30.07.2020
Pressemitteilung 448

Klimaanpassung in der Stadt Chemnitz


Wärmebelastungsanalyse wird durchgeführt

Grafik der Temperaturentwicklung in Chemnitz von 1961 bis 2050

Das Umweltamt erarbeitet einen Hitzeaktionsplan für die Stadt Chemnitz. In diesem Zusammenhang lässt das Umweltamt seit dieser Woche eine Untersuchung zur Wärmebelastung an kommunalen Kindertagesstätten, Schulen sowie Pflegeeinrichtungen in Chemnitz durchführen.

Den Effekt des Klimawandels abzumildern, ist eine wichtige Aufgabe, die auch die Stadt Chemnitz verfolgt. Im Hitzeaktionsplan geht es darum, sich an bereits eintretende Veränderungen anzupassen. Die Stadt Chemnitz möchte besonders sensible Bevölkerungsgruppen gut vorbereitet und geschützt wissen. Dazu gehören neben pflegebedürftigen Menschen auch Kinder.

In diesem Kontext beauftragte das Umweltamt Chemnitz eine Pilotstudie, die in den kommenden Wochen insgesamt 20 Einrichtungen (Schulen, Kitas und Pflegeheime) auf ihre Wärmebelastung hin untersucht.

Dabei werden im Wesentlichen die Einflussgrößen Versiegelungsgrad, Grünanteil, Vitalitätszustand der Grünstrukturen, Gebäudeexposition, -klimatisierung und Beschattungselemente überprüft sowie Befragungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Zuge der Bürgerbeteiligung zur Fotschreibung des Integrierten Klimaschutzprogramms der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ziel ist, eine Betroffenheitsanalyse als Grundlage für Handlungsempfehlungen bei zukünftig anstehenden Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben zu erstellen.
Mit der Ausführung der Analyse wurde das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz GmbH (ThINK) aus Jena beauftragt.

Hintergrund des Projektes ist, dass Chemnitz in den vergangenen zwei Jahren extreme Hitzesommer erlebt hat und die Hitzeperioden auch im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen werden. Dabei hat der vom Menschen gemachte Klimawandel bereits eine Erderwärmung von 1 Grad (+/-0,2 Grad) erreicht.

Klimaprognosen gehen davon aus, dass sich die Anzahl der so genannten „Heißen Tage“ im Mittel bis 2050 verdreifachen und bis 2100 verneunfachen wird (www.rekis.de). Als „Heiße Tage“ werden die Tage bezeichnet, an denen die Tageshöchsttemperatur die 30°C-Marke erreicht oder überschritten wird. Ähnliche Tendenzen gibt es bei der Zunahme sogenannter „Tropischer Nächte“, bei denen die Temperatur bei Nacht nicht unter 20°C abkühlt. Was sich zunächst wie Urlaub anhört, ist für viele Menschen gerade in dicht bebauten Gebieten eine starke Belastung für den Kreislauf, da vor allem urbane Gebiete einen Wärmeinseleffekt, d. h. eine zusätzliche Erwärmung gegenüber dem Umland, aufweisen.

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Herausgeber:
Pressestelle Stadt Chemnitz