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Stolpersteine

Es ist ein Projekt gegen das Vergessen: 176 „Stolpersteine“ lassen bisher in Chemnitz Menschen innehalten. Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Mitbürgern, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. 10 mal 10 cm kleine Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten frei gewählten Wohn- oder Wirkungsstätten.
 

Verlegung am 30. Mai 2017

Andréstraße 43

Stolpersteine Johanna und Wolfgang Zuer Bild vergrößern

An diesem Ort lebte die jüdische Familie Zuer. Nach dem Tod ihres Ehemannes David Zuer 1929 verzog Johanna Zuer (geb. Brinitzer, 1886) 1933 mit ihrem Sohn Wolfgang Zuer (geb. 1921) nach Gera. Beide wurden von dort am 10.5.1942 in das Ghetto Belzyce deportiert und ermordet.

Paten: Dieter Nendel (Gera), Schüler und Lehrer des Georgius-Agricola-Gymnasiums Chemnitz
 

 

Weststraße 24

Stolpersteine Familie Salgo Bild vergrößern

Lilly Salgo (geb. 1918, verheiratete Katz) wohnte hier mit ihren Eltern, bevor sie im Alter von 18 Jahren nach Berlin umzog. Ihr gelang die Flucht in die USA, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte und eine Familie gründete. Sie verstarb 2013 in Florida. Zwei Stolpersteine erinnern hier bereits an die Eltern Ludwig und Laura Salgo, die nach der Deportation 1942 im Ghetto Belzyce ermordet wurden.

Pate: Dr. Detlef Thierig
 

 

Hübschmannstraße 12

Stolpersteine Familie Muschinsky Bild vergrößern

Mendel Schmul Muschinsky (geb. 1889) und seine Ehefrau Louisa Rochla Muschinsky (geb. Schneider, 1889) wurden am 28. Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen und lebten fortan in dem Ghetto Łomża. Nach dessen Auflösung wurden sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie am 20. Januar 1943 ermordet wurden. Ihre Söhne hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Pate: Peter Muschinsky (Verwandter aus Dänemark)
 

 

Schumannstraße 8

Stolpersteine Familie Magen Bild vergrößern

Die hier einst wohnhafte Familie des Apothekers Dr. Kurt Magen (geb. 1882), damaliger Inhaber der Chemnitzer Adler-Apotheke, verzog 1937 nach Dresden, nachdem sie das Geschäft nicht mehr halten konnte. Tochter Anneliese Magen (geb. 1920) gelang 1938 die Flucht nach England. Dr. Kurt Magen wurde im Januar 1942 verhaftet und kam im Polizeigefängnis Dresden am 23.05.1942 unter nie geklärten Umständen zu Tode. Sohn Claus Magen (geb. 1923) misslang 1942 der Fluchtversuch in die Schweiz. Er wurde nach Auschwitz deportiert und am 16.8.1942 ermordet. Ehefrau Erna (geb. Hinzelmann, 1898) und Tochter Stephanie (geb. 1925) erlitten 1943 ebenfalls die Deportation nach Auschwitz. Sie begingen dort am 3.3.1943 die Flucht in den Tod.

Paten: Beate Legler, Johanna Güther, Doreen Vogt (Drehbach), Eva-Maria Vogt (Drehbach), Martina Lange (Hohenstein-Ernstthal)
 

 

Clausstraße 64

Stolpersteine Familie Häusler Bild vergrößern

Die fünfköpfige Familie Häusler wurde von ihrem Wohnort in der Chemnitzer Clausstraße im Rahmen der sogenannten „Polenaktion“ 1938 nach Bentschen (Zbaszyn) in Polen ausgewiesen. Chaim Häusler (geb. 1891), seine Ehefrau Frieda Ella Häusler (geb. Weissbach, 1899), die Kinder Toni Jetti Häusler (geb. 1923), Isidor Häusler (geb. 1924) und Siegfried Häusler (geb. 1929) wurden im besetzten Polen ermordet.

Patin: Prof. Christine Krüger (Berlin)
 

 

Bernhardstraße 34

Stolperstein Alfred Richard Johst Bild vergrößern

Der im kommunistischen Widerstand aktive Bauarbeiter Alfred Richard Johst (geb. 1903), KPD-Mitglied, wurde 1933 aus der Haft in der Gefangenenanstalt Hoheneck in die Heil- und Pflegeanstalt Waldheim „verlegt“, wo er am 29.1.1935 den Tod fand.

Patin: Dr. Elke Scherstjanoi (Berlin)
 

 

Lessingplatz 12

Stolpersteine Familie Weidberg Bild vergrößern

Bis 1939 Wohnort der Familie Weidberg: Heinrich Weidberg (geb. 1891), seine Ehefrau Ida Weidberg (geb. Grünfeld, 1892) und die Töchter Alice (geb. 1925) und Edith (geb. 1920).

1939 floh Heinrich Weidberg nach Wien. Tochter Edith gelang die Flucht nach England. Nachdem Ida Weidberg mit Tochter Alice mehrfach vergeblich versuchte, über Holland zu fliehen, folgten sie schließlich dem Ehemann bzw. Vater 1940 nach Wien. Alle drei wurden 1941 nach Kowno (Litauen) deportiert und im IX. Fort am 29.11.1941 getötet.

Paten: Katharina Weyandt, Gabriele und Eckart Roßberg, Michael Lauer (Dillingen)
 

 

Zietenstraße 85

Stolperstein Robert Reiher Bild vergrößern

Als Mitglied der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas wurde der Chemnitzer Robert Reiher (geb. 1902) mehrfach in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert. Zuletzt kam er 1942 nach Dachau und wurde dort am 25.9.1942 ermordet.

Pate: Marcel Plönzke
 

 

Bornaer Straße 24

Stolperstein Gerhard Petzold Bild vergrößern

Gerhard Petzold (geb. 1924) wurde im Alter von 7 Jahren auf Grund gesundheitlicher Probleme in die Landeserziehungsanstalt Altendorf eingewiesen. Mit der Auflösung der Pflegeabteilung wurden 300 Kranke mit Sammeltransporten in die Landesanstalt Arnsdorf verlegt – so am 31.5.1940 auch Gerhard Petzold. Am 30.7.1940 kam er im Rahmen der „Aktion T4“ in die »Euthanasie«-Anstalt Pirna-Sonnenstein und wurde dort getötet. 

Paten: Familie Hartung (Verwandte)
 

 
 
 

Verlegung am 20. September 2016

Zur Verlegung von 23 neuen »Stolpersteinen« am 20. September reisten neben anderen internationalen Gästen auch der US-Amerikaner Charles G. Moerdler, ein jüdischer Emigrant, nach Chemnitz. Der angesehene New Yorker Anwalt und Partner bei der renommierten Wallstreet-Kanzlei Stroock & Stroock & Lavan übernimmt mit weiteren kanadischen und israelischen Verwandten die Stolperstein-Patenschaft für seine vom NS-Regieme terrorisierten Angehörigen der Familien Mördler und Brandwein. An den Vater des Anwalts, Hermann Mördler, erinnert künftig ein Stolperstein an der Annenstraße 18. Dort, vor dem letzten Lebensmittelpunkt der Familie, wird auch je ein Denkstein an das Schicksal von Rosa und David Mördler sowie an das von Mendel und Minna Brandwein erinnern.

