Neue Außengehege im Wildgatter fertiggestellt
Zwei neue Tierarten – Schwedische Blumenhühner und Guteschafe – bereichern das Gelände
Ab sofort können die Neuzugänge der Schwedischen Blumenhühner und Guteschafe in ihren neuen Gehegen im Wildgatter Oberrabenstein, Thomas-Müntzer-Höhe 13, besucht und beobachtet werden. Die neuen Anlagen sind in den vergangenen Monaten angelegt und die Außengehege nun fertiggestellt worden. Die Arbeiten erfolgten ausschließlich in Eigenleistung durch die Mitarbeiter:innen des Wildgatters.
Die Auen, die weiblichen Guteschafe, namens Björk, Aili und Kaja aus dem Zoo Erfurt sind bereits Ende August im Wildgatter eingezogen. Anfang September kam der Bock Tjelvar aus einer Privathaltung in Freiberg dazu.
Das Guteschaf ist eine von der schwedischen Insel Gotland stammende, robuste, mittelgroße Landrasse aus der Gruppe der nordeuropäischen Kurzschwanzschafe. In seinem Körperbau entspricht es weitgehend den bereits zur Wikingerzeit gehaltenen Schafen. Charakteristisch ist das dem Mufflon ähnelnde Gehörn, das sowohl bei den Böcken als auch bei den Auen ausgeprägt ist. Eine weitere Besonderheit: Die Tiere verlieren ihre Wolle im Frühsommer weitgehend selbst und können daher nahezu ohne Schur gehalten werden.
Aktuell ist das Wildgatter die einzige zoologische Einrichtung in Deutschland, die diese Schafrasse hält.
Das Außengehege der Schafe wurde mit einer Vielzahl an Wildobstbäumen bepflanzt. Das trägt zu einer naturnahen Gehegegestaltung bei, heimische werden Arten gestärkt und die ökologische Vielfalt wird gefördert. Neben Mehlbeere, Speierling, Elsbeere, Esskastanie und der Gemeinen Traubenkirsche sind auch Wildapfel und -birne im Außengehege zu finden.
Die Schwedischen Blumenhühner – auch als Schonische Blumenhühner bezeichnet – stellen ebenfalls eine Besonderheit dar. Insgesamt sechs Hühner und ein Hahn haben im November das neue Areal bezogen und sich bereits sehr gut eingelebt.
Bei dieser Art handelt es sich um eine alte schwedische Landrasse, die um 1970 bereits als ausgestorben galt, bis im Dorf Vomb in Schonen eine der letzten Herden entdeckt wurde. Der heutige Bestand geht auf lediglich drei Haltungen in Vomb, Tofta und Esarp zurück. Inzwischen wird die Hühnerrasse von mehreren hundert Halter:innen gezüchtet und ist heute auch außerhalb Schwedens, unter anderem in Dänemark, Deutschland und der Schweiz, verbreitet.
Typisch für die Blumenhühner ist ihr äußerst vielfältiges Erscheinungsbild: Kein Tier gleicht dem anderen. Die Grundfarben reichen von Schwarz, Blau, Grau und Braun über Wildfarben bis hin zu gelblichen Tönen. Weiße Federspitzen erzeugen das namengebende Blumenmuster im Gefieder.
Mit den neuen Gehegen bietet das Wildgatter Oberrabenstein seinen Besucher:innen nicht nur attraktive Einblicke in seltene und historische Nutztierrassen, sondern leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung alter Rassen.
Öffnungszeiten im Tierpark und Wildgatter:
| Täglich | 9 bis 16 Uhr |
Letzter Einlass jeweils eine Stunde vor Schließung.