Wir bauen: Neubau der Oberschule am Richard-Hartmann-Platz


Informationen zur Baumaßnahme

Gemäß einem Stadtratsbeschluss vom April 2016 plant die Stadt den Neubau einer Oberschule auf dem Grundstück an der Hartmannstraße. Damit reagiert die Stadt auf das steigende Schüleraufkommen im Oberschulbereich (Klassen 5 bis 10).

Der Standort Hartmannstraße bietet die Möglichkeit für den Neubau eines zentrumsnahen, vierzügigen Oberschulstandortes. Im Zusammenhang mit der Nutzung der Richard-Hartmann-Halle kann für den Sportunterricht die vorhandene Infrastruktur einbezogen werden. Durch die innerstädtische Lage und die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr kann der Neubau mehrere Oberschulstandorte entlasten.

Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs wurde eine städtebaulich-freiraumplanerische Gesamtkonzeption für den neuen 4-zügigen Oberschulstandort mit Pausen- und Sportfreiflächen unter Einbindung der umliegenden Nutzungen und Wegebeziehungen entwickelt. Es entsteht ein moderner zeitgemäßer Schulneubau im Ensemble zur alten und neuen Hartmannhalle sowie ein angemessenes Gegenüber zum Polizeigebäude.

Die Fläche umfasst ca. 22.000m² Neugestaltung von Außen- und Freiflächen inkl. peripherer Flächen durch Zufahrtsstraße und Stellflächen sowie ca. 10.000m² Nettogeschossflächen auf 3 Etagen zuzüglich Sockelgeschoss.
 

Städtebau

Neben alter und neuer Hartmannhalle positioniert sich die Hartmannschule als dritter Solitär und vermittelt zwischen der bestehenden Topografie des straßenseitigen Zugangs und der Freiflächen im Süden des Baufeldes. Der im Bereich des Eingangs scheinbar schwebende Baukörper formuliert einen geschützten Platzraum der aus dem Straßenraum herausgelöst und dennoch öffentlich ist. Seine seitliche Fassung verleiht ihm Intimität. Die Vorplatzmitte ist zum Himmel offen und markiert den Ort des Ankommens. Es entsteht ein angemessener wettergeschützter Warte- und Vorbereich für die sechshundert Schüler der Hartmannschule, der zudem ausreichend Platz für Fahrradabstellplätze bietet.

Die Erscheinung des aufliegenden Baukörpers entwickelt durch die äußere Fassadenschicht der umlaufenden Laubengänge räumliche Tiefe. Diese setzt sich durch die Transparenz der inneren Fassadenschicht in den Innenraum fort und unterstreicht damit die Öffentlichkeit des Gebäudes. Es wird ein starkes Pendant zur gegenüberliegenden Polizeidirektion geschaffen welches sich in die städtebauliche Struktur einordnet.

Innere Struktur

Vom Vorplatz betritt man das Foyer, welches sich nach Passieren einer breiten Sitztreppe zur Pausenhalle aufweitet. Der Gebäudesockel beherbergt neben dem Hauptzugang auch die Räume für den Werkunterricht sowie die Schließfächer. Zwischen Halle und Hof vermittelt stets ein zentraler Kommunikationsbereich von besonderer Aufenthaltsqualität, ob als Sitztreppe im Sockel oder Lounge in den Obergeschossen. Direkt angegliedert befinden sich die vertikalen Erschließungstreppen und Funktionskerne. Ringförmig erschließt man daraufhin die Klassenzimmer um Eingangshof und Halle. Die Einhüftigkeit unterstützt die gute Orientierung im Gebäude- Tageslicht ist in allen Flurbereichen vorhanden. Abschnittsweise mäandriert die Flurwand zurück, Bänke laden zum Verweilen vor den Klassenzimmern ein, Schrankzonen und Garderoben entstehen in den Klassenzimmern. Klassenstufenübergreifender Unterricht wird durch Anordnung der Jahrgangscluster über Eck gefördert.

Die Mensa ist zu Aula und Freiraum großflächig verglast und wird so zum Bindeglied zwischen Innen- und Außenraum. Am Östlichen Ende befindet sich die möbelartige Ausgabe, welche durch einen Faltladen von der Mensa getrennt werden kann. Somit lässt sich die Mensa für Prüfungen oder Veranstaltungen separat nutzen. Für diesen Fall ist westlich der Mensa ein redundanter  Ausgang in die Pause vorgesehen. Für Veranstaltungen in der Aula ist eine Reihenbestuhlung vorgesehen. Die Bühne findet unter den innenliegenden Balkonen am Atrium Platz und erhält so eine angemessene optische Rahmung.