Interview mit Charles G. Moerdler   (Amtsblatt-Auszug vom 14.09.2016)

Verlegeorte am 20. September 2016:

Hohe Straße 9

Stolperstein für Leo Elend Bild vergrößern

Leo Elend (*29.4.1896 - † 7.3.1939) war Lehrer und Leiter der Jüdischen Sonderklassen in Chemnitz. Er wurde 1938 berufen, die Jüdischen Sonderklassen in Chemnitz zu leiten. Die Lehrerfamilie wohnte zunächst im Israelitischen Gemeindeamt, Hohe Straße 9. Während des Novemberpogroms 1938 wurde er in »Schutzhaft« genommen und in das KZ Buchenwald verschleppt. Als ehemaliger Weltkriegsteilnehmer durfte 1938 wieder nach Chemnitz zurückkehren. Dort strich die Schulbehörde der Israelitischen Gemeinde die Mittel für die Sonderklassen. Dem beschäftigungslosen Lehrer wurden alle Vermögenswerte gesperrt.

Leo Elend litt an seiner ausweglosen Lage so stark, dass er am Abend des 7. März 1939 freiwillig aus dem Leben schied. Er wurde am 14. März auf dem Gemeindefriedhof beigesetzt.

Pate: Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Arbeitskreis Chemnitz
 

 

Agricolastraße 2

Stolperstein für Adolf Pakulla Bild vergrößern

Adolf Gustav Pakulla (*14.4.1892) - der Kaufmann, Fabrikant und Inhaber einer Trikotagenfabrik wohnte in Chemnitz in der Agricolastraße 2, bevor er in »Judenhäusern« leben musste. Nach 1939 war er stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Kultusvereinigung in Chemnitz.  Mit dem Transport vom 8.9.1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert.

Von dort brachten die Nazis ihn am 29.1.1943 nach Auschwitz, wo er den Tod fand.

Pate:  Georgius-Agricola-Gymnasium
 

 

Ricarda-Huch-Straße 18, (einst St. Privatstraße 18)

Stolperstein für Ruth Speck Bild vergrößern

Ruth Speck (*20.8.1919) ist eines von nahezu 700 Opfern der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Verbrechen in Chemnitz. Ruth Speck, lebte mit ihrer Mutter Martha, die als Pflegerin im Krankenhaus an der Zschopauer Straße arbeitete, in der St. Privatstraße 18. Nach der Kindergarten- und Hilfsschulzeit traten bei Ruth ernsthafte gesundheitliche Probleme auf. Seit 1933 war Ruth in der Landeserziehungsanstalt Altendorf in Pflege. Als im Mai 1940 beschlossen wurde, die Pflegeabteilung aufzulösen, wurden 300 Kranke mit Sammeltransporten in die Landesanstalt Arnsdorf verlegt – so am 31.5.1940 auch Ruth Speck. Im Rahmen der nationalsozialistischen Krankentötungsaktion hatte die so genannte »Gemeinnützige Transport-GmbH« längst begonnen, auch aus der Landesanstalt Arnsdorf Patienten  zu verlegen. Ruth Speck wurde am 31.7.1940  in die »Euthanasie«-Anstalt Pirna-Sonnenstein gebracht und getötet.

Pate: Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Matthäus
 

 

Rudolf-Krahl-Straße 32, (einst Burgstraße 32)

Stolpersteine für Gertrud, Karl und Edgar Beck Bild vergrößern

Gertrud Beck, Karl Beck und Edgar Beck - als Mitglieder einer jüdischen Kaufmannsfamilie ist jedem von ihnen ein Stolperstein an der Rudolf-Krahl-Straße 32 (früher Burgstraße) gewidmet. Hier war ihr letzter Wohnort. Gertrud Schauber (* 17.12.1896), die erste Gattin von Rudolf Beck, die von 1934 bis 1938 Sekretärin des  Rabbiners Dr. Hugo Fuchs war, wurde mit ihren Söhnen Karl und Edgar am 21. Januar 1942 von Leipzig in das Ghetto Riga deportiert und gilt seitdem als verschollen. Die Familie von Karl Beck (* 15.7.1867 – † 23.6.1923) war 1905 über Leipzig nach Chemnitz gekommen. Ursprünglich stammte sie aus Prag. In Chemnitz, an der Hartmannstraße 40, setzte Karl Beck seine Tätigkeit als Händler mit Rohprodukten Altmetallen und Altglas fort. In der Ehe von Karl und Anna Beck wurden acht Kinder geboren – darunter Rudolf (* 10. 6.1896 - † 5.3.1964) dessen erster Ehefrau, Gertrud, nun ebenfalls mit einem Stolperstein gedacht wird.

Pate: Simon Beck (Schweiz)
 

 

Theaterstraße 36a, (einst Äußere Klosterstraße 3)

Stolpersteine für Markus, Jacheta und Mally Rosenfeld Bild vergrößern

Der Händler Markus Rosenfeld (*27.11.1877) lebte seit 1911 in Chemnitz mit seiner Frau Jacheta Rosenfeld (geb. Kessler). Am 28.12.1912 wurde ihre Tochter Amalie (gen. Mally) geboren. Markus Rosenfeld handelte mit Weiß- und Galanteriewaren. Seine Ehefrau war Inhaberin eines Wirkwarengeschäftes. Die Familie lebte im Haus Äußere Klosterstraße 3.
Mally Rosenfeld besuchte die Höhere Mädchenbildungsanstalt in Chemnitz. Am 25.5.1934 vermählte sie sich mit dem aus Amsterdam stammenden Kaufmann Morice van Voolen.
Die Eheleute zogen dahin. Im Jahre 1939 konnten ihre Eltern nach Holland emigrieren. 1943 wurden Markus und Jacheta Rosenfeld im Lager Westerbork interniert und am 28.5.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Mally van Voolen (*28.12.1912 - † 3.9.1943) wurde ebenfalls nach Westerbork verschleppt. Ihr Leben endete am 3. September 1943 in Auschwitz. 

Pate: Rabbiner Edward van Voolen (Niederlande)
 

 

Zöllnerstraße 6

Stolpersteine für Hermann, Kurt, Judith und Ruth Jungmann Bild vergrößern

Der Lehrer und Kantor Hermann Jungmann (*geb. 6.4.1879) kam 1939 nach Chemnitz, wo er Leiter der neu eröffneten Privaten Jüdischen Volksschule wurde. Er gab Unterricht in den Räumen der Jüdischen Kultusvereinigung im Hintergebäude des Hauses Zöllnerstraße 6 und auf dem Jüdischen Friedhof. Zwar beabsichtigten er und seine Frau Paula in die USA auszuwandern, doch blieben beide in Chemnitz, um die Schule aufrechtzuerhalten. Hermann und Paula Jungmann wurden am 13. Juli 1942 in ein Ghetto im besetzten Polen deportiert und dort ermordet. Die Jungmanns hatten mehrere Kinder, darunter Kurt Jungmann (*15.5.1906 - † 16. Juli 1942).  Der Landarbeiter war am 18. Juni 1938 im Zuge der Aktion »Arbeitsscheu Reich« verhaftet und nach Sachsenhausen gebracht worden. Am 30. März 1942 deportierten ihn die Nazis in das KZ Groß-Rosen, wo er am 16. Juli 1942 starb. Seine Schwester, die Krankenpflegerin Judith Jungmann (*25.1.1917 – † 22.10.1942) wurde am 19. Oktober 1942 von Berlin aus in das Ghetto Riga deportiert, wo sie am 22. Oktober 1942 starb. Auch Ruth Jungmann, verh. Moratz  (*4.2.1908), wurde von Berlin aus am 14. Oktober 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt.

