Der Chemnitzer Stadtrat wurde in seiner heutigen Sitzung darüber informiert, wie sich die Kosten und Termine bei den Infrastrukturvorhaben der Stadt Chemnitz im ersten Halbjahr 2026 entwickelt haben. Das Baudezernat betreute im Berichtszeitraum 138 Baumaßnahmen mit einem jeweiligen Investitionsvolumen von mindestens 400.000 Euro.
Zum 30. Juni 2026 standen für diese Projekte mehr als 162,3 Mio. Euro zur Verfügung. Davon waren 99,16 Mio. Euro vertraglich gebunden. Für Leistungen wurden 34,54 Mio. Euro abgerechnet oder ausgezahlt. Die größten Anteile entfielen auf Straßen und Verkehr mit 50,4 Mio. Euro, den Breitbandausbau mit 41,3 Mio. Euro sowie Schulen und Sporthallen mit 34,9 Mio. Euro.
Im ersten Halbjahr 2026 konnten u. a. die Arbeiten am Johannes-Kepler-Gymnasium abgeschlossen werden. Bei weiteren Vorhaben haben die Bauarbeiten begonnen. Dazu gehören die Sanierung des Hortgebäudes der Kirchner-Grundschule in Wittgensdorf, der Bau der Zweifeldsporthalle in Grüna und das zweite Kunstrasen-Großspielfeld im Sportforum.
Auch beim Pleißenbachgrünzug zwischen Stadtgut und dem ehemaligen Güterbahnhof laufen weiterhin die Arbeiten. Dort entstand neben dem neuen Gewässerlauf ein öffentlicher Platz. Rund 95 Prozent des neuen Bachbetts waren Ende Juni hergestellt, anschließend konnte der Bach in den neuen Lauf geleitet werden. Durch höhere Kosten für die Entsorgung von Boden musste der Kostenrahmen um rund 1,15 Mio. Euro angehoben werden. Für die Umsetzung konnten überwiegend Fördermittel von rund 1 Mio. Euro genutzt werden. Der Eigenanteil der Stadt Chemnitz betrug ca. 115.000 Euro.
Der Premiumradweg Küchwald-Wüstenbrand wird derzeit im Bauabschnitt 2.0 zwischen der Röhrsdorfer Straße in Grüna und der Riedstraße auf einer Länge von 2,425 Kilometern ausgebaut. Dies beinhalten Arbeiten an vier Brücken.
Bei der Gebrüder-Grimm-Grundschule laufen die Arbeiten ebenfalls planmäßig. Dort wird das Gebäude innen saniert und an die heutigen Anforderungen angepasst. Wegen gestiegener Baukosten wurde auf die ursprünglich geplante Erweiterung verzichtet. Stattdessen entsteht u. a. ein Musikraum im bisherigen Gymnastikraum. Der Kostenrahmen liegt nun bei rund 13 Mio. Euro.
Der Erweiterungsneubau der Kooperationsschule Chemnitz an der Brauhausstraße wurde am 15. September feierlich eröffnet und wird seit Beginn des Schuljahres 2026/27 genutzt. Der Rohbau des Erweiterungsbaus war im März 2026 fertiggestellt, der weitere Zeitplan war angepasst worden.
Beim Terra Nova Campus werden zusätzliche Räume für etwa 80 Schüler:innen geprüft. Vorgesehen sind zehn bis 15 weitere Unterrichtsräume.
Der Breitbandausbau bleibt ein weiterer Schwerpunkt. Für den zweiten Bauabschnitt sind mehr als 415 Kilometer Tiefbau-Trasse vorgesehen. Bund und Freistaat tragen zusammen 90 Prozent der förderfähigen Kosten, zehn Prozent übernimmt die Stadt Chemnitz. Da Fördermittel teilweise erst nach dem Baufortschritt ausgezahlt werden, finanziert die Stadt Chemnitz einen Teil der Kosten zunächst vor.
Zu den wesentlichen Risiken für Baumaßnahmen zählen weiterhin schwankende Baupreise, ein verzögerter Zufluss von Fördermitteln und die begrenzten eigenen finanziellen Spielräume. Hinzu kommen bei einzelnen Vorhaben zusätzliche Anforderungen, die sich erst während der Bauarbeiten ergeben. Die Stadt Chemnitz prüft deshalb die Kosten- und Terminentwicklung fortlaufend und passt bei Bedarf die weitere Planung an.
Insgesamt bewertet der Controllingbericht die Entwicklung der Bauprojekte als stabil. Abweichungen bei Kosten und Terminen betreffen vor allem einzelne Vorhaben und bleiben nach aktuellem Stand in einem steuerbaren Rahmen. Besonders im Blick bleiben Projekte mit einem veränderten Kostenrahmen oder erhöhtem Risiko.