Dr. h.c. Ingrid Mössinger

Ingrid Mössinger, aufgewachsen in Stuttgart, studierte zunächst Bibliothekswissenschaft, später Kunstgeschichte, Archäologie, Ethnologie und Philosophie. Sie arbeitete als Kuratorin beim Frankfurter Kunstverein, wirkte 1992/93 als Direktorin der Art Frankfurt und im Anschluss als Leiterin des Kunstvereins Ludwigsburg. 1996 wurde als Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz berufen. Ein knappes Jahrzehnt später, 2005, folgte die Ernennung zur Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, zu denen neben dem Museum am Theaterplatz heute das Museum Gunzenhauser, das Schloßbergmuseum, das Henry-van-de-Velde-Museum in der Villa Esche und die Stiftung Carl-Friedrich-Claus-Archiv gehören. Mit rund 106.000 Objekten zählen die Kunstsammlungen Chemnitz zu den größten kommunalen Museen der Bundesrepublik Deutschland.

Ingrid Mössinger ist für ihr Wirken vielfach ausgezeichnet worden. 2007 wurde ihr das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2016 folgte das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Mössinger ist zudem Trägerin der Sächsischen Verfassungsmedaille (2010) und des Sächsischen Verdienstordens (2014). Seit 2008 darf sie sich Ritter der französischen Ehrenlegion nennen, seit 2010 ist sie zudem Trägerin des Ritterkreuzes des dänischen Dannebrog-Ordens. Im gleichen Jahr wurde ihr auch der Mitteldeutsche Wirtschafts- und Kommunikationspreis „Heiße Kartoffel“ zuerkannt. Im Jahr 2015 wurde der Generaldirektorin die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Chemnitz verliehen.

Ingrid Mössinger war zudem Mitglied des Hochschulrates der Universität der Künste Berlin und Mitglied des ZDF-Fernsehrates. Derzeit ist sie Mitglied des Hochschulrates der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Mitglied des Kuratoriums der Hochschule Burg Giebichenstein Halle.
 

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft für ihre Verdienste um die Kunstsammlungen und die Stadt Chemnitz fand in einem Festakt mit mehr als 500 Gästen im Opernhaus Chemnitz statt, darunter Ehrenbürger, Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Die Laudatio hielt Dr. Thomas de Maizière, langjähriger Bundes- und Landesminister. Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach ein Grußwort. Ingrid Mössinger trug sich zudem in das Goldene Buch der Stadt Chemnitz ein.
 

Interview mit Ingrid Mössinger

Dr. Ingrid Mössinger im Interview

Eine fast normale Woche für Dr. phil. h.c. Ingrid Mössinger. „Ich telefoniere nur noch schnell. Der Skulpturen-Katalog muss noch fertig werden. Dann bin ich gleich da“, bittet die Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz ihre Gäste um Geduld, um sich kurze Zeit später ausführlich Zeit für das Gespräch zu nehmen. Es sind Fragen, die sie in den vergangenen Wochen des Öfteren beantwortet hat. Denn es ist Zeit für einen Rückblick – eine Perspektive, die Ingrid Mössinger eigentlich nicht so gern hat. Doch am 30. April geht ihr berufliches Engagement als Generaldirektorin der Kunstsammlungen in Chemnitz zu Ende.

Ihr Wirken

Kunstsammlungen Chemnitz

Ingrid Mössinger prägte die Kunstsammlungen Chemnitz seit 1996. Sie hat seither in mehr als zwei Jahrzehnten nicht nur das Museum maßgeblich mit ausgebaut, sondern das Potenzial der Sammlung und ihre Tradition verstanden sowie zum Nutzen der Stadt eingesetzt. Ihre hochkarätigen und international beachteten Ausstellungen haben das Haus zu einer erstklassigen Adresse in der Kunstwelt gemacht. Unter Frau Mössingers Führung wurden die Kunstsammlungen vom Kunstkritikerverband AICA zum „Museum des Jahres 2010“ gekürt.