Paten: Michael Leutert , Rico Keller sowie Tabea und Jürgen Martin
 

 

Münchner Straße 31

Stolperstein für Curt Schubert Bild vergrößern

Curt Schubert, Jahrgang 1897, war zur Zeit des NS-Regimes KPD-Mitglied und im Widerstand. Er arbeitete mit der Gruppe Ernst Enge gegen den Krieg und leistete Unterstützung von russischen Zwangsarbeitern. Er wurde deshalb im September 1944 von der Gestapo verhaftet und am 11. April 1945 in Waldheim zum Tode verurteilt. Es kam nicht mehr zum Vollzug, da die  alliierten Armeen bereits in Waldheim standen, wurde Curt Schubert befreit wurde. Nach Kriegsende, in der Nacht vom 29. zum 30. Juni 1946 wurde Curt Schubert in der Nähe des Wißmannhofes ermordet.

Patin: Marga Simon
 

 

Annenstraße 18

Stolpersteine für David, Rosa, Hermann Mördler sowie Erna Anna und Minna Brandwein Bild vergrößern

Der Kaufmann David Mördler (*3.5.1865 - † 28.7.1942) stammte aus Galizien und war verheiratet mit Reisel (gen. Rosa) Mördler (*18.10.1871). Das Paar hatte drei Kinder: Sara, Sophie und Hermann. 1909 zog die Familie nach Chemnitz. Hier führte David Mördler  in der Annenstraße 18 ein Geschäft für Strümpfe und Handschuhe. Später gründete er einen Strumpf- und Wirkwaren-Betrieb. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 bedeutete für die Familie den Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage. Zwischen 1934 und 1937 musste David Mördler das Geschäft aufgeben und anschließend seine Häuser zwangsweise verkaufen. Die Eheleute wurden 1939 gezwungen, mehrfach umzuziehen. Auch die Ausweisung als Staatenlose aus dem »Reichsgebiet« wurde ihnen angeordnet. Nach dem II. Weltkrieg wurde die Anweisung  ausgesetzt. Im Frühjahr 1940 erhielt das Ehepaar einen Platz im Jüdischen Altersheim am Antonplatz 15. David Mördler erkrankte in dieser Zeit und starb 28.7.1942. Seine Witwe wurde am 8. September 1942 gemeinsam mit den meisten Bewohnern des Altenheimes in das Ghetto Theresienstadt deportiert und drei Wochen später nach Treblinka verschleppt. Seitdem gilt Rosa Mördler als verschollen.

Hermann Mördler (*1903) war mit Erna Anna Brandwein (*1912) verheiratet. Sie war die Tochter von Mendel und Minna Brandwein, die bis 1913 in Gera wohnten. Hermann Mördler war ein engagiertes Mitglied der SPD und trat offen gegen das NS-Regime auf. Wenige Monate nach der nationalsozialistischen Machtübertragung 1933 verließ das Ehepaar das Land und ließ sich in Paris nieder. 1934 wurde dort ihr Sohn Charles geboren. Später floh die Familie nach Danzig, um von dort mit dem Schiff nach England zu gelangen. Hermann Mördler musste an Land bleiben und lebte später in Riga. Das letzte Lebenszeichen von ihm stammte aus dem Jahr 1940. Er wurde nach Kriegsende für tot erklärt. Seine Witwe verstarb am 8. Mai 1993.

Pate: Charles G. Moerdler (USA)
 

 

Moritzstraße 20, (einst Poststraße 31)

Stolpersteine für Berthold, Charlotte und Marion Steinberg Bild vergrößern

Der Chemnitzer Kaufmann Berthold Steinberg (*15.7.1903) und seine Ehefrau Charlotte Steinberg (*22.4.1909) bekamen am 16. Dezember 1930 ihre Tochter Marion Steinberg. Berthold Steinberg war seit 1930 Mitinhaber der Firma Burghardt & Becher, eine Handlung für Kochgeschirr und Haushaltsgegenstände. Das Geschäft hatte seinen  Sitz im Haus Poststraße 31, wo auch die Familie lebte. Die Familie war im Juli 1939 nach Frankreich ausgewandert. Die Eheleute und ihre Tochter wurden später verhaftet und in dem Sammellager Drancy interniert, von dort wurden sie am 9. September 1942 nach Auschwitz verschleppt. Nach Kriegsende wurden sie vom Kreisgericht Karl-Marx-Stadt I »für tot erklärt«.

Pate: Gary Samenfeld (USA)
 

 
 

Verlegung am 30. September 2015

Dresdner Straße 38, Georg-Landgraf-Forum

Stolpersteine für Ernst Heilmann, Karl Böchel und Georg Landgraf Bild vergrößern

Ernst Heilmann (geb. 1881), gebürtiger Berliner, übernahm in Chemnitz von 1909 bis 1915 die Leitung der sozialdemokratischen Volksstimme mit Sitz im Druck- und Verlagsgebäude in der Dresdner Straße 38. Er war bereits mit 17 Jahren der SPD beigetreten und vertrat diese später auch im Preußischen Landtag sowie von 1928 bis 1933 im Reichstag. Im Juni 1933 wurde er verhaftet und nach dem Aufenthalt in mehreren Konzentrationslagern sowie schweren Misshandlungen am 03.04.1940 im KZ Buchenwald ermordet.

Karl Böchel (geb. 1884), gebürtiger Koblenzer, kam 1919 nach Chemnitz, zunächst als Redakteur, von 1921 bis 1933 als Chefredakteur der Volksstimme. Er war von 1924–26 Stadtverordneter in Chemnitz, wurde 1926 Mitglied des Sächsischen Landtags. Bei der Besetzung des Landtagsgebäudes im März 1933 durch die SA wurde er schwer verletzt. Die Notbehandlung in einem Krankenhaus konnte er zur Flucht in die Tschechoslowakei nutzen. 1938 floh er nach Norwegen, wo er, schwer krank, am 28.02.1946 verstarb.

Paten: Dr. Stephan Pfalzer, Dr. Mike Schmeitzner (Dresden)
 
 

Dresdner Straße 178, Klinikum Chemnitz gGmbH

 

Henriette Frensdorf (geb. 1876) arbeitete bis Oktober 1930 als Oberschwester an der Nervenheilanstalt Chemnitz, zog im Februar 1943 zunächst noch in das Jüdische Alters- und Siechenheim am Antonplatz, bevor sie wenige Wochen später mit den letzten Bewohnern des Heims nach Theresienstadt deportiert und im Mai 1944 in Auschwitz ermordet wurde.

Richard Bretschneider (geb. 1899) kam als Patient 1933 in die Chemnitzer Nervenklinik. 1937 erfolgte seine Verlegung in die Landesanstalt Zschadrass. In der „Euthanasie“-Anstalt Pirna-Sonnenstein wurde er im Rahmen der „Aktion T4“ am 19.07.1940 ermordet.

Paten: Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Daniel Steinbach
 
 

Münchner Straße 61

Stolperstein für Eugen Simon Bild vergrößern

Eugen Simon (geb. 1877) musste 1939 von der Münchner Straße in eines der Judenhäuser von Chemnitz ziehen. Wie auch seine drei Geschwister, zu deren Gedenken bereits im Vorjahr Stolpersteine an der Bernsdorfer Straße 1 / Ecke Ritterstraße verlegt wurden, erlitt er das Schicksal der Deportation und Ermordung. Am 27. Februar 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er am 17. April den Tod fand.

Patin: Heidrun Schreiter

 

Zschopauer Platz 13

Stolperstein für Dr. Else Wolff Bild vergrößern

Dr. Else Wolff (geb. 1891), städtische Beamte, war als Stadtschulärztin in Chemnitz tätig. 1936 verzog sie von Chemnitz nach Leipzig. Am 10.05.1942 wurde sie im Rahmen eines großen Transportes in das Ghetto Belzyce deportiert und dort ermordet.

