Ein Blick auf die Städte

Interview zum Abschuss

Nach insgesamt sechs Monaten endet das diesjährige Literaturstipendium der Stadt Chemnitz. Die Schriftstellerin und Regisseurin Judith Kuckart und der Fotograf Burkhard Peter hatten sich die Zeit aufgeteilt und blicken nun zurück.

Was haben Sie in den drei Monaten in Chemnitz jeweils konkret gemacht? 

Judith Kuckart: Ich habe viele gute Leute kennengelernt zwischen 16 und 76 Jahre alt, und habe unter anderem Kontakt zum Chemnitzer Ballett sowie zur Chemnitzer Szene geknüpft. Gemeinsam hatten wir ein Projekt mit einer Klasse der Agricola-Schule. Es gab eine Schreibaufgabe für die w16 Schüler:innen: Das Verschwinden der Lehrerin M. Walther. 

Burkhard Peter: Bei mir ist es mit der Schule und ersten Kontakten in die Chemnitzer Szene ähnlich. Hinzu kommen viele Besuche in Ausstellungen der Chemnitzer Kunstsammlungen. Besonders die Neue Sachlichkeit im Gunzenhauser. Sehr schön war eine Veranstaltung mit Live Musik zu Bildern von August Sander! Sehr eindrucksvoll waren auch die Begehungen im Schauspielhaus – zum einen, weil man in das alte Schauspielhaus gehen konnte. Ich fände es sehr schade, wenn es wirklich nicht mehr eröffnet werden könnte. Aber auch die Auswahl der Kunst war sehr gut. 

Abschied

Am Ende ihres Literaturstipendiums 2026 der Stadt Chemnitz werden die Schriftstellerin und Regisseurin Judith Kuckart und der Fotograf Burkhard Peter am 25. September Ergebnisse ihres Aufenthalts in Text und Bild präsentieren. 

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Judith Kuckart und Burkhard Peter wurden gebeten, für diesen Text zwei Fotos zur Verfügung zu stellen von Orten, die ihren Aufenthalt widerspiegeln. Im Foto links ist Amerika bei Penig zu sehen, das Bild rechts zeigt das Schauspielhaus von der Parkseite aus.

Foto: Burghard Peter
Foto: Burghard Peter

Welche Begegnung ist Ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben? 

Judith Kuckart: Eine Begegnung mit dem Künstlerkollektiv Karl liebt Käthe! Und die Leiterin der Bücherei Penig bei Amerika. 

Burkhard Peter: Karl liebt Käthe ebenso. Und unsere Nachbarin Frau Köhler mit dem Zirkushund! 

Haben Sie einen Lieblingsort in Chemnitz oder der Region gefunden? 

Judith Kuckart: Penig bei Amerika! 

Burkhard Peter: Die Chemnitz, unterhalb der Kaßbergauffahrt mit dem Fischreiher darin. 

Wie lief der Schreibworkshop mit den Achtklässlerinnen und Achtklässlern des Agricola-Gymnasiums? 

Judith Kuckart: Ach, wir hatten viel zu wenig Zeit. 

Burkhard Peter: Ja, es war wirklich toll und es gab einen regen Austausch mit den Schülerinnen und Schülern und tolle Ergebnisse. Aber wir hätten tatsächlich noch viel mehr Zeit in diesem Projekt verbringen können. 

Ihre Abschlussveranstaltung, die am 25. September stattfindet, heißt »Über Städte«. Welche Parallelen stellen Sie zwischen Chemnitz und anderen Städten fest?

Judith Kuckart: Wir werden an dem Abend auch über Wuppertal und Dortmund sprechen. Städte, aus denen wir beide ursprünglich kommen und die – mal besser, mal weniger gut – mit einem Strukturwandel in prekären Zeiten umgehen müssen – wie Chemnitz auch. 

Burkhard Peter: Genau, es ist der Stukturwandel, besonders in den fotografierten Stadtlandschaften wird das deutlich. In der Präsentation zeigen wir neben den Fotos aus Chemnitz auch Bilder aus den genannten Städten. 

Worauf können sich die Gäste freuen? 

Judith Kuckart: Darauf, dass alle Geschichten irgendwie zusammengehören, spätestens dann, wenn man sie erzählt. 

Burkhard Peter: Auf gute improvisierte Live-Musik in Verbindung mit Literatur und Fotografie.