Gedenken an die Reichspogromnacht 1938
Veranstaltungen zum Gedenken an die Reichspogromnacht
Die Nacht vom 9. November 1938 gehört zu den schrecklichsten Momenten der deutschen Geschichte. In ganz Deutschland begingen Faschisten systematisch brutale Gewalttaten an Jüdinnen und Juden, zerstörten Geschäfte und Synagogen.
Die Nacht markiert den Wendepunkt von der Diskriminierung hin zu Deportation und Ermordung. Auch in Chemnitz fanden in dieser Nacht brutale Übergriffe auf Juden statt und auch die Chemnitzer Synagoge auf dem Stephanplatz wurde zerstört.
Die Stadt Chemnitz erinnert mit verschiedenen Veranstaltungen jährlich um den 9. November an dieses Ereignis.
Flyer 2025
Stolpersteinverlegung
5. November 2026 ab 9 Uhr
Mit bereits 379 Stolpersteine, eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes in Chemnitz verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig initiierte das Projekt 1993 in seiner Heimatstadt. Am 5. November werden neue Steine in Anwesenheit von Angehörigen, Paten und Interessierten verlegt.
Ein Erinnerungsprojekt unter Leitung der AG Stolpersteine in Zusammenarbeit mit dem Historiker Dr. Jürgen Nitsche und dem kriminalpräventiven Rat sowie VVN-BdA und Buntmacher*innen.
mehrGedenken an die Opfer der Reichspogromnacht
9. November 2026 um 11 Uhr
Ort: Gedenkstele, Stephanplatz, 09112 Chemnitz
Die Stadt Chemnitz lädt gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Chemnitz zur Kranzniederlegung mit Reden und Musik ein.
Es sprechen Oberbürgermeister Sven Schulze, Landtagspräsident Alexander Dierks, Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und Hannah Allen, Nachfahrin der jüdischen Chemnitzer Familie Magen.
Hinweis zu Straßensperrungen:
Auf Grund des Gedenkens an der Stele am Stephanplatz wird die Reichsstraße am Montag, dem 9. November, von 10:30 bis ca. 12:15 Uhr zwischen Zwickauer Straße und Weststraße komplett gesperrt. Eine Umfahrung ist über die Weststraße – Zwickauer Straße oder alternativ über die Barbarossastraße möglich. Die Polizei sichert die Veranstaltung zusätzlich operativ ab. Veränderungen im Busbetrieb gibt die CVAG gesondert bekannt.
Stolpersteine und Lichterwege
9. November 2026 ab 16 Uhr
Ort: ganzes Stadtgebiet
Die Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind eingeladen in Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft die Chemnitzer Stolpersteine zu putzen und zu beleuchten. Mit der Aktion wird ein Zeichen gegen das Vergessen in der gesamten Stadt gesetzt.
Wer sich beteiligen möchte, kann sich bis zum 20. Oktober per E-Mail (info@buntmacherinnen.eu) bei den Buntmacher*innen melden.
Alle Standorte der Stolpersteine sind auf www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. Auf dieser Seite werden auch die Fotos der Aktionen veröffentlicht, ebenso in sozialen Kanälen der Stadt Chemnitz und der Buntmacher*innen mit dem Hashtag #lichterwege.
Eine Veranstaltung der AG Stolpersteine und der Buntmacher*innen. Die Veranstaltung ist öffentlich.
Ein Abend im Gedenken an die Novemberpogrome 1938
9. November, 18:30 Uhr
Ort: Hartmannfabrik, Fabrikstraße 11, 09111 Chemnitz
Mit den Worten “die deutschen Vorgänge sind tiefstes Mittelalter” kommentiert der jüdische Fabrikant Karl Goeritz in einem Brief vom 16. November 1938 an den weltberühmten Geiger Bronisław Huberman die Vorgänge in Deutschland. Zum Abschluss der diesjährigen „Lichterwege“ widmet sich eine Veranstaltung in der Hartmannfabrik den schrecklichen Ereignissen jener Herbst- und Wintertage vor nunmehr achtundachtzig Jahren, der „Katastrophe vor der Katastrophe“. Augenzeugenberichte und Zeitzeugnisse werden dabei mit lange verloren geglaubten
Originalaufnahmen jüdischer Plattenfirmen in Berlin in eine spannungsreiche und erschütternde Relation gebracht. Stella Maria Adorf, deren Großmutter eine enge Freundschaft mit Karl Goeritz verband, wird zu Gast sein.
Eine Kooperation des Buntmacher*innen e.V. und der Stadt Chemnitz im Rahmen des Themenjahres „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“. Gefördert durch die Kulturförderung der Stadt Chemnitz und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
AUSSTELLUNGEN
„Jiskor – für jedes Kind eine Perle“
11. Oktober bis 22. November 2026
Ort: Stadt- und Marktkirche St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1, 09111 ChemnitZ
Die Installation der Schweizer Künstlerin Eve Stockhammer erinnert mit einem Vorhang aus 1,5 Millionen Glasperlen an die unzähligen Kinder, die während der nationalsozialistischen Verfolgung ihr Leben verloren.
„Erfolgsspuren. Jüdische Unternehmer in Chemnitz“
5. Juni 2026 – 22. August 2027
Ort: Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz
Die Ausstellung beleuchtet das Wirken jüdischer Unternehmer, deren Innovationsgeist und Engagement die industrielle Entwicklung der Stadt Chemnitz prägten – bis ihr Beitrag durch Enteignung und Verfolgung im Nationalsozialismus gewaltsam beendet wurde.