Patin: Katja Knop
 
 

Elsasser Straße 8, Peretz-Haus

 

Dem Kaufmann und Unternehmer Siegfried Peretz (geb. 1859) gehörte die in diesem Gebäude ansässige Strumpffabrik Siegfried Peretz. Nach dessen Enteignung im Jahr 1938 und folgenden Jahren der Demütigung setzten er und seine nichtjüdische Ehefrau Lina (geb. 1860 als Lina Aeberlein) am 3. Mai 1943 ihrem Leben ein Ende.

Ihr gemeinsamer Sohn Albert Peretz (geb. 1880) wurde 1942 bei den Polizeibehörden denunziert und verhaftet und kam nach einem Aufenthalt im Polizeigefängnis Chemnitz in das KZ Buchenwald. Am 27.11.1942 folgte die Deportation nach Auschwitz, wo er am 13.12. ermordet wurde.

Patin: Familie Mähler (Berlin)
 
 

Ahornstraße 32

Stolperstein für Hedwig Doerzbacher Bild vergrößern

Hedwig Doerzbacher (geb. 1883 als Hedwig Kohn), die Witwe des Chemnitzer Strumpffabrikanten Max Doerzbacher, erlitt ebenfalls das Schicksal der Deportation am 10.05.1942 in das Ghetto Belzyce und anschließender Ermordung. An der Stelle, wo einst das Haus Ahornstraße 32, zuletzt ein „Judenhaus“, stand, wurde bereits vor einigen Jahren ein Stolperstein verlegt.

Patin: Inge Schmidt (Stuttgart)
 
 

Heinrich-Beck-Straße 47

Stolpersteine Joachimsthal Bild vergrößern

Der Kaufmann Alfred Löser Joachimsthal (geb. 1877) und seine Ehefrau Elli (geb. 1885 als Elli Muhr) gehörten zu den am längsten in Chemnitz lebenden Juden. Am 10.05.1942 wurden die Eheleute in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert. Bei der Räumung des Ghettos durch die SS im Oktober 1942 wurden etwa 5300 Menschen ermordet, unter ihnen auch Alfred Löser und Elli Joachimsthal.

Paten: Schüler und Lehrer des Georgius-Agricola-Gymnasiums Chemnitz, MdB Detlef Müller
 
 

Heinrich-Beck-Straße 53

Stolperstein für Alfred Leder Bild vergrößern

Alfred Leder (geb. 1917), Sohn des jüdischen Unternehmer- und Kunstsammlerehepaars David und Lola Leder sowie Bruder des 1997 verstorbenen Schriftstellers Stephan Hermlin, lebte hier im Wohnhaus seiner Eltern. 1934 wanderte er nach Palästina aus, 1938 ging er nach England. Seit Oktober 1941 gehörte er der Royal Air Force an. Als Flugschüler kam er am 7. Januar 1943 bei einem Zusammenprall zweier Trainingsmaschinen in der Provinz Alberta (Kanada) ums Leben.

Pate: MdB Michael Leutert
 
 

Hoffmannstraße 58/60

Stolperstein für Benjamin Sigler Bild vergrößern

Im Alter von zwölf Jahren wanderte Benjamin Sigler (geb. 1922) in Begleitung seiner Eltern nach England aus und trat mit achtzehn Jahren der Royal Air Force bei. Bei einem Einsatz als Pilot kam er am 30.05.1942 ums Leben, als sein Flugzeug über Köln abstürzte.

Pate: Hendrik Malz Immobilien e. K. (Hausverwaltung)
 
 

Weststraße 73

Stolpersteine Muehlfelder Bild vergrößern

Die Witwe des zweiten Chemnitzer Rabbiners, Gerta Mühlfelder (geb. 1853 als Gerta Lipmann), zog 1941 von ihrem Wohnhaus in der Weststraße 73 in das Jüdische Altersheim. Am 21. Juni 1943 wurde die blinde und taube 90-jährige Frau nach Theresienstadt deportiert und verstarb dort am 19.07.1943.

Ihre beiden Kinder, Amon Mühlfelder (geb. 1882) und Therese Schwartz (geb. 1882 als Therese Mühlfelder), kamen 1941 zwangsweise in ein Judenhaus. Amon Mühlfelder wurde am 13.07.1942 in Richtung Osten, seine Schwester am 10.05.1942 in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert. Beide wurden nach ihrer Deportation ermordet.

Paten: MdL Alexander Dierks, Gisela Flämig, Evangelisches Pfarramt St.-Nikolai-Thomas
 
 

Hübschmannstraße 19

Stolpersteine für Max Moses und Elise Löwenstein Bild vergrößern

In der 1910 erbauten „Kyffhäuserburg“ wohnten Max Moses Löwenstein (geb. 1871) und seine Ehefrau Elise (geb. 1869 als Elise Michaelis). Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde Max Moses Löwenstein nach Buchenwald deportiert und dort schwer misshandelt. Er starb wenige Monate nach seiner Rückkehr nach Chemnitz am 14.07.1939

Elise Löwenstein wohnte zuletzt in dem jüdischen Altersheim. 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und verstarb dort am 5.12.1942.

Paten: Anne Kubin, Dirk Landmann, Frank Hartmann
 
 

Helenenstraße 42 (heute Walter-Oertel-Straße)

Stolperstein für Gilel Reiter Bild vergrößern

Gilel Reiter (geb. 1878) erlitt während der „Schutzhaft“ 1938 in Buchenwald schwere Misshandlungen. Dem schwer nierenkranken Familienvater wurde jede medizinische Hilfe versagt und er verstarb qualvoll am 18.02.1944 in Chemnitz. Seine als illegal geltende Beisetzung auf dem Jüdischen Friedhof in Altendorf wurde von der Familie unter größten Schwierigkeiten im Winter organisiert.

Pate: Reuwen Reiter (Israel), Sohn
 
 

Kaßbergstraße 22a

Stolpersteine für Jacob Ralf Götz, Dina van Voolen und Israel van Voolen Bild vergrößern

Der einst hier wohnhafte Jacob Ralf Götz (geb. 1913) gehörte der Kaufmannsfamilie an, die das ehemalige jüdische Kaufhaus der Gebrüder Böhm übernommen hatte. Nach einer „Schutzhaft“ 1938 gelang ihm 1939 die Flucht nach Holland. Er lebte 1942/43 im Untergrund, bis er von Nachbarn denunziert und am 19.10.1943 nach Auschwitz deportiert wurde. Am 31.03.1944 wurde er dort ermordet.

Seine verwitwete Mutter Dina van Voolen (geb. 1873 als Dina Eschwege) war mit dem aus Holland stammenden Kaufmann Israel van Voolen (geb. 1875) eine neue Ehe eingegangen. Die Eheleute wanderten 1939 nach Holland aus. Doch sie konnten der Deportation nach Auschwitz am 5.11.1942 nicht entgehen und wurden beide dort ermordet.

Paten: Rabbiner Dr. Edward van Voolen, Verwandter, Ines Vorsatz und Daniel Steinbach
 
 

Antonplatz 15 (heute Mühlenstraße 2 / Karl-Liebknecht-Straße 20)

Stolperstein für Marie Doernberger Bild vergrößern

Hier befand sich das Jüdische Altersheim von Chemnitz. Dessen damalige Leiterin, Marie Doernberger (geb. 1883 als Marie Levinger), stammte aus Berlin, wo sie bis 1940 lebte. 1943 wurde das Altersheim aufgelöst und alle Bewohner und Bediensteten nach Theresienstadt deportiert. 1944 kam die Witwe nach Auschwitz, wo sie am 14.10.1944 ermordet wurde.

Patin: Martina Lange (Hohenstein-Ernstthal)
 
 

Lange Straße 46 (heute bebaut, Verlegung Am Rathaus 8)

Stolperstein für David Klebe Bild vergrößern

David Klebe (geb. 1873), der letzte Vorsitzende der Jüdischen Kultusvereinigung Chemnitz, wurde 1942 in Treblinka ermordet. Nach seinem unfreiwilligen Umzug aus seinem Wohnhaus in eines der Judenhäuser der Stadt wurde der ehemalige Getreidehändler am 7. September 1942 zunächst nach Theresienstadt deportiert.

