ECoC Echo - Wissenstransferseminar
Drei Tage lang war die Stadt Chemnitz Gastgeberin für internationale Gäste aus ehemaligen, aktuellen und künftigen Europäischen Kulturhauptstädten (European Capitals of Culture, kurz: ECoC).
Beim Wissenstransfer-Seminar des Projektes ECoC Echo trafen sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Verwaltung aus Chemnitz sowie Leeuwarden 2018, Novi Sad 2022, Veszprém 2023, Tartu 2024, Oulu 2026, Liepāja 2027, Évora 2027 und Bourges 2028, um sich über die Chemnitzer Legacy als Kulturhauptstadt Europas 2025 auszutauschen.
Das dreitägige Konferenzprogramm verband strategische Impulse und Diskussionen. Zudem besichtigen die Teilnehmenden die Interventionsflächen Stadtwirtschaft und Hartmannfabrik sowie der Erzgebirgsregion mit den Stationen Oelsnitz und Leukersdorf. Dadurch gewannen sie ein Verständnis für den Legacy-Prozess (deutsch: Vermächtnis) von Chemnitz 2025. Das Seminar diente als Plattform, um den Übergang vom Titeljahr über das Brückenjahr hin zu einer langfristigen städtischen und regionalen Entwicklung zu analysieren.
Während der Konferenz tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, was in ihren jeweiligen Kulturhauptstadtjahren gut funktioniert hat und aus welchen Problemen künftige Kulturhauptstädte lernen können.
Auf besonders großes Interesse bei den Teilnehmenden stieß die Auswertung der Forschung, die die TU Chemnitz vor, während und nach dem Titeljahr durchgeführt hat. Sie wollten wissen, wie die Daten erhoben wurden, wie die Befragungen abliefen, um eine wissenschaftlich fundierte Aussage zu erzeugen und Korrelationen herauszustellen.
Beim Kennenlernen der Kulturhauptstadt-Region haben sich die Gäste darüber ausgetauscht, welche Maßnahmen unternommen werden können, um die vielen Kommunen miteinander touristisch zu verbinden und gleichzeitig ihre Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben. Insbesondere haben sie sich über die Entwicklung der Maker Hubs, von der Idee über die Umsetzung bis hin zur zukünftigen Nutzung, interessiert. Dieses Beispiel hat gezeigt, dass politische, persönliche, emotionale, aber auch finanzielle Aspekte einen großen Einfluss auf den Umsetzungsprozess haben. Sie verglichen Strategien, wie diese Projekte auch in Zukunft tragfähig bleiben können, indem zum Beispiel neue Strukturen erschlossen werden.
Das Wissen und die Erfahrungen der Kulturhauptstädte über die Zeit nach dem Titel zu teilen, ist entscheidend, damit die Wirkung einer Kulturhauptstadt langfristig erhalten bleibt. Das Projekt ECoC Echo zeigt deutlich, wie wertvoll der internationale Austausch auf lokaler Ebene ist, da trotz unterschiedlicher Ausgangslagen die Kulturhauptstädte häufig vor ähnlichen Herausforderungen stehen und voneinander lernen können, welche Lösungsansätze funktionieren.
Durch die Zusammenführung von „Kulturhauptstädten Europas“ sowie regionalen und lokalen Behörden, die sich in unterschiedlichen Phasen ihres Weges zur „Kulturhauptstadt Europas“ befinden, fördert das Projekt den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren, unterstützt die Entwicklung politischer Instrumente und einer Toolbox zum Wissensaustausch und stärkt zudem die europäische kulturelle und regionale Zusammenarbeit.
Dies ist ein entscheidendes Thema. Der Vorschlag der Europäischen Kommission für den neuen Rechtsrahmen der Initiative „Kulturhauptstädte Europas“ für den Zeitraum von 2034 bis 2047 zielt ebenfalls darauf ab, das langfristige Vermächtnis der Kulturhauptstädte Europas zu sichern.