Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz
Kinder und Jugendliche sind in ihrem Entwicklungsprozess Gefahren ausgesetzt, die für sie selbst und auch für Eltern nicht immer klar erkennbar sind. Anliegen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes ist es, diese jungen Menschen, aber auch Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter und Pädagogen über diese Gefahren aufzuklären sowie Anregungen und Hinweise zu geben, wie solche Gefahren abgewehrt werden können.
Die Angebote umfassen neben Einzelberatungen und Bildungsangeboten innerhalb und außerhalb der Schule auch die Mitwirkung an Großveranstaltungen, thematische Freizeitangebote und die Zusammenarbeit mit freien Trägern und öffentlichen Einrichtungen.
Junge Menschen sollen befähigt werden, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen. Sie werden an Kritik- und Entscheidungsfähigkeit sowie Eigenverantwortlichkeit und zur Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen herangeführt.
Eltern und andere Erziehungsberechtigte können sich informieren und so Kinder und Jugendliche besser vor gefährdenden Einflüssen schützen.
In der Broschüre “Chemnitz macht jung” finden Sie ab Seite 63 eine Projektübersicht mit Informationen und Ansprechpartnern.
mehrRechtsgrundlagen
Die Grundlagen für die Hilfen der Leistungsangebote des Erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes in Chemnitz sind der § 14 SGB VIII, das Jugendschutzgesetz (JuSchG), der Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) sowie das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG).
Nummer gegen Kummer
und unter 0800 111 0 333
bundesweit über deutsches Festnetz und Handy anonym, vertraulich, kostenfrei erreichbar.
Für Kinder und Jugendlichen aller Altersstufen
Montag bis Sonnabend 14:00-20:00 Uhr erreichbar.
Das Kinder- und Jugendtelefon unter der Trägerschaft des AWO KV Chemnitz e. V. in Kooperation mit Nummer gegen Kummer e. V. ist Ansprechpartner für Kinder und Jugendlichen bei allen Themen.
Das Kinder- und Jugendtelefons (KJT) ist ein niederschwelliges, offenes, anonymes und vertrauliches Beratungsangebot. Die telefonische Beratung von Kindern und Jugendlichen ist sowohl präventives Gesprächsangebot, als auch Hilfeangebot in Krisensituationen. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sozialen, kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Hintergründen können Kinder und Jugendliche das Angebot des Kinder- und Jugendtelefons nutzen.
Themenschwerpunkte – Aufklärung, Beratung, Unterstützung
Die Leistungsangebote des erzieherische Kinder- und Jugendschutz zielen darauf ab, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie vor Gefährdungen zu schützen. Mit präventiven Maßnahmen und Beratungsangeboten wird ein wichtiger Beitrag für ein sicheres und gesundes Aufwachsen geleistet.
Zu den zentralen Themenschwerpunkten gehören:
Prävention von Gefährdungen und Risiken:
- Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung
- Förderung von gewaltfreien und respektvollen Verhaltensweisen
- Stärkung von Resilienz und Selbstbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen
Medienkompetenz und digitaler Schutz:
- Aufklärung über den sicheren Umgang mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken
- Prävention von Cybermobbing und Online-Gefahren
- Schutz vor schädlichen Inhalten im Internet (z. B. Gewalt, Pornografie)
Sexualerziehung und Schutz vor sexueller Gewalt:
- Förderung eines altersgerechten Verständnisses von Sexualität
- Prävention von sexueller Gewalt und Missbrauch
- Unterstützung bei der Wahrnehmung von eigenen Rechten und Grenzen
Suchtprävention:
- Aufklärung über die Gefahren von Drogen, Alkohol und anderen Suchtmitteln
- Förderung eines gesunden Lebensstils und kritischen Konsums
- Unterstützung bei der Bewältigung von Suchtverhalten
Gewaltprävention und Konfliktlösung:
- Förderung von gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien
- Unterstützung bei der Entwicklung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten
- Prävention von aggressivem Verhalten und Mobbing in verschiedenen Kontexten (Schule, Freizeit, Familie)
Förderung von Erziehungskompetenzen bei Eltern und Fachkräften:
- Beratung und Schulung von Eltern zur Förderung einer positiven Erziehung
- Unterstützung von Fachkräften, um Kinder und Jugendliche effektiv zu schützen und zu fördern
- Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendämtern und anderen Institutionen, um ein umfassendes Schutznetz zu gewährleisten
Prävention von Gefährdung und Risiken
Hierunter versteht man verschiedene Maßnahmen und Strategien, die darauf abzielen, Gefahren für die Entwicklung und das Wohl von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und diesen vorzubeugen. Es geht darum, Risiken zu identifizieren, bevor sie zu tatsächlichen Problemen oder Schäden führen, und Schutzmechanismen zu schaffen, die das Wohl von jungen Menschen sichern. Prävention ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit im Jugend- und Kinderschutz und umfasst eine Vielzahl von Themenbereichen.