Pate: MdB Frank Heinrich
 
 
 

Verlegung am 10. September 2014

Stefan-Heym-Platz 1

Stolpersteine Bernhard Stieglitz und Jette Tamler Bild vergrößern

Konditor Bernhard Stieglitz (geb. 1910) und Verkäuferin Jette Tamler (geb. 1902) hatten hier im damaligen Kaufhaus Schocken ihren Arbeitsplatz.
Bernhard Stieglitz wurde nach längeren Aufenthalten in der Nervenheilanstalt Chemnitz und der Landesanstalt Zschadrass im August 1939 nach Polen ausgewiesen und dort später ermordet. Jette Tamler wurde am 10.5.1942 in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert. Bei der Räumung des Ghettos durch die SS im Oktober 1942 wurden etwa 5300 Menschen ermordet, unter ihnen auch Jette Tamler.

Pate: Freundeskreis des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz.
 
 

Johannisplatz

Stolperstein Dr. Kurt Lichtenstein Bild vergrößern

Zahnarzt und Kunstliebhaber Dr. Kurt Lichtenstein (geb. 1884), der hier bis Ende 1935 wohnte, zog 1936 nach Schönau-Teplitz (CSR). Während der Besetzung der Grenzgebiete floh er im Oktober 1938 nach Prag, wo er sich noch im selben Monat das Leben nahm, nach eigenen Angaben „aus Solidarität zur verhafteten Ehefrau“. Elsa Lichtenstein, die selbst nichtjüdischer Herkunft war und weiterhin in Sachsen wohnte, hatte ihren Ehemann „unerlaubt“ finanziell unterstützt.
Paten: Prof. Dr. Gerhard Dohrn-van Rossum und Ehefrau.
 

 

Parkstraße 9 und 9a

Stolpersteine Walther und Gertrud Sachs Bild vergrößern

Der Fabrikant Walther Sachs (geb. 1872) floh 1933 gemeinsam mit seiner Ehefrau Gertrud (geb. 1872 als Gertrud Bernstein) nach Holland. Der Internierung in Westerbork folgte 1944 die Deportation des Ehepaares nach Bergen-Belsen. Walther Sachs wurde am 15.4.1944 ermordet. Gertrud Sachs verstarb am 2.5.1945 in Tröbitz.
Pate: Udo Mayer.
 

 

Stolpersteine Familie Scharlach Bild vergrößern

Der Kaufmann Ludwig Scharlach (geb. 1899), seine Ehefrau Gerda (geb. 1906 als Gerda Sachs) und deren gemeinsame Tochter Erika (geb. 1928) erlitten ebenfalls nach ihrer Flucht 1933 nach Holland das Schicksal der Internierung in Westerbork mit anschließender Deportation 1943. In Sobibor wurden alle ermordet.
Paten: Volker Dittrich, Andreas Kleppel, Alexander Dostmann.
 

 

Eulitzstraße 13 (heute zwischen Eulitzstraße 5 und 7)

Stolpersteine Dr. Fritz Gabriel und Flora Margot Cohn Bild vergrößern

Der Rechtsanwalt Dr. Fritz Gabriel Cohn (geb. 1885) wurde 1938 in „Schutzhaft“ in Buchenwald genommen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Flora Margot (geb. 1892 als Flora Margot Bermann) gelang ihm 1939 die Flucht nach Norwegen, wo beide am 26.10.1942 verhaftet und anschließend nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden.
Paten: Prof. Dr. Wolfgang Emmerich, Dr. Renate Moser.
 

 

Hoffmannstraße 52

Stolpersteine Dr. Felix Max und Elisabeth Frank Bild vergrößern

Der Fabrikant Dr. Felix Max Frank (geb. 1891), seine Ehefrau Elisabeth (geb. 1898 als Elisabeth Mosenthal) und deren gemeinsame Tochter Hildegard (geb. 1922) kamen am 18.11.1939 bei dem Schiffsunglück ums Leben, als der niederländische Passagierdampfer „Simon Bolivar“ vor der Küste Englands in ein deutsches Minenfeld lief.
Paten: Förderverein Industriemuseum Chemnitz e.V., Achim Dresler, Gisela Strobel, Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz.
 

 

Kaßbergstraße, Zugang zur ehemaligen JVA

Stolperstein Leib Kleinberg Bild vergrößern

Der Kaufmann Leib Kleinberg (geb. 1902) wurde bei der „Polenaktion“ Ende Oktober 1938 gemeinsam mit seinen drei Brüdern nach Polen ausgewiesen. Nach seiner befristeten Rückkehr 1939 wurde er hier im Untersuchungsgefängnis auf dem Kaßberg in „Schutzhaft“ genommen, wo sich am 14.4.1940 das Leben nahm.
Pate: Dr. Jürgen Nitsche.
 

 

Stolperstein Hans Mire Bild vergrößern

Der frühere Advokat Hans Mire (geb. 1908) befand sich ebenfalls hier in „Schutzhaft“ und setzte seinem Leben am 17.5.1940 ein Ende. Die „Furcht vor Unterbringung in einem Konzentrationslager“ hatte ihn zu diesem Schritt veranlasst. Seine Urne wurde am 17.6.1940 nach Prag überführt. 
Patin: Angela Zimmerling.
 

 

Zwickauer Straße 187

Stolperstein Rudolf Harlass Bild vergrößern

Hier wohnte Rudolf Harlass (geb. 1893), der als Mitglied der KPD aktiven politischen Widerstand leistete. Nachdem er 1933 bereits in Sachsenburg inhaftiert war, kam er 1944 im Zusammenhang mit der „Aktion Gitter“ in das Polizeigefängnis Chemnitz, wo er am 6.12.1944 in den Tod getrieben wurde.
Pate: Verein der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten, Stadtverband Chemnitz
 

 

Bernsdorfer Straße 1 / Ecke Ritterstraße

Stolpersteine Familie Simon Bild vergrößern

Der Kaufmann Oskar Simon (geb. 1880) wurde nach einer „Schutzhaft“ in Buchenwald am 10.05.1942 in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert. Am 31.7.1942 wurde er in Chodel ermordet. Seine Schwester Käthe Simon (geb.1883), die zuletzt als Gemeindehelferin tätig war, wurde in Auschwitz ermordet, wohin sie am 2.3.1943 deportiert worden war. Auch die jüngere Schwester, die frühere Kontoristin Margarete Simon (geb. 1890), erlitt dieses Schicksal: 10.5.1942 Deportation und Ermordung in Belzyce.
Paten: Michael Kühn, Dr. Frank Straßberger.
 

 

Annenstraße 23 (heute Ecke Reitbahnstraße)

Stolpersteine Familie Tittmann Bild vergrößern

Josef Tittmann (geb. 1906) floh 1937 von Chemnitz nach Polen, wo er einst geboren worden war. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Herta (geb. 1914 als Herta Jaschek) und ihrer 1938 geborenen Tochter Rachella entschied er sich nach der Auflösung des Ghettos Krakau am 12.11.1944 für die Flucht in den Tod.
Angehörige der Familie Tittmann aus Israel übernehmen die Patenschaft über zwei Stolpersteine. Weitere Patin: Veronika Brandt.
 

