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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 766

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

Kranzniederlegung an der Stele am Stephanplatz am 9. November, 15 Uhr – Weitere Veranstaltungen rund um den Gedenktag

Am Sonntag, dem 9. November, 15 Uhr erinnert die Stadt Chemnitz an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 und an die während der faschistischen Gewaltherrschaft ermordeten sechs Millionen jüdischen Menschen. Oberbürgermeister Sven Schulze legt an der Stele am Stephanplatz, dem früheren Standort der Chemnitzer Synagoge, einen Kranz nieder.

Grußworte sprechen außerdem Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, und Herbert Lappe, Nachfahre einer jüdischen Chemnitzer Familie. Der Chor der Jüdischen Gemeinde Chemnitz gestaltet die Gedenkveranstaltung musikalisch.

Die Veranstaltung ist öffentlich, Vertreter:innen der Medien sind ebenfalls eingeladen.

Straßensperrung

Für die Gedenkveranstaltung wird die Reichsstraße am Sonntag, dem 9. November, von 14.30 bis ca. 16 Uhr zwischen Zwickauer Straße und Weststraße komplett gesperrt. Eine Umfahrung ist über die Weststraße – Zwickauer Straße bzw. über die Leipziger Straße – Hartmannstraße – Theaterstraße – Falkeplatz – Zwickauer Straße möglich. Die Polizei sichert die Veranstaltung zusätzlich operativ ab. Veränderungen im Busbetrieb gibt die CVAG gesondert bekannt.

Weitere Veranstaltungen

Synagoge Chemnitz Foto: Archiv Schloßbergmuseum

Die Nacht vom 9. November 1938 gehört zu den schrecklichsten Momenten der deutschen Geschichte. In ganz Deutschland begingen Faschisten systematisch brutale Gewalttaten an Juden, zerstörten Geschäfte und Synagogen. Die Nacht markiert den Wendepunkt von der Diskriminierung hin zu Deportation und Ermordung. Auch in Chemnitz fanden in dieser Nacht brutale Übergriffe auf Juden statt und auch die Chemnitzer Synagoge auf dem Stephanplatz wurde zerstört. Neben der Kranzniederlegung am Sonntag erinnert die Stadt Chemnitz mit weiteren Veranstaltungen an dieses Ereignis:


Samstag, 8. November, und Freitag, 5. Dezember, jeweils 20 Uhr
Theaterprojekt zur Geschichte der Kindertransporte 1938/1939: „Wir werden nachkommen“
Ort: Theater Chemnitz, Spinnbau – Figurentheater, Altchemnitzer Str. 27

Die Theater Chemnitz thematisieren mit der Inszenierung des Figurentheaters „Wir werden nachkommen“ die sogenannten Kindertransporte, mit denen vor allem jüdische Kinder und Jugendliche aus Chemnitz und Deutschland ins (zunächst) sichere Ausland gebracht wurden. Die ersten Züge fuhren Ende November 1938 von Berlin nach England, weitere Länder folgten. Das Stück nähert sich der Verfolgung durch das NS-Regime und dem System der Kindertransporte aus historisch-biografischer Perspektive und erzählt diesen Teil europäischer Geschichte aus Sicht von drei Kindern, deren Blick auf die Welt von damals noch weit ins Heute wirkt.

Samstag, 8. November, 19 Uhr
Vortrag des Historikers Dr. Wolfgang Niess: „Der 9. November. Die Deutschen und ihr Schicksalstag“
Ort: Hartmannfabrik, Fabrikstraße 11
Die Teilnahme ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Kapazität wird um Anmeldung bis zum 7. November über das Beteiligungsportal unter: www.chemnitz.de/niess gebeten.

Wolfgang Niess Foto: Joerg Eckhardt

Die Revolution von 1918/19, der Hitlerputsch 1923, die Pogromnacht von 1938, das Attentat von Georg Elser auf Adolf Hitler und die friedliche Revolution von 1989 – all diese Ereignisse sind mit dem 9. November verknüpft. In diesem „Schicksalstag“ spiegelt sich mehr als in jedem anderen Tag des Jahres das deutsche 20. Jahrhundert mit all seinen Verwerfungen und Widersprüchen.

Der Historiker, Autor und Moderator Dr. Wolfgang Niess erzählt, was jeweils geschah und beschreibt den Kampf um die Erinnerung.



Sonntag, 9. November, 11 Uhr
Führung über den jüdischen Friedhof Chemnitz
Treffpunkt: Am Laubengang 13

Gästeführer Udo Mayer lädt Interessierte ein, bei einer Führung mehr über den jüdischen Friedhof zu erfahren. Die Führung dauert ca. 1,5 Std., die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Spende für den Erhalt der historischen Grabsteine wird gebeten. Männliche Besucher werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
 

Sonntag, 9. November, ab 16 Uhr
Lichterwege
Ort: Beginn Stephanplatz, anschließend stadtweit

Lichterwege 2023 Foto: Georgius-Agricola-Gymnasium

Am 9. November 2025 werden wie in den vergangenen Jahren die Chemnitzer Stolpersteine anlässlich des Gedenktages gereinigt und bedacht. Alle 360 Stolpersteine, die in Chemnitz an den letzten Wirkungs- oder Wohnstätten der Opfer verlegt worden sind, werden in der von den Buntmacher:innen initiierten Aktion Lichterwege geputzt. Mehr als 100 Privatpersonen, darunter Pat:innen von Stolpersteinen, aber auch Vereine und Institutionen unterstützen das Vorhaben und sind an dem Tag unterwegs, um Stolpersteine zu putzen. Sie werden an diesem Tag die Stolpersteine reinigen und eine Kerze aufstellen.

Alle Standorte der Stolpersteine sind auf www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. Fotos der Putzaktionen werden auf den sozialen Kanälen der Stadt Chemnitz und der Buntmacher:innen mit dem Hashtag #lichterwege veröffentlicht.

Eine öffentliche Veranstaltung der AG Stolpersteine und der Buntmacher:innen.


Sonntag, 9. November, 19 Uhr
Musikalische Lesung im Gedenken an die Novemberpogrome 1938: „Erich Kästner „…und die Katastrophe kam.“
Ort: Hartmannfabrik, Fabrikstraße 11

Kriegsgefahr droht immer, weil der Mensch so ist, wie er ist. Diese Befürchtung hat Kästner zeitlebens in Worte gefasst. In Rezitation und Gesang setzen Johannes Göbel und Martin Mock einen inneren Dialog Kästners in Gang, indem sie seinen Tagebuchnotizen aus der Endphase des
Zweiten Weltkrieges Gedichte des Autors aus den Jahren 1929 bis 1947 gegenüberstellen, die von Martin Mock vertont wurden – Appelle und Mahnungen treffen auf sich wiederholende Realität.

Eine öffentliche Veranstaltung der Buntmacher:innen.

Alle Veranstaltungen auch unter www.chemnitz.de/gedenken9november zu finden.