Die Mensa wird mit einer Kochküche ausgestattet, welche durch ein Cateringunternehmen betrieben werden soll. Die Speisen werden mit einem geringen Vorfertigungsgrad täglich frisch vor Ort zubereitet. Die Küche lässt sich auf kurzem Weg über die Abzweigung der Fabrikstraße erreichen. Die Belieferung und Entsorgung ist über einem separaten Aufzug organisiert.

Die Verwaltung liegt im EG leicht auffindbar und dennoch abgewandt vom Schülerstrom im Norden des Gebäudes, der Tresen des Sekretariats liegt gut auffindbar am Flurende, in der davor befindlichen Fluraufweitung warten Eltern und Schüler vor der Sprechstunde.

Der Fachbereich liegt in der obersten Etage im Norden in räumlicher Nähe zu den Klassenräumen.

Das Gebäude wird über eine zu errichtende Fernwärmeübergabestation mit Heizwärme versorgt. Die Beheizung erfolgt vorrangig über Fußbodenheizung.  Alle Klassen-, Fachunterrichts- und Gruppenräume, Mensa/Aula, Kochküche sowie innenliegende Sanitäranlagen erhalten eine mechanische Be- und Entlüftung. Die Lüftungsgeräte befinden sich im Sockelgeschoss bzw. auf dem Dach und verfügen über Wärmerückgewinnungsanlagen. Über die zentrale Regelung der Lüftungsanlagen kann im Sommer je nach Witterungsbedingungen eine freie Kühlung im Gebäude realisiert werden.

Die Trinkwasserversorgung erfolgt über einen neuen Hausanschluss. Aus energetischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird die Trinkwarmwasserbereitung auf ausgewählte Bereiche (u.a. Kochküche, Fachunterrichtsräume) beschränkt und erfolgt dezentral elektrisch. Je Etage ist ein Trinkbrunnen vorgesehen.

Auf dem Dach des Gebäudes wird eine Photovotaikanlage vorgesehen.

Konzept Freianlagen

VORPLATZ / ERSCHLIEßUNG

Der Vorplatz der Oberschule am Hartmannplatz erstreckt sich zwischen Hartmannstraße, Fabrikstraße und dem Schulgebäude. Auf der freien Platzfläche rahmen zwei Baumraster aus 9 Bäumen das Gebäude. Die Erschließung für PKW erfolgt über die Fabrikstraße und führt zur östlich der Schule angegliederten Kiss-Ride-Zone. Im Vorplatzbereich der Schule befinden sich
insgesamt 226 sowohl überdachte als auch freistehende Fahrradstellplätze und zwei großflächige Sitzgelegenheiten unmittelbar vor dem Eingang ins Gebäude.

Entlang der Ostseite der Schule führt eine 6,0m Breite Zufahrt zu den 45 Stellplätzen sowie den zwei schulnahen Stellplätzen für Elektrofahrzeuge und ermöglicht darüber auch die Zufahrt zum
Festplatz für Rettungsfahrzeuge. Weitere 15 Stellplätze befinden sich östlich des Schulgebäudes am Vorplatz. Die Ost-West-Verbindung zwischen Festplatz und Übergang zur Fabrikstraße ist
durch eine Aufweitung der Wegekreuzung für den fußläufigen Verkehr verbreitert.


SCHULHOF
Der südliche Pausenhof entwickelt sich aus dem Gebäude und untergliedert, durch zwei Wegeachsen, den zentralen, ruhigen Pausenplatz und die außenliegenden, lauteren Spiel- und
Sportbereiche. Den Höhenunterschied vom Gebäude zur Pausenfreifläche überwindet eine, von Schleppstufen begleitete, ca. 3% geneigte Fläche zwischen den Wegeachsen. Ein schattenspendendes und schützendes Baumraster aus unterschiedlichen Gehölzen mit ähnlichem Habitus legt sich verbindend über alle Bereiche. Gezielte Unterbrechungen des Rasters erzeugen ein Spiel aus Lichte und Weite auf dem Schulhof. Wie schon im Eingangsbereich finden Objekte zum Sitzen und Liegen im Ruhebereich ihren Platz. Der zentrale, ruhige Aufenthaltsbereich wird ebenfalls aus Betonsteinpflaster hergestellt und schließt als barrierearme geneigte Fläche an die Südfassade der Oberschule. Der Schulhof wird gesäumt von freien Strauchhecken.