 

Emilienstraße 55

Stolperstein Hulda Müller Bild vergrößern

Die Büroangestellte Hulda Müller, (1897 geborene Kutzschbauch), wurde nach Verbüßung einer einjährigen Haftstrafe im Frauenstrafgefängnis Leipzig-Kleinmeusdorf in „Vorbeugungshaft“ genommen und kam nach dem 6.6.1944 im KZ Ravensbrück zu Tode.
Pate: Dr. Kurt Kutzschbauch.
 

 

Klinik Dresdner Straße

Stolperstein Franz Molch Bild vergrößern

Franz Molch (geb. 1871) wurde Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes. Nach einer Zwangseinweisung in die Nervenklinik Chemnitz und anschließender „Verlegung“ nach Zschadrass wurde er im Rahmen der „Aktion T4“ am 12.8.1941 in Pirna-Sonnenstein ermordet.
Pate: Jörg Waehner.
 

 
 

Verlegung am 8. November 2013

Reitbahnstraße, vor Eingang Tietz

Stolperstein Hermann Fürstenheim Bild vergrößern

Der Stolperstein erinnert an den jüdischen Kaufmann Hermann Fürstenheim, der im Novemberpogrom 1938 ermordet wurde. Hermann Fürstenheim (geb. 1877), der ab 1904 als Geschäftsführer die Chemnitzer Filiale des Kaufhauses Tietz leitete, fiel am Morgen des 10. November 1938 in seiner Villa einem Mordanschlag zum Opfer.
Pate: Bernd Ruscher, Betriebsleiter der heutigen Kultureinrichtung DasTIETZ

 
 
 

Verlegung am 25. September 2013

Henriettenstraße 50

Henriettenstraße 50 - Familie Kupferberg Bild vergrößern

Hier hatte die Familie Kupferberg ihren letzten Wohnsitz. Heinrich Kupferberg (geb. 1882), Ehefrau Frieda Kupferberg (geb. 1882 als Frieda Stein) und Tochter Ilse-Lotte Kupferberg (geb. 1926) wurden am 10. Mai 1942 in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert. Bei der Räumung des Ghettos durch die SS im Oktober 1942 wurden etwa 5300 Menschen ermordet, unter ihnen auch die Familie Kupferberg.
Paten: Schüler und Lehrer des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums Chemnitz
 

 

Henriettenstraße 35

Henriettenstraße 35 - Stolperstein I,-L. Kupferberg Bild vergrößern

Ilse-Lotte Kupferberg besuchte hier die Schule.
Pate: Andreas Liese

 

Hoffmannstraße 45

Hoffmannstraße 45 - Stolperstein Familie Steinhardt Bild vergrößern

Leopold Steinhardt (geb. 1883), Besitzer einer Trikotagenfabrik in Chemnitz, und sein Sohn Hans Adolf Steinhardt (geb. 1923) kamen am 18. November 1939 bei dem Schiffsunglück ums Leben, als der niederländische Passagierdampfer „Simon Bolivar“ vor der Küste Englands in ein deutsches Minenfeld lief. Ehefrau Erna Steinhardt und Tochter Lily Mirjam überlebten die Katastrophe.
Pate: Hans-Joachim Wunderlich
 

 

Uhlichstraße 20

Uhlichstraße 20 - Stolperstein Dr. Cohn Bild vergrößern

Dr. Ernst Cohn (geb. 1901), Zahnarzt, hatte seit Januar 1932 eine Assistentenstelle an der Zahnklinik der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Chemnitz. Im März 1933 wurde er entlassen und wanderte nach Palästina aus. Er kehrte später nach Europa zurück und nahm am Bürgerkrieg in Spanien teil. Er war Chef des Sanitätsdienstes der Brigaden in Murcia. Später lebte er in Kolumbien, wo er 1944 freiwillig aus dem Leben schied.
Pate: Enrico Hilbert
 

 

Hübschmannstraße 22

Hübschmannstraße 22 - Stolperstein M. Mecklenburg Bild vergrößern

Moritz Mecklenburg (geb. 1880), Kaufmann, stammte aus Lübeck. Er lebte seit 1907 in Chemnitz, wo er bis 1932 Mitinhaber der Firma E. Adler & Co., einer Metall- und Maschinengroßhandlung, war. Mit seiner Ehefrau Elise, geb. Adler, wanderte er 1939 nach Schanghai aus. Das dortige Leben war für die Neuankömmlinge nicht einfach, wovon im März 2013 Miriam Brookfield in den Kunstsammlungen berichtete. Moritz Mecklenburg starb am 17.03.1945 in Schanghai.
Patin: Heidemarie Kugler-Weiemann, Lübeck
 

 

Reichsstraße 15

Reichsstraße 15 - Stolperstein B. Heidenheim Bild vergrößern

Bruno Heidenheim (geb. 1885) wurde während der Reichspogromnacht 1938 in „Schutzhaft“ genommen und später zur Zwangsarbeit verurteilt. Auf Grund der körperlich schweren Arbeit unter unzumutbaren Bedingungen erkrankte er tödlich. Die nötige medizinische Versorgung wurde ihm verwehrt. Der Familienvater verstarb am 24.12.1940. Ehefrau und Tochter überlebten und emigrierten nach Kriegsende nach Australien. 
Paten: David und Juliette Mendelovits, Australien
 

 

Hospitalstraße 7, historisch (heute: Fußweg neben Johanniskirche)

Hospitalstraße 7, historisch (heute: Fußweg neben Johanniskirche) - Stolpersteine Familie Nachmann Bild vergrößern

Sigismund Nachmann (geb. 1907), seine Ehefrau Bajla Ides Nachmann (geb. 1908 als Bajla Ides Dressler), die Kinder Ingrid Nachmann (geb. 1931), Joachim Nachmann (geb. 1934) und Manfred Gerhard Nachmann (geb. 1934) wurden bei der „Polenaktion“ Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen. 1942 wurde die ganze Familie im besetzten Polen ermordet. Verwandte der Opfer übernahmen die Patenschaft.
Pate: Familie Unger, London
 

 

Dresdner Straße 38

Dresdner Straße 38 - Stolperstein G. Landgraf Bild vergrößern

Georg Landgraf (geb. 1885), Verlagsleiter der sozialdemokratischen Chemnitzer Volksstimme, war als Stadtverordneter und Gewerkschafter aktiv politisch tätig. Nach dem Verbot der Volksstimme am 1. März 1933 versuchten SA-Männer am 9. März die Geschäftsräume und die Druckerei des Verlags zu besetzen. Georg Landgraf stellte sich dagegen und verwehrte ihnen den Zutritt, woraufhin er durch zwei Pistolenschüsse ermordet wurde.
Pate: SPD Unterbezirk Chemnitz
 

 

Antonplatz 15 (heute Käthe-Kollwitz-Str./Fußweg Richtung Brückenstr.)

Antonplatz 15 (heute Käthe-Kollwitz-Str./Fußweg Richtung Brückenstr.) - Stolperstein J. Sommerfeld Bild vergrößern

Julius Sommerfeld (geb. 1878), aufstrebender Kaufmann, Inhaber einer Tuchgroßhandlung und Hausbesitzer, wurde 1939 in „Schutzhaft“ genommen und in das KZ Sachsenhausen deportiert. Am 16. März 1940 wurde er dort ermordet.
Paten: Schüler und Lehrer des Georgius-Agricola-Gymnasiums Chemnitz
 

 

Hartmannstraße 24

Hartmannstraße 24 - Stolperstein E. Enge Bild vergrößern

Ernst Enge (geb. 1893) war antifaschistischer Widerstandskämpfer in Chemnitz. Seiner ersten Inhaftierung im Juni 1933 folgten zwei Jahre Haft im Zuchthaus Waldheim, 1939 eine weitere so genannte „vorbeugende“ Haft von sechs Wochen. Nach seiner Haftentlassung wurde er zur Zwangsarbeit in einem Chemnitzer Rüstungsbetrieb verpflichtet. Von dort aus organisierte er weiter den Widerstand, bis die Gestapo auf seine Spur kam und ihn am 26. September 1944 verhaftete.
 