Das Hauptziel der Prävention ist es, die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und ihnen zu helfen, sich vor schädlichen Einflüssen und Gefährdungen zu schützen. Dabei geht es nicht nur darum, akute Gefahren zu verhindern, sondern auch langfristig einen sicheren, gesunden und positiven Lebensweg für junge Menschen zu ermöglichen.
AURYN Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Chemnitz e. V.
Ansatz: Die AURYN Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Chemnitz e.V. unterstützt und stärkt Kinder und Jugendliche, die mit psychisch erkrankten Eltern leben. In Anlehnung an Michael Endes "Die unendliche Geschichte", in der das Amulett AURYN Schutz und Orientierung bietet, dient die Beratungsstelle als Symbol für Stärke und Unterstützung.
Zielgruppen:
- Kinder und Jugendliche: Individuelle Beratungen sowie Gruppenangebote, die den Austausch mit Gleichaltrigen ermöglichen und Unterstützung im Umgang mit der familiären Situation bieten.
- Eltern und Erziehungsberechtigte: Beratungen, Gruppenangebote und Informationsveranstaltungen, die den Austausch mit anderen betroffenen Eltern fördern und die Erziehungsfähigkeit stärken.
- Fachkräfte: Angebot von kollegialen Fallberatungen, Weiterbildungsangeboten und Projekttagen in Schulen, um Fachkräfte im Umgang mit betroffenen Familien zu unterstützen.
Homepage: www.auryn-chemnitz.de
Werkstatt Konsumkompetenz – Verein inpeos e. V.
Ansatz: Das Projekt hält ein breites Angebots- bzw. Methodenportfolio mit dem Fokus auf Suchtprävention auf allen drei Präventionsebenen bei Schüler:innen/jungen Menschen vor. Im Fokus steht dabei der professionelle Einsatz von methodischem Material, der verständlichen Erklärung deren theoretischer Hintergründe und der praktischen Anwendung bei Bedarf auch als Tandem-Begleitung. Im Rahmen von Fortbildungen für (sozial-)pädagogische Fachkräfte an den Schulen, wird Wissen vermittelt Ansätze/Methoden qualitativ weiterentwickelt und ressourcenorientierte Vernetzungen kommen zustande.
Inhaltliche Themenschwerpunkte des Angebotsportfolios des Projektes sind:
- psychische Belastungen bei Kindern und deren Familien durch psychische/oder Sucherkrankungen
- Cannabis- und Tabak-Prävention (neue Cannabis-Regulierung)
- Medikamentenmissbrauch
Zielgruppe(n):
- Schulsozialarbeiter:innen und andere sozialpädagogischen Fachkräfte der Jugendhilfe
- Pädagogische Fachkräfte an Schulen
- Eltern
- Kinder und Jugendliche
Homepage: www.inpeos.de
Gewaltprävention
In der Stadt Chemnitz sind mehrere Leistungsangebote aktiv, die sich verschiedenen Themen der Gewaltprävention widmen und entsprechende Angebote für Kinder und Jugendliche und deren Eltern und Bezugspersonen sowie für Fachkräfte unterbreiten.
