Literaturstipendium für Judith Kuckart und Burkhard Peter
Tandem teilt sich Aufenthalt auf – Start ist am 1. April – Auftaktveranstaltung am 23. April, 19 Uhr, Neue Sächsische Galerie
Die Schriftstellerin und freie Regisseurin Judith Kuckart und der Fotograf Burkhard Peter sind die Träger:innen des diesjährigen Literaturstipendiums der Stadt Chemnitz. In der Ausschreibung setzten sie sich mit ihrer Tandembewerbung gegen 52 weitere Bewerbungen durch. Die beiden werden sich den Aufenthalt von Anfang April bis Ende September zu gleichen Teilen aufteilen, Burkhard Peter startet am 1. April.
Für das dritte Literaturstipendium der Stadt Chemnitz sind zwischen Anfang August und Mitte September 2025 insgesamt 53 Bewerbungen eingegangen – so viele und so international wie noch nie. Es gab Einsendungen