Die Erschließung des Hofes ist über zwei Zugänge möglich, die zusätzlich den Übergang zum Sportbereich darstellen. Hier ist das Gerätehaus für Pausenspielutensilien und Pflegegeräte platziert. Die Mülleinhausung für die Abfälle aus dem Betrieb der Schule und der Küche (einschl. gekühlte Mülltonnen, Kühlgeräte) findet südlich der Kiss-Ride-Zone ihren Platz.


SPORTFLÄCHEN
Die südlichen Sportflächen sind durch die Feuerwehrdurchfahrt zum Festplatz vom Pausenhof abgegrenzt. Die Durchwegung wird mit Betonsteinpflaster hergestellt. Die im Norden begonnene
stringente Wegeführung und Flächenaufteilung wird im Bereich der Sportanlagen weitergeführt. Im Inneren liegt die Platzfläche mit Gerätehaus, östlich, westlich und südlich davon die Sportflächen.

Für den Schulsport sind folgende Anlagen im Sportbereich geplant:
• Kugelstoßanlage Tennenbelag (12 x 24 m)
• Weitsprung mit drei Anlaufbahnen Belagstyp D mit einer Breite von 2,00 m und einer Sandsprunggrube (7 x 9 m)
• Multifunktionssportfeld Belagstyp D (28 x 46 m):
• Fußballfeld (20x40m)
• Handballfeld (20 x 40 m)
• Basketball (14 x 26 m)
• zweifach Volleyball (9 x 18 m)
• vier 100 m-Laufbahnen Belagstyp D mit einer Breite von 1,22 m

Für die Pausenbeschäftigung sind folgende Anlagen auf den Schulhof geplant:
• zwei Tischtennisplatten
• ein Multifunktionsspielfeld Belagstyp D (14 x 20,6 m) mit einer Baskettballkorb-Tor-Kombination

Sowohl der Pausenhof als auch der Sportpark sind mit einem Zaun eingefasst. Die Sport- und Spielfelder für den Ballsport sind mit einem Ballfangzaun eingefriedet.
 

Die Stadt Chemnitz ist als Schulträger der allgemeinbildenden Schulen und der Schulen des zweiten Bildungsweges gemäß § 23 (2) SächsSchulG dazu verpflichtet, Schulen zu errichten, sofern ein öffentliches Bedürfnis besteht.

Ausgehend vom Teilschulnetzplan Oberschulen (Beschluss B-063/2015), welcher am 06.05.2015  vom Stadtrat der Stadt Chemnitz bestätigt wurde, wird in der Stadt Chemnitz ein steigendes Schüleraufkommen im Oberschulbereich (Klassenstufen 5-10) prognostiziert, welches mit den aktuell vorhandenen Kapazitäten nicht mehr kompensiert werden kann.

Geplant ist eine vierzügige Oberschule für insgesamt 672 Schüler zzgl. Personal unter Berücksichtigung von Integration und Inklusion.

Das Raum- und Funktionsprogramm als Basis für den Realisierungswettbewerb wurde unter Mitwirkung des Schul-und Sportamtes und der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Chemnitz entwickelt.

Zeitplan

Baubeginn: März 2019
Bauende: Mai 2022
Nutzungsaufnahme: August 2022

 

Finanzierung

Gesamtbudget 32.616.500 Euro
Fördermittel geplant  20.625.000 Euro
Stadt - Eigenanteil geplant 11.991.000 Euro

 

Beteiligte Unternehmen

Bauherr

Stadt Chemnitz Gebäudemanagement und Hochbau
Friedensplatz 1 | 09111 Chemnitz | gmh@stadt-chemnitz.de

Planung:

Architekt:
CODE UNIQUE Architekten
Katharinenstraße 5 | 01099 Dresden | ohc@codeunique.de

Freianlagen:
impuls°Landschaftsarchitektur GbR
August-Bebel-Straße 12 | 07743 Jena | osh@impuls-la.de

Elektrotechnik:
Elektroplanungsbüro Künzel
Franz-Wiesner-Straße 40 | 09131 Chemnitz
info@elektroplanung-kuenzel.de

Heizung / Sanitär / Lüftung:
SELHOFF GmbH
Hauptstraße 130-134/Haus 8 | 04416 Markleeberg
os_hartmannplatz-ta@selhoff.eu

Tragwerk:
Mathes Beratende Ingenieure
Emil-Rosenow-Straße 3 | 09112 Chemnitz | ohc@ming.de

Ingenieurbauwerk:
Temann + Schöpe Beratende Ingenieure GbR
Melscher Straße 1 | 04299 Leipzig | info@tsbi.de

Bauausführung:

Projektsteuerung:
STEIN UND PARTNER PROJEKTMANAGEMENT
Beratende Ingenieure PartGmbB
Altleubnitz 3, 01219 Dresden