Werkstatt für soziale Kompetenzen und Gewaltprävention – Verein inpeos e. V.
Ansatz: Unterstützung junger Menschen bei der Gestaltung ihres Teamerlebens in Schule, um mit den Herausforderungen der Schule besser klar zu kommen und einen Abschluss zu sichern. Professionelle sozialpädagogische Begleitung in Stress- und Ärgersituationen sowie die Stärkung von Konfliktlösungskompetenz, Frustrationstoleranz und Gruppenfähigkeit des einzelnen jungen Menschen und eine Erweiterung der themenbezogenen Handlungskompetenz von Fachkräften und Eltern gehören zu den Hauptaufgaben.
Zielgruppe(n):
- junge Menschen im Alter von 6 bis 21 Jahren im Klassenverband
- pädagogische Fachkräfte, ehrenamtliches Personal, FSJ-ler und Praktikantinnen –Aufbau Multikplikator:innen
- Ratsuchende Eltern
Homepage: www.inpeos.de
Gewaltpräventive Angebote – Verein Regenbogenbus e. V.
Ansatz: Mit dem Fokus auf Schulen, Jugendhäusern und Internaten steht die Befähigung junger Menschen zur konstruktiven Konfliktbearbeitung, die Gestaltung eines positiven Lern- um Lebensumfelds sowie die Förderung eines respektvollen Umgangs miteinander im Mittelpunkt. Junge Menschen erhalten die Möglichkeit zur Ausbildung als Mediator:in bzw. Streitschlicher:in. Für Eltern und pädagogische Fachkräfte gibt es Angebote wie Elterninformationsveranstaltungen, Beratung/Coaching zu gewaltpräventiven Themen und bei der Erstellung und Umsetzung von Interventionsmaßnahmen/Handlungsleitlinien z. B. bei Mobbing.
Zielgruppe(n):
- junge Menschen bis 27 Jahre in Kindertageseinrichtungen, allen Schulformen, sowie in (sozial-)pädagogisch betreuten Gruppen
- pädagogische Fachkräfte, Eltern, Pflegeeltern, Erziehungsberechtigte
Homepage: https://regenbogenbus.de/gewaltpraevention/
FAN-Projekt – AWO Soziale Dienste Chemnitz und Umgebung gGmbH
Ansatz: Das FAN-Projekt Chemnitz bietet sozialpädagogische Arbeit im Fußballkontext durch aufsuchende Jugendarbeit und offene Angebote für junge Menschen. Mitarbeiter begleiten Jugendliche zu Heim- und Auswärtsspielen des Chemnitzer FC und organisieren spezielle U16/U18-Fahrten im FAN-Mobil. Neben Einzelfallhilfe, Beratung und Konfliktunterstützung umfasst das Angebot sport- und freizeitpädagogische Aktivitäten, Bildungsarbeit und Präventionsveranstaltungen. Als vertrauensvoller Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Fans, Verein, Polizei und anderen Institutionen zielt das Projekt auf Gewaltprävention, Abbau extremistischer Weltbilder, Stärkung des Selbstwertgefühls und den Schutz der Fankultur als Jugendsubkultur ab.
Zielgruppe(n): fußballbegeisterte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 27 Jahre
Homepage: https://www.awo-chemnitz.de/kinder-jugend-familie/fanprojekt
Sexualerziehung und Schutz vor sexueller Gewalt
Sexualerziehung
Sexualerziehung ist der Prozess, durch den Kinder und Jugendliche altersgerecht und respektvoll über Themen rund um Sexualität, Beziehungen und den eigenen Körper aufgeklärt werden. Sie umfasst verschiedene Ziele und Inhalte:
Förderung eines gesunden Körperbewusstseins:
- Kinder und Jugendliche lernen, ihren eigenen Körper zu schätzen und zu verstehen, welche Veränderungen während der Pubertät stattfinden.
- Sie sollen lernen, dass sie das Recht haben, über ihren Körper selbst zu bestimmen und zu entscheiden, was sie mögen und was nicht.