Er wurde nach schweren Folterungen durch die Gestapo im damaligen Polizeipräsidium am 17. Oktober 1944 in den Tod getrieben.
Pate: Dr. Stephan Pfalzer
 

 

Blankenauer Straße 101

Blankenauer Straße 101 - Stolperstein Karla Jäcker Bild vergrößern

Karla Jäcker (geb. 1928) wurde Opfer der Kinder-„Euthanasie“-Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes. Sie war eines von etwa 500 ermordeten behinderten Kindern der Kinderfachabteilung Leipzig-Dösen und starb am 8. September 1941.
Patin: Irmgard Teschner

 
 

Verlegung am 2. November 2012

Hoffmannstraße 52

Stolperstein Goeritz Bild vergrößern

Karl Goeritz (geb. 1900) war jüngster Sohn des Textilfabrikanten Siegmund Goeritz. Er zählte mit zu den bedeutenden privaten Kunstsammlern der Stadt Chemnitz um 1930, musste 1937 aber aus der Stadt mit seiner Familie nach Holland fliehen. Er, sein Sohn Frank-Stefan Goeritz (geb. 1932) und Tochter Irene Beatrice Goeritz (geb. 1938) ertranken bei der Überfahrt nach Chile am 18. November 1939, als die MS Simon Bolivar in ein Minenfeld vor der englischen Küste geriet und kenterte. Seine Frau überlebte als einziges Familienmitglied.

 

Kopernikusstraße 16

Stolperstein Sussmann Bild vergrößern

Hugo Sussmann (geb. 1881) wurde nach der Liquidierung seines Unternehmens Gebrüder Sussmann AG zu Zwangsarbeit verpflichtet. Dass er in ein nicht für Juden zugelassenes Straßenbahnabteil einstieg, wurde sein Verhängnis. Er wurde 1944 in Chemnitz verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er am 12. August 1944 ermordet. Sein Sohn Julius Sussmann (geb. 1922) konnte 1939 nach Holland fliehen. Der Neubeginn gelang ihm allerdings nicht. Er vereinsamte und beging am 12. August 1940 Selbstmord in Amsterdam.

 

Brückenstraße 14, historisch (heute: Brückenstraße 6 vor Filiale Sparkasse)

Stolperstein Lachmann Bild vergrößern

Dr. Alfred Lachmann (geb. 1889) wurde 1938 in Buchenwald in „Schutzhaft“ genommen und am 13. Juli 1942 „nach dem Osten“ deportiert. Dort wurde er von den Nationalsozialisten ermordet. Seine Frau Helene Lachmann (geb. 1890) ereilte das gleiche Schicksal. Sie wurde am 10. Mai 1942 mit über 1000 Juden aus Mitteldeutschland ins Ghetto Belzyce deportiert und ermordet. Sohn Werner Konrad Lachmann (geb. 1924) war 1939 unfreiwillig nach Berlin gezogen und wurde von dort aus am 29. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Matthesstraße 15, historisch (heute: Matthesstraße Concordiapark, zwischen Kletterhalle und Basketballfeld)

Stolperstein Nachmann Bild vergrößern

David Leib Nachmann (geb. 1882), der in den Anfang 1900 aus Russisch-Polen nach Chemnitz kam, erhielt 1938 die Ausweisung nach Polen. 1939 wurde er in Chemnitz verhaftet, nach Buchenwald gebracht und am 12. März 1942 in der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg ermordet. Von seiner Tochter Hanni Nachmann (geb. 1922) gab es nach 1938 kein Lebenszeichen mehr. Sie wurde 1945 für tot erklärt.

 

Zschopauer Straße 107

Stolperstein Avramovici Bild vergrößern

Avram Avramovici (geb. 1885) aus Rumänien und seine Frau Alta Basia Avramovici (geb. 1889) wurden 1942 ins Ghetto Belzyce deportiert. Sie versuchten zu fliehen, wurden jedoch gefasst und ermordet.

 

Brauhausstraße 30, historisch (heute: Fußweg Richtung Clara-Zetkin-Str. vor KITA)

Stolperstein Kohn Bild vergrößern

Ludwig Kohn (geb. 1878): Er wurde 1934 als tschechoslowakischer Staatsbürger in die CSR ausgewiesen. Da er politisch sehr aktiv war, wurde er nach Auschwitz deportiert und dort am 8. Juni 1943 ermordet.

 

Apollostraße 4, historisch (heute: Fußweg von Apollostraße zum Haus Nummer 4)

Dagobert Culp (geb. 1882): Er wurde 1938 wegen „Rassenschande“ in Chemnitz verhaftet. Er wurde ins Zuchthaus Bautzen 1939 eingeliefert. Ein Jahr später wurde er nach Sachsenhausen gebracht und kam am 7. Februar 1940 ums Leben.

 

Untere Aktienstraße 14

Rosa Brudner (geb. 1884 als Rosa Granditz): Sie wurde am 10. Mai 1942 ins Ghetto Belzyce deportiert und ermordet.

 

Hilbersdorfer Straße 66

Anna Neubert (geb. 1885 als Anna Hertel): Sie wurde wegen einer psychischen Erkrankung im Rahmen der Aktion T4 (NS-„Euthanasie“) am 23. Oktober 1940 in Pirna-Sonnenstein ermordet.

 
 

Verlegung am 18. und 19. Oktober 2011

Horststraße 10a

Horst B Bild vergrößern

Max Schindler (Jahrgang 1880), wurde während des Novemberpogroms 1938 von den Nationalsozialisten verhaftet und in sogenannte „Schutzhaft“ genommen, er starb am 2. Dezember 1938 im Konzentrationslager Buchenwald

 

Eulitzstraße 15, historisch (heute: Fußweg Eulitzstraße 7-17)

Eulitz B Bild vergrößern

Familie Pfifferling, Karl Pfifferling und seine Frau Elsa Pfifferling geborene Friedrich (beide Jahrgang 1890): beide wurden im Mai 1942 deportiert und im Ghetto Belzyce bei Lublin ermordet
Sohn Edgar Pfifferling (Jahrgang 1917): wurde 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Zwei Töchter konnten 1939 aus Deutschland emigrieren.

 

Germaniastraße 4, historisch (heute: Rudolf-Breitscheidstraße/Ecke Kanzlerstraße)

Breitscheid B Bild vergrößern

Kapellmeister Erich Kohnke (Jahrgang 1900): Er flüchtete vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten 1938 nach Holland, wurde im sogenannten Durchgangslager (KZ-Sammellager) Westerbork interniert, 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und hier am 23. September 1943 ermordet.

 

Antonplatz 15 (heute: Käthe-Kollwitz-Str./Fußweg Richtung Brückenstr.)

Kollwitz B Bild vergrößern

Am Antonplatz befand sich von 1940 bis 1943 das Jüdische Altersheim. Mit dem Stein wird an den kaufmännischen Vertreter Hermann Rosenthal, Jahrgang 1879, erinnert, der im Mai 1942 in das Ghetto Belzyce verschleppt und dort ermordet wurde.
 

