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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 362

Star-Architekt Kengo Kuma besucht erneut Chemnitz

100 Jahre Frei Otto: Veranstaltungsreihe zur Baukultur geht weiter

Das Bild zeigt einen Mann, der einen schwarzen Pullover trägt, und mit verschränkten Armen vor einem Gebäude steht und direkt in die Kamera blickt.
Der japanische Star-Architekt Kengo Kuma kommt erneut nach Chemnitz und nimmt am 8. Juni an einem Ausstellungsgespräch zu Frei Otto teil. Foto: J.C. Carbonne
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Am Pfingstsonntag, dem 8. Juni, 18 Uhr ist der international renommierte japanische Architekt Kengo Kuma erneut in Chemnitz zu erleben. In den Kunstsammlungen am Theaterplatz spricht er mit der Tochter und langjährigen Mitarbeiterin von Frei Otto, Christine Kanstinger, und weiteren Gästen über das Leben und Wirken des bekannten Architekten, Wissenschaftlers und Erfinders, der vor 100 Jahren in Siegmar geboren wurde.

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung im Beteiligungsportal der Stadt Chemnitz unter https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/chemnitz/beteiligung/themen/1053447 notwendig.

Das Gespräch findet im Zuge der aktuellen Ausstellung „Beyond geometry. Frei Otto x Kengo Kuma“ statt, die bis zum 29. Juni 2025 in den Kunstsammlungen Chemnitz zu sehen ist.

Begleitend dazu stellen am Samstag, dem 31. Mai, 13 Uhr in der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Chemnitz, Straße der Nationen 33, die Herausgeber, einige der Autor:innen sowie Experten den Band „Frei Otto. Bauen mit der Natur“ vor. Dieser erscheint anlässlich des 100. Geburtstags Frei Ottos. Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung unter https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/chemnitz/beteiligung/themen/1052701 notwendig. 

Frei Ottos international beachtetes Werk erscheint aktueller denn je, was an der heutigen Relevanz der von ihm behandelten Fragen liegt. Es sind vor allem die ökologischen Nöte der Gegenwart und die daraus abgeleiteten neuen Anforderungen an die zeitgenössische Architektur, die Ottos langjährige Suche nach einem wünschenswerten Verhältnis von Natur, Technik und Gesellschaft wieder brisant machen. 

Das Buch, das vom saai – Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie herausgegeben worden ist, soll dem Pluralismus von Frei Ottos Naturkonzepten und Naturbildern Rechnung tragen, das sich in der Heterogenität der versammelten Beiträge internationaler Autor:innen widerspiegelt. Anlässlich der Vorstellung des Bandes soll in Chemnitz dieser Kreis zusätzlich erweitert werden, indem junge Architekturbüros und exponierte Kritiker:innen zum Gespräch über die heute aktuellen Fragestellungen im Werk Ottos eingeladen werden.

Die Buchvorstellung wird moderiert von der Publizistin und Autorin Sandra Hofmeister sowie dem Architekturtheoretiker und Vizepräsident der Berliner Akademie der Künste, Berlin, Anh-Linh Ngo. Unter den anwesenden Autoren sind Dr. Walter Scheiffele (Designtheoretiker und ehemaliger Gastprofessor an der Kunsthochschule Weißensee) sowie Prof. Jos Tomlow (ehemaliger Professor für Grundlagen der Gestaltung und Denkmalpflege an der Hochschule Zittau). 

Hintergrund

Beide Veranstaltungen finden im Zuge von „100 Jahre Frei Otto“ statt – der Veranstaltungsreihe des Garagen-Campus und der Stadt Chemnitz zur Baukultur zur Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. 

Der deutsche Architekt Frei Otto gehört zu den Persönlichkeiten, die in der Regel wenig mit seinem Geburtsort Chemnitz Siegmar und Sachsen in Verbindung gebracht werden. Seinen 100. Geburtstag am 31. Mai im Chemnitzer Titeljahr als Kulturhauptstadt Europas nehmen die Stadt Chemnitz und der Garagen-Campus, Interventionsfläche der Kulturhauptstadt, zum Anlass, diese Verbindung sichtbarer zu machen – getreu dem Chemnitzer Kulturhauptstadtmotto „C the unseen“. 

Frei Otto zählt zu den weltweit namhaftesten Architekten des 20. Jahrhunderts. Er ist berühmt für seine zeltartigen, filigranen Dachkonstruktionen, die in Leichtbauweise erstellt wurden. Das vielleicht bekannteste ist das Dach des Münchner Olympiastadions. Er ließ sich von der Natur inspirieren und gehört zu den wichtigsten Vertretern der organischen Architektur. Sein Ziel war es, leicht und beweglich zu bauen und so wenig Material und Energie wie möglich zu verwenden. Für seine Dächer, die oft über den Gebäuden zu schweben scheinen, setzte er Stahlseile, Netze, Bögen oder Schirme ein.

Die Kunstsammlungen Chemnitz, die Stadt Chemnitz und der Garagen-Campus haben dafür mit zahlreichen Partner:innen und Unterstützer:innen ein mehrteiliges Programm zusammen gestellt, das aus Veranstaltungen, einem internationalen Summer Summit und der Ausstellung besteht.

Kengo Kuma

Mit seinen Bauten fühlt sich der japanische Star-Architekt Kengo Kuma der Natur und Tradition Asiens verpflichtet: „Das Wesen meiner Arbeit ist die Verwendung von natürlichen Materialien, um luftige, offene Räume, gefüllt mit Sonnenlicht, zu gestalten“, beschreibt Kengo Kuma sein Anliegen. In seiner Architektur gelingt es Kengo Kuma archaische Materialien, traditionelle japanische Baukunst und innovativen Technologien wirksam zu verbinden. 

Neben nachhaltiger Gestaltung und fortschrittlichem Denken verbinden Kengo Kuma und Frei Otto eine gleiche Aufgabenstellung zu unterschiedlichen Zeiten: Die Planung eines Olympiastadions. Frei Otto hat gemeinsam mit dem in Chemnitz aufgewachsenen Günther Benesch das Stadion für die Olympiade 1972 in München geplant. Kengo Kuma wiederrum durfte das olympische Stadion von Tokyo 2020 nach eigener Aussage im Sinne von „Menschlichkeit, Natur und Intimität“ gestalten. 

Im Januar 2024 hatte Kengo Kuma bereits einen Vortrag mit dem Titel „Go back to nature“ im zentralen Hörsaal der TU Chemnitz vor rund 500 Zuschauer:innen im Zuge der Serie „100 Jahre Frei Otto“ gehalten.