Aufklärung über Sexualität und Beziehungen:
- Kinder und Jugendliche erhalten Informationen über sexuelle Vielfalt, Partnerschaften, Gefühle und Intimität.
- Es wird ihnen ein respektvoller Umgang mit den eigenen Wünschen und den Wünschen anderer vermittelt.
- Förderung von Kommunikation und Verantwortung:
- Es wird betont, wie wichtig Kommunikation in Beziehungen ist, vor allem in Bezug auf Zustimmung, Wünsche und Grenzen.
Jugendliche lernen, Verantwortung für ihr eigenes Verhalten und das Verhalten anderer zu übernehmen.
- Wissen über sexuelle Rechte:
- Kinder und Jugendliche sollen verstehen, dass sie das Recht auf Schutz vor sexuellen Übergriffen haben.
- Sie lernen, ihre Rechte zu erkennen und zu wahren, und erfahren, wie sie sich in schwierigen Situationen Hilfe holen können.
AIDS-Hilfe Chemnitz
Ansatz: Das Projekt "Sexuelle Bildung und Beratung" des AIDS-Hilfe Chemnitz e. V. umfasst Leistungsangebote in den Bereichen Primärprävention und Sexuelle Bildung, Beratung und Begleitung, Weiterbildung und Multiplikator:innenausbildung, Selbsthilfeförderung sowie Öffentlichkeitsarbeit. Neben dem gesamten Themenkomplex der Sexualität, befasst sich der Verein besonders mit der Aufklärungsarbeit zu HIV/AIDS/STI-Übertragung und der kritischen Reflexion von individuellen und gesellschaftlichen Diskriminierungstendenzen gegenüber HIV-positiven und an Aids erkrankten Menschen.
Zielgruppe(n):
- junge Menschen bis 27 Jahre
- Eltern, andere Erziehungsberechtigte, -beauftragte, Angehörige/Partner:innen
- Sozialpädagog:innen, Erzieher:innen, Pädagog:innen, Multiplikator:innen, sozial engagierte und interessierte Menschen.
Homepage: https://www.chemnitz.aidshilfe.de/sexuelle-bildung
different people e. V.
Ansatz: Der different people e. V. in Chemnitz bietet Begegnung, Beratung und Bildung für Menschen mit verschiedenen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten sowie für deren Umfeld. Im Projekt "dp-junior" finden Betroffene professionelle Beratung, Gruppentreffen und einen geschützten Ort für Austausch und Freizeitgestaltung, um Selbstwert zu stärken und Akzeptanz zu fördern. Das Projekt "We simply are different pupils" führt Bildungsworkshops in Schulen und anderen Einrichtungen durch, um über vielfältige Lebensrealitäten aufzuklären, Vorurteile abzubauen und Toleranz zu fördern. Der Verein setzt sich für ein diskriminierungsfreies Miteinander ein und bietet in Chemnitz spezifische Unterstützung im LSBTTIAQ*-Bereich an.
Zielgruppe(n):
- junge Menschen bis 27 Jahre
- Eltern und andere Erziehungsberechtigte sowie Erziehungsbeauftragte, Angehörige, Partner:innen und Freund:innen
- Sozialpädagog:innen, Lehrer:innen, Schulsozialarbeiter:innen, Erzieher:innen, Pädagog:innen, Multiplikator:innen, Studierende und Auszubildende, FSJ/BFD, Mediziner:innen, Beamt:innen sowie sozial Engagierte
Homepage: https://www.different-people.de/
Jugendsprechstunde – Verein pro familia Landesverband Sachsen e. V.
Ansatz: Das Projekt bietet Informationen, Begleitung, Beratung und Unterstützung z. B. bei Fragen zu Liebe, Liebeskummer, das erste Mal, körperliche Entwicklung, Sexualität, Verhütungsmethoden, Coming Out, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität. Die Angebote sind kostenlos, streng vertraulich und auf Wunsch anonym.
Zielgruppe(n): Die Beratung wendet sich vor allem an Mädchen und Jungen im Kinder- und Jugendalter, an minderjährige Inter- sowie Transpersonen unabhängig von sexueller Orientierung, sozialer Herkunft, Nationalität und Konfession. Diese Beratung kann allein oder auf Wunsch in Anwesenheit von Vertrauenspersonen stattfinden.