Einblicke - Jüdisches Leben heute in Sachsen
3. November - 13. November 2026
Eröffnung, 3. November 2026 15 Uhr
Ort: Rathaus Chemnitz, Markt 1, Ausstellungsraum
Montag bis Donnerstag 8-18 Uhr, Freitag 8-16 Uhr
Drei renommierte sächsische Fotografen haben sich mit jüdischem Leben in Sachsen auseinandergesetzt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit präzisem Blick und Empathie haben sie Menschen, Orte und Momente festgehalten. Ihre Fotografien geben Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens in Sachsen.
Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945
09. November – 18. November 2026
Ort: Technische Universität Chemnitz, Hörsaalgebäude C10, Reichenhainer Str. 90, Chemnitz
09.11.26, 14:00-15:00 Uhr
Eröffnung und Vortrag von Dr. Ramona Bräu-Herget (Arolsen Archives)
Die Ausstellung „Festgehalten“ zeigt ausgewählte Fotografien der Deportationen von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie von Opfern der NS-„Euthanasie“. Zu sehen sind auch die Täter:innen und Zuschauer:innen, die bei den Deportationen anwesend waren. Denn Deportationen waren sichtbar. Sie fanden am helllichten Tag statt. Viele Menschen entschieden sich, bei der Verschleppung ihrer Nachbar:innen zuzusehen und oftmals auch mitzuwirken.
Jetzt erst recht! Die Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde Chemnitz
24. November 2026 bis 14. Januar 2027
Ort: Rathaus Chemnitz, Ausstellungsraum, Markt 1, 09111 Chemnitz
Am 7. September 1945 gründeten 18 jüdische Überlebende in Chemnitz die Jüdische Gemeinde neu. Nur wenige Monate nach dem Ende des Nationalsozialismus und der Shoah setzten sie damit ein Zeichen für den Neuanfang.
Die Ausstellung erinnerte an diese Menschen und ihren Mut, trotz Verfolgung, Verlust und Zerstörung jüdisches Leben in Chemnitz wieder aufzubauen. Dokumente und Fotografien zeigten die Entstehung einer neuen Gemeinschaft, getragen von Solidarität, Glauben und dem Wunsch nach einem sicheren Zuhause.
WEITERE VERANSTALTUNGEN
„Die Feuerprobe – Novemberpogrom 1938“
12. November 2026 – 18 Uhr
Dokumentarfilm BRD
1988; Regie: Erwin Leiser / Vera Leiser – 80 Minuten
Ort: Veranstaltungssaal im TIETZ (Moritzstr. 20, 09111 Chemnitz)
Erwin Leiser, der als 15jähriger die Novemberpogrome in Berlin erlebte und Anfang 1939 nach Schweden flüchten konnte, beschränkt sich in seinem Film nicht auf die wenigen spärlichen Dokumentaraufnahmen aus der damaligen Zeit. In einer äußerst gründlichen Recherche ist es ihm gelungen, eine Reihe interessanter Zeitzeugen zu finden und zu interviewen. Durch die Verbindung von historischen Aufnahmen und Texten mit der Schilderung persönlicher Erlebnisse durch die Zeitzeugen verliert die Tragödie ihre Anonymität und wird dadurch für den Zuschauer besonders eindringlich und deutlich.
Eine Kooperationsveranstaltung des Buntmacher*innen e.V. und der Stadtbibliothek Chemnitz als Teil des Themenjahres „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“. Gefördert durch den Lokalen Aktionsplan für Demokratie, Toleranz und ein weltoffenes Chemnitz, im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, durch den Landespräventionsrat des Freistaates Sachsen.
Versuch über meinen Großvater
14. November 2026 – 20 Uhr
Ort: Figurentheater Chemnitz
Spinnbau, Altchemnitzer Straße 27, 09120 Chemnitz
Ein Rechercheprojekt des Figurentheaters Chemnitz
Des Schweigens und der Leerstellen in ihrer Familie überdrüssig, begibt sich Frida auf die Spur ihres Großvaters. Sie rekonstruiert seine Biografie anhand von Familienerzählungen, Fotoalben und Stimmen von Zeitzeugen. Ihr Großvater lebte bis 1938 als angesehener Distriktarzt nahe Reichenberg (heute Liberec). Später geriet er zunehmend in den nationalsozialistischen Strudel und wurde 1942 als „Seuchenspezialist“ nach Lemberg (heute Lviv) berufen. Nach dem Krieg folgten Verhaftung, Prozess und der Verlust seiner Heimat. Die Inszenierung verbindet biografisch-dokumentarisches Material und beleuchtet die deutsche Geschichte sowie ihre Nachwirkungen aus familiengeschichtlicher Perspektive.
Tickets unter: www.theater-chemnitz.de/spielplan
Streifzug durch die Stadtgeschichte mit jüdischer Perspektive
20. November 2026 – 17 Uhr
Ort: Schloßbergmuseum, Schloßberg 12, 09113 Chemnitz
Die Ausstellung erzählt die Geschichte Chemnitz vom 12. bis ins 20. Jahrhundert und die Führung stellt dabei das Leben und Wirken jüdischer Chemnitzer und Chemnitzerinnen in den Mittelpunkt.
Jüdische Unternehmer, Bürger und Arbeitssuchende prägten die Entwicklung der Industriestadt und trugen zur Entstehung wichtiger Einrichtungen bei. Die nationalsozialistische Diktatur zerstörte dieses jüdische Leben, und auch der Neuanfang nach 1945 war für die Überlebenden und Rückkehrenden schwierig.
Rückblick auf vergangene Stolperstein-Putzaktionen
Aktion 2023
Aktion 2022
Aktion 2021