URBACT-Projekt beschäftigt sich mit dem Thema geschlechtergerechte Stadtentwicklung. Weitere Beiträge kommen aus den Partnerstädten Ústí nad Labem, Łódź und Düsseldorf. Im Anschluss tauschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedenen Thementischen Erfahrungen und Wünsche zu Familienfreundlichkeit, Abbau von Benachteiligungen, politische Teilhabe, Jugendarbeit und Stadtplanung aus. Ziel des Symposiums ist ebenso, die Zusammenarbeit der Chemnitzer Akteure mit den Partnerstädten zu vertiefen.
 
Die Ergebnisse werden in den zweiten Gleichstellungs-Aktionsplan der Stadt Chemnitz einfließen und in einem Abschlussdokument abgebildet.
 

Gleichstellungsbericht der Stadt Chemnitz

Der erste Gleichstellungsaktionsplan der Stadt Chemnitz ist 2016 erschienen.

Umweltamt und Stadtplanungsamt arbeiten in HORIZON 2020-Projekt "INTERLACE" mit

Die internationale Kooperation zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen sowie sechs Städten aus Lateinamerika und der EU zielt auf den Erhalt und die Wiederherstellung von Ökosystemfunktionen für eine nachhaltige, lebenswerte und widerstandsfähige Stadtlandschaft ab. Es geht bspw. um die Renaturierung von Industriebrachen oder degradierten Flächen mit Hilfe naturbasierter Lösungen (NBS).

INTERLACE nutzt dabei einen partizipativen Ansatz, um lokale Akteure verschiedener Bereiche zu vernetzen. Oft vereinen sensible Stadtbereiche ökologische und soziale Brennpunkte, die so gemeinsam gelöst werden können. Die teilnehmenden Städte entwickeln in Kooperation mit der Wissenschaft Instrumente, Leitlinien und Strategien zur Unterstützung einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Darauf aufbauend, arbeitet das Projekt an der Entwicklung erfolgreicher Umsetzungskonzepte von Maßnahmen, die auf die Bedürfnisse der Städte zugeschnitten sind. Gesamtkoordinator ist das Ecologic Institut in Berlin.

Das Klima-Bündnis, in dem Chemnitz seit 1993 Mitglied ist, koordiniert den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den teilnehmenden Städten. Neben Chemnitz sind Portoviejo (Ecuador), Krakow Metropolis (Polen), San Jose (Costa Rica), Envigado (Kolumbien) und Cornella (Spanien) im Partnerverbund.


solaris FZU entsendet und empfängt europäische Freiwillige

Das Europäische Solidaritätskorps, vorher als Europäischer Freiwilligendienst bekannt, ist eine großartige Chance für junge Menschen, sich freiwillig für ein soziales und vielfältiges Europa zu engagieren. Aufgrund der langjährigen Erfahrung im Europäischen Freiwilligendienst hat sich solaris FZU seit 2015 mit dem Thema Europäisches Solidaritätskorps befasst und agiert sowohl als koordinierende Organisation als auch als Aufnahme- und Entsendeorganisation. Sie bietet Jugendlichen an, in ein Partnerprojekt entsendet zu werden und kümmert sich um die Vorbereitung der Freiwilligen, sowie die Formalitäten und Betreuung während des ESKs. Zudem nimmt solaris FZU Freiwillige aus europäischen Ländern auf, die ihren Dienst in den eigenen Einrichtungen absolvieren und begleitet die Kooperationsprojekte während des ESKs.

Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Soziale, kulturelle oder ökologische Projekte fördern die beruflichen Perspektiven der Jugendlichen, ihre Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Sensibilität. Darüber hinaus machen sie spannende, interessante und internationale Lernerfahrungen in einem anderen Land. Ansprechpartnerin bei solaris FZU ist Graziela Hennig.