Homepage: https://www.profamilia.de/angebote-vor-ort/sachsen/beratungsstelle-chemnitz/jugendsprechstunde
Schutz vor sexueller Gewalt
Der Schutz vor sexueller Gewalt ist ein entscheidender Bestandteil der Sexualerziehung und umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch und sexuellen Übergriffen zu schützen. Dabei spielen Aufklärung, Prävention und Intervention eine zentrale Rolle:
Prävention von sexueller Gewalt:
- Kinder und Jugendliche lernen, welche Verhaltensweisen unangemessen oder grenzüberschreitend sind und dass sie das Recht haben, „Nein“ zu sagen, wenn jemand ihre körperlichen oder emotionalen Grenzen überschreitet.
- Sie erfahren, wie sie sich in gefährlichen Situationen richtig verhalten können und welche Strategien helfen, sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen.
Erkennen von sexueller Gewalt:
- Kinder und Jugendliche sollen lernen, sexuelle Gewalt zu erkennen, sei es durch körperliche Übergriffe, verbale Belästigungen oder den Missbrauch von Machtverhältnissen.
- Es wird vermittelt, dass sexuelle Gewalt nicht die Schuld des Opfers ist, sondern immer die Verantwortung des Täters.
Unterstützung und Hilfe:
- Kinder und Jugendliche sollen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Opfer sexueller Gewalt werden oder sich in einer gefährlichen Situation befinden.
- Es werden Anlaufstellen wie Vertrauenspersonen, Beratungsstellen oder Hotlines genannt, bei denen Hilfe in Anspruch genommen werden kann.
Beratungs- und Informationsstelle des WILDWASSER Chemnitz, Erzgebirge und Umland e. V. Verein gegen sexualisierte Gewalt
Ansatz:
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit und damit Enttabuisierung des Themas
- Befähigung junger Menschen, sensibler mit gefährdenden Momenten und Beziehungen umzugehen und individuelle Handlungsoptionen zu entwickeln, um sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen
- Unterstützung von Kinder und Jugendlichen bei der Entwicklung zu selbstbewussten Persönlichkeiten und zu einer selbstbestimmten Sexualität
- Unterstützung von Eltern und andere an der Erziehung Beteiligte Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen
- Angebot für Betroffene, erlebte Gewalt zunächst einen geschützten Raum aufzuarbeiten und danach gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln
- Unterstützung von Selbsthilfearbeit
- Bildung, Beratung und Information für Erwachsene, um diese zu befähigen, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen, welche sexualisierte Gewalt begünstigen, zu schützen und diese abzustellen
Zielgruppen:
- Kinder und Jugendliche
- Eltern und Pädagog*innen
- von sexualisierter Gewalt Betroffene
- Fachdienste innerhalb und außerhalb sozialpädagogischer Profession, wie bspw. im medizinischen oder juristische Hilfesystem, Verwaltungen und politische Entscheidungsträger:innen
Homepage: https://www.wildwasser-chemnitz.de
Sexualerziehung und Schutz vor sexueller Gewalt gehen Hand in Hand, um Kindern und Jugendlichen ein sicheres Umfeld zu bieten, in dem sie gesunde Beziehungen entwickeln und die Möglichkeit haben, sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse zu respektieren und zu schützen. Indem ihnen Wissen über ihren Körper, ihre Rechte und Grenzen vermittelt wird, wird nicht nur die persönliche Entwicklung gefördert, sondern auch das Risiko sexueller Gewalt verringert.
Medienkompetenz und digitaler Schutz
Medienkompetenz bedeutet, dass Kinder und Jugendliche verstehen, wie sie digitale Medien sicher, kreativ und kritisch nutzen können. Es geht darum, sowohl den Umgang mit Medieninhalten als auch die Verantwortung beim Erstellen von Inhalten zu erlernen.