Brauhausstraße 1, historisch (heute: Fußweg Brauhausstraße/Moritzstraße)

Brauhaus045 B Bild vergrößern

Elsa Hartmann (Jahrgang 1885), Grete Hartmann (Jahrgang 1883) und Nani Hartmann (Jahrgang 1879): Die Schwestern wurden im Mai 1942 deportiert und im Ghetto Belzyce ermordet. Für ihren im Februar 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordeten Bruder Hans Hartmann war bereits im Juni 2010 ein Stolperstein verlegt

 

Zschopauer Straße, historisch (heute: Fußweg gegenüber Einmündung Ritterstraße)

Zschopauer B Bild vergrößern

Hirsch Leib Elstein (Jahrgang 1889): Er flüchtete vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten 1939 nach Belgien, wurde in Mechelen interniert, 1942 deportiert und am 30. September 1942 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

 

Senefelder Straße 12

Senefelder B Bild vergrößern

Israel Miller (Jahrgang 1886): Er wurde 1936 wegen so genannter Rassenschande verhaftet und in das Zuchthaus Waldheim gebracht. Nach seiner Entlassung wurde er 1939 des Landes verwiesen und 1942 in Lublin ermordet.

 

Kreherstraße 75

Kreher B Bild vergrößern

Albert Hähnel (Jahrgang 1903): Der antifaschistische Widerstandskämpfer wurde von den Nationalsozialisten mehrfach verhaftet, zuletzt 1944 von der Gestapo Chemnitz und am 27. März 1945 in Neukirchen erschossen.

 

Hofer Straße 4

Hofer B Bild vergrößern

Elisabeth Voigt (Jahrgang 1887): Aufgrund ihrer Erkrankung wurde Elisabeth Voigt 1929 in die Heil- und Pflegeanstalt Zschadrass eingewiesen. Von dort wurde sie am 15. August 1940 in eine der NS-Tötungsanstalten, nach Pirna-Sonnenstein gebracht und hier noch am selben Tag bei der „Aktion T4“ ermordet.

 

Fürstenstraße 12

Fuersten B Bild vergrößern

Moritz Zudkowitz (Jahrgang 1891) und seine Frau Masza Zudkowitz, geborene Malinski (Jahrgang 1897): Die Eheleute, die die polnische Staatsangehörigkeit besaßen, wurden Ende Oktober 1938 im Rahmen eines landesweiten Aktion nach Polen ausgewiesen und 1942 im Vernichtungslager Chelmno (Kulmhof) ermordet.

 
 

Verlegung am 12. Juni 2010

Gerhard-Hauptmann-Platz 13

Daniel Flieg (1880-1935), von den Nazis gedemütigte und entrechtet, am 9. Juli 1935 in den Tod getrieben

 

Hübschmannstraße 26

Hans Hartmann (1888-1941) und Regina Hartmann (1892-1942): Hans Hartmann wurde 1940 verhaftet, nach Sachsenhausen, Neuengamme und Dachau verschleppt und starb am 5. Februar 1941. Regina Hartmann, geborene Flieg, wurde am 14. Dezember 1942 deportiert und im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

 

Ahornstraße 32

Ida Imgrund geborene Goldner (1884-1942): Schwer erkrankt, wurde ihr die helfende Operation verwehrt, so dass Ida Imgrund am 17. April 1942 verstarb.

 

Weststraße 24

Ludwig Salgo (1889-1942) und seine Frau Laura Salgo geborene Friedrich (1895-1942), am 13. Juli 1942 deportiert und im Ghetto Belzyce ermordet

 

Lutherstraße 5

Hermann Eduard Gleicher (1878-1939), am 1. September 1939 verhaftet, verschleppt in das Konzentrationslager Buchenwald, starb hier am 1. Juni 1940

 

Further Straße 32

Alfred Pepperl (1907-1944): Alfred Pepperl wurde im Zuchthaus Zwickau inhaftiert, kam 1943 in die berüchtigte Strafdivision 999 und starb im September 1944 als Soldat im Zweiten Weltkrieg in der Ägäis.

 

Louis-Hermsdorf-Straße, historisch (heute: Brückenstraße/ Ecke Theaterstraße)

Familie Schalit, Vater Meer Schalit (1884-1940) und die Töchter Hanni Abraham geborene Schalit (1914-???) und Sina Maas geborene Schalit (1920-1943). Meer Schalit wurde 1940 verhaftet und nach Sachsenhausen verschleppt, wo er am 6. März 1940 starb. Tochter Hanni ging 1939 von Chemnitz nach Breslau und wurde von hier nach Auschwitz deportiert und ermordet. Tochter Sina wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Gravelottenstraße 32, historisch (heute Franz-Mehring-Straße 32)

Herbert Berger (1894-1943): Herbert Berger floh 1939 vor den deutschen Faschisten nach Belgien, wurde 1940 in Drancy verhaftet und nach Majdanek deportiert und am 31. Dezember 1943 ermordet.

 

Haydnstraße 36

Hildegard Benda geborene Boas (1896-1942): Hildegard Benda floh 1939 vor den deutschen Faschisten nach Prag, wurde am 12. Februar 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 11. März 1942 in Izbica ermordet.

 

Heinrich-Heine-Straße 5

Luise Gerschler (1914-1940): Luise Gerschler lebte im Magdalenenstift in Chemnitz und von 1938 bis 1940 in der berüchtigten „Euthanasie“-Anstalt in Prina-Sonnenstein, wo sie am 18. Oktober 1940 ermordet wurde.

 
 

Verlegung am 7. April 2009

Walter-Oertel-Straße 38

Dr. Richard Felix Voigt, 1888 geboren, 1940 in Pirna-Sonnenstein ermordet (Euthanasieopfer)

 

Katherinenstraße 2, historisch (heute: Katherinenstraße 10)

Dr. Ludwig Katzenstein, 1887 geboren, 1943 im KZ Auschwitz ermordet (Opfer der Verfolgung und Ermordung von Juden während des Nationalsozialismus)

 

Stollberger Straße 41 (Heute im Bereich Straßenbahnhaltestelle Parkstraße stadtwärts)

Dr. Arthur Weiner, 1877 geboren, 1933 bei Rochlitz ermordet (Opfer der Verfolgung und Ermordung von Juden während des Nationalsozialismus)

 

Sonnenstraße 16

Arnold Winter, 1906 geboren, 1943 in Paris hingerichtet (Widerstand in der Wehrmacht)

 

Zöllnerstraße 6

Max Pinkus, 1884 geboren, 1943 im KZ Auschwitz ermordet (Opfer der Verfolgung und Ermordung von Juden während des Nationalsozialismus)

 
 

Verlegung am 7. Oktober 2008

Bernsdorfer Plan 12

Walter Maleki, geboren: 1900; ermordet: 1944 im KZ Flossenbürg

 

Blücherstraße 17

Amalie Jordt, geboren: 1914, ermordet: 1937 in Bernburg

 

Clausstraße 48

Gustav Klukas, geboren: 1902, ermordet 1945 in Chemnitz

 

Ludwig-Kirsch-Str. 1

Jenkel Rotstein, geboren 1889, ermordet: 1942 im Ghetto Warschau

 

Wielandstraße 6

Generaloberst Friedrich Olbricht, geboren: 1888, ermordet: 1944 in Berlin

 

Kaßbergstraße 22

Dr. Otto Goldhardt, geboren: 1885, ermordet: 1942 im KZ Auschwitz

 
 

Verlegung am 6. Juli 2007

Hohe Straße 9, historisch (heute: Fußweg Richtung Reichsstraße, gegenüber Hausnr. 6a, 6b)

Familie Benjamin wurde im Oktober 1944 im KZ Auschwitz ermordet
Kurt Benjamin,
Alice Dorothea Benjamin,
Lutz Leo Benjamin,
Hanna Benjamin

 

Zschopauer Straße 74

Zita Sonder, ermordet 1943 im KZ Auschwitz
Ludwig Motulski, ermordet 1942 im KZ Belzec

 

Straße der Nationen 56, Fußweg vor Hotel an der Oper

Paul Fischer, ermordet am 6. März 1933 durch die SA vor dem Hansa-Haus

 
 

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