EUROCITIES-Jahreshauptversammlung vom 20. bis 22. November 2019 in Prag

Unter dem Motto „Städte an Scheidewegen, Transformation und Erneuerung“ trafen sich über 400 Politikerinnen, Politiker und Fachleute aus 85 Mitgliedsstädten des europäischen Netzwerks. Diskutiert wurde die Stadtentwicklung für die kommenden Jahre auf europäischer Ebene sowie die Zusammenarbeit mit der neu gewählten Europäischen Kommission. Nicht nur die Städte befinden sich in einem Prozess der Veränderung, auch das Netzwerk wandelt sich. Eine neue Strategie und Ziele wurden angenommen – hin zu mehr übergreifender Arbeit in den Fachgruppen.

Chemnitz brachte sich aktiv in die Konferenz ein. Baubürgermeister Michael Stötzer und Stadträtin Susann Mäder nahmen an dem Treffen der 90 anwesenden Politikerinnen und Politikern zur Rolle der Städte in der Europäischen Union teil. Derzeit wird an einer neuen „Urbanen Agenda“ gearbeitet, die sich an den Nachhaltigkeitszielen der UN orientieren wird. Auf der Jahreskonferenz 2020 in Leipzig wird die Umsetzung dieses Dokumentes dann im Mittelpunkt stehen.

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung spielten auch in Prag eine Rolle. In einer begleitenden Ausstellung stellten Mitgliedsstädte gute Beispiele vor. Chemnitz beteiligte sich mit zwei Plakaten über den Kühlverbung zweier Standorte des Klinikum Chemnitz gGmbH sowie der Gestaltung des Moritz- und des Aueparks. Sarah Arnold, verantwortlich für Klimaschutz in der Stadt, leitete eine Gesprächsrunde über die Erstellung eines Hitzeaktionsplans.

Der Preis für Kooperation ging dieses Mal an Antwerpen. Für die Schließung einer Ringstraße, die bei der Bevölkerung zunächst auf Widerstand gestoßen ist, wurde eine neue Methode mit aktiver Bürgerbeteiligung erfolgreich eingeführt. Der anfängliche Widerstand mündete schließlich u. a. durch die Gestaltung von mehr Grünflächen und zusätzliche Radspuren in Unterstützung. Den Preis für Innovation bekam die Stadt München für die Einrichtung einer Schlichtungsstelle für Konflikte im öffentlichen Raum. In der Kategorie Beteiligung wurde Saragossa für die Umnutzung einer leer stehenden Fabrik in ein lebendiges Kulturzentrum ausgezeichnet. Das Zentrum wird von Anwohnerinnen und Anwohnern mit geleitet und genutzt, denen soziale Ausgrenzung droht.

Erstmalig gab es in diesem Jahr auch einen Nachmittag, an dem vier Städte Projekte vorstellten, die nicht nach Plan verliefen. In kleineren Runden wurden die Herausforderungen und Fehler diskutiert, um Erfahrungen zwischen den Teilnehmerstädten auszutauschen und Lösungsansätze gemeinsam zu ermitteln.


Deutschlandweiter EU-Projekttag bereichert Schulunterricht

Schülerinnen und Schüler im Dialog mit Abgeordneten.

Anlässlich der letzten deutschen Ratspräsidentschaft im Jahr 2007 wurde der EU-Projekttag von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen, um jungen Menschen Europa näherzubringen. Seitdem statten jedes Jahr EU-Beamte sowie Politikerinnen und Politiker den deutschen Schulen einen Besuch ab, um mit den jungen Menschen in einen Dialog zu treten. Rund um den 27. April dieses Jahres wird der nächste Projekttag stattfinden. Alle Schulen, darunter auch Grundschulen, sind eingeladen, sich im Internet für die Teilnahme zu registrieren. Die Lehrkräfte können den Tag mit ihren Schülerinnen und Schülern kreativ vorbereiten und ausgestalten, beispielsweise mit Planspielen, einem Europa-Quiz oder Filmen. Zahlreiche Ideen und Material werden auf der Internetseite des Projekttages zur Verfügung gestellt.


Europa-Termine von Februar bis April 2020