Digitaler Schutz bezieht sich auf die Maßnahmen und Strategien, die Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Internets schützen sollen. Dazu gehört der Schutz vor schädlichen Inhalten, Cybermobbing, der Schutz der Privatsphäre und der Umgang mit Online-Kontakten.
Beide Konzepte sind eng miteinander verbunden und zielen darauf ab, Kinder und Jugendliche zu einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu befähigen.
Computerpresse/Theater-Sound-Projekt – Verein CVJM Computerclub e. V.
Ansatz: Im suchtpräventiven Bereich des Kinder- und Medienschutzes hält dieses Projekt Beratung, Bildungsangebote sowie Angebote zur kreativen Mediengestaltung – Audio, Trickfilm, Lichtzeichnen und Geocaching – vor. Mit dem Erwerb des „Internetführerscheins“ werden Risiken und Chancen im Umgang mit mobilem Internet erklärt und praktisch aufgezeigt.
Zielgruppe(n):
- Eltern/Erziehungsberechtigte; Großeltern
- (Sozial-)Pädagog:innen, ehrenamtlich Tätige, junge Menschen im FSJ
- Hort-/Schulklassen
Homepage: https://www.cvjmcc.de/jugendarbeit.html
Radio T
Ansatz: Das medienpädagogische Projekt Airplay in Chemnitz bietet Kindern und Jugendlichen Angebote im Bereich Medien, Audio und Rundfunk. Durch praktische Medienarbeit können junge Menschen Medienkompetenz erwerben und in verschiedenen Redaktionen mitarbeiten. Der Träger Radio T e. V. ermöglicht die Ausstrahlung der entstandenen Beiträge über UKW, DAB+, Internetstream und Podcasts. Airplay richtet sich an schulische und außerschulische Einrichtungen und bietet zudem Praktika zur Berufsorientierung an. Die Veröffentlichung der Ergebnisse in einem echten Radiosender gibt den Projekten besondere Bedeutung und Reichweite.
Zielgruppe(n):
- Kinder und junge Menschen (ab 9 bis 27 Jahre)
- Fachkräfte und andere Multiplikator:innen
- Eltern/Erziehungsberechtigte
Homepage: https://2022.radiot-chemnitz.de/index.php/projekte/medienpaedagogik
JugendMedienZentrum "Bumerang" des Selbsthilfe Wohnprojekt Further Straße e. V.
Ansatz: Das JugendMedienZentrum Bumerang ist eine medienpädagogische Einrichtung für Chemnitz vorrangig für den Sonnenberg und bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, verschiedene Medien aktiv und kreativ zu nutzen.
Das JMZ Bumerang bietet neben der offenen Jugend- und Medienarbeit viele Projekte zum Thema Stadterkundung, Kinder- und Jugendbeteiligung, Demokratiebildung und Rassismusprävention an. Alle Projekte arbeiten mit einem medienpädagogischen Ansatz. Schwerpunkte dabei bilden das Spiel Minecraft, die Trickfilmbox, das Geocachen (Actionbound) und der Einsatz von Geräten wie der Actioncam oder von Drohnen.
Zielgruppen:
- Kinder, Jugendliche, junge Volljährige
- Eltern, andere Erziehungsberechtigte und Erziehungsbeauftragte
- (Sozial-)Pädagog:innen, Erzieher:innen
Homepage: http://www.swf-bumerang.de
Sektenproblematik
Mit dem Begriff "Sekte" bezeichnet man umgangssprachlich eine Gruppe, die sich mit ihrem Glauben von großen Religionsgemeinschaften abspaltet oder distanziert und einen negativen Einfluss auf ihre eigenen Mitglieder oder auf die Gesellschaft hat.
Zutreffender wäre hier der Begriff „konfliktträchtige religiöse oder weltanschauliche Gruppe“, weil er benennt, dass es Konflikte sowohl innerhalb der Gruppe als auch im Verhältnis zwischen Gruppe und Gesellschaft geben kann.
Kontaktmöglichkeiten und weitere ausführliche Darstellungen zum Thema Sekten: www.sekten-sachsen.de.