27.07.2020
Pressemitteilung 436

Was fliegt denn da? – Fledermauserfassung



Bereits zum zweiten Mal untersuchen die Fledermausexperten, welche Arten dieser flugfähigen Säugetiere im Crimmitschauer Wald vorkommen. Das Grünflächenamt und die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Chemnitz unterstützen diese Fledermauserfassungen personell und finanziell.

Wenn überhaupt sind sie nur als lautlose Schatten wahrzunehmen, wenn sie auf ihrer Jagd nach Insekten im Dunkeln vorbeihuschen. Zumeist hat man keine Chance zu erkennen, um welche Art es sich handelt. Fledermausforscher wie Elke und Reimund Francke aus Chemnitz und Joachim Frömert aus Hohenstein-Ernstthal haben die Spezies spät abends und nachts erfasst.

Mit Hilfe von haarfeinen, elastischen Netzen haben sie sowohl 2019 als auch 2020 in jeweils einer Julinacht insgesamt 77 Tiere gefangen, vermessen, beringt und wieder in die Freiheit entlassen. So konnte festgestellt werden, dass 13 der 22 in Sachsen vorkommenden Fledermausarten den Crimmitschauer Wald zur Nahrungssuche nutzen.

Darunter waren häufigere Arten wie die Wasserfledermaus und das Braune Langohr aber auch Seltenheiten wie die Mopsfledermaus. Die beiden letztgenannten Arten besitzen sogar Wochenstuben im Crimmitschauer Wald. Auch eine der kleinsten Fledermausarten, die Zwergfledermaus, wurde nachgewiesen. Sie wiegt nur wenige Gramm und passt in eine Streichholzschachtel. Demgegenüber ist der Große Abendsegler mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm am Nachthimmel eher auffällig.

Wochenstuben sind Quartiere, in denen sich trächtige Fledermaus-Weibchen zusammenfinden, ihre Jungtiere zur Welt bringen und säugen. Während die Mütter die Quartiere zum abendlichen bzw. nächtlichen Jagdflug verlassen, bleiben die Jungtiere in der Wochenstube zurück und wärmen sich gegenseitig. Je nach Fledermausart können sich Wochenstuben in Baumhöhlen, hinter abstehender Borke toter Bäume, in Dachstühlen oder in Mauerritzen befinden.

Nur bekannte Quartiere können bewusst geschützt werden. Und so trägt die Fledermausforschung zum Artenschutz bei. Denn alle Fledermausarten in Deutschland sind mehr oder weniger stark gefährdet und stehen unter einem strengen gesetzlichen Schutz. Ihre Nahrungsquelle, die Insekten, und geeignete Verstecke und Ruheorte werden weniger. Strukturreiche Wälder mit Teichen, angrenzendem Grünland und Gärten bieten Fledermäusen optimalen Lebensraum.

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Pressestelle Stadt Chemnitz