Bereits seit 2001 stehen die Kunstsammlungen im Blaubuch der gesamtstaatlich bedeutsamen Kultureinrichtungen im Osten Deutschlands. 2003 wurden sie unter 163 Mitbewerbern von der Stiftung „Lebendige Stadt“ für das beste deutsche Museumskonzept ausgezeichnet.

Das Renommee, das die Kunstsammlungen dank Ingrid Mössinger genießen, hat Chemnitz in der ganzen Welt bekannter werden lassen. Es ist Frau Mössingers Wirken zu verdanken, dass Chemnitz wird in einer Reihe genannt mit Kunst-Metropolen. Das Museum kann sich in künstlerischer Qualität mit den Großen der Branche messen.

Die von Ingrid Mössinger verantworteten Ausstellungen haben vielfach in den internationalen Feuilletons für Aufsehen gesorgt. Sie rückte unter anderem „Picasso et les femmes“ (2002) in den Blickpunkt, zeigte Edvard Munch (1999), Lucas Cranach (2005), Karl Schmidt-Rottluff (2016), Ernst Ludwig Kirchner (2007), die Peredwischniki (2012), Andy Warhol (2014) und viele andere. Eine gefeierte und bestaunte Weltpremiere gelang ihr mit der ersten Exposition der Werke Bob Dylans (2007). Die Zahl der Ausstellungen in der Amtszeit Ingrid Mössingers liegt bei zirka 170. Insgesamt wurden mehr als 500 Künstler aus 45 Ländern gezeigt.

Herausragende Verdienste erwarb sich Ingrid Mössinger durch die Erweiterung der Sammlung. Der komplette Nachlass von Carlfriedrich Claus ist hier zu nennen oder die Sammlung Loebermann, ein einzigartiges Konvolut mit Arbeiten Lyonel Feiningers. Die Stadt verdankt Ingrid Mössinger zudem u.a. Schenkungen des gesamten grafischen Oeuvres von Wolfgang Mattheuer durch Hartmut Koch, Schenkungen der Familie Flügge, der Familie Bastian oder zuletzt der Jacques and Yulla Lipchitz Foundation New York. Neo Rauchs Gemälde „Die Abwägung“, das seit 2013 den Ratssaal des Rathauses ziert, gelangte aufgrund der Initiative der Museumsdirektorin an seinen Platz.

Es ist vor allem der Museumsdirektorin zu verdanken, dass die einzigartige Kollektion des Münchner Galeristen Dr. Alfred Gunzenhauser von mehr als 2400 Werken der Klassischen Moderne 2003 in Chemnitz eine Heimat fand. Im  Jahr 2007 wurde das eigens für die Sammlung umgebaute Museum Gunzenhauser im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler eröffnet. Ingrid Mössinger hat ihr profundes Wissen, ihre außergewöhnliche  Professionalität, die ihr eigene charmante Beharrlichkeit, unerschütterlichen Mut und ein exzellentes Netzwerk über Jahrzehnte in den Dienst der Stadt Chemnitz gestellt. Sie hat bewiesen, was möglich ist, wenn Können und Ambition eine erfolgreiche Verbindung eingehen.

Zugleich ist es der Museumsdirektorin gelungen, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern den Stolz auf „ihre“ Kunstsammlungen zu leben. Allein der Förderverein „Freunde der Kunstsammlungen Chemnitz“ zählt heute mehr als 1000 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Förderverein eines Museums für bildende Kunst in Sachsen. Kunst für alle zugänglich zu machen, zählte stets zu den Maximen Ingrid Mössingers – ein nachhaltig wirkendes Produkt dieses Anspruchs ist der Kunstbus Konrad, der seit 2011 Schülerinnen und Schüler in die Kunstsammlungen bringt. Insgesamt haben seither mehr als 50.000 Kinder das Angebot genutzt.

Kunstsammlungen Chemnitz

Sommerabend am See

Die Kunstsammlungen Chemnitz bestehen aus ingesamt vier verschiedenen Museen. Neben den Kunstsammlungen am Theaterplatz gehört auch das Museum Gunzenhauser, das Schloßbergmuseum sowie das Henry-van-de-Velde-Museum in der Villa Esche zum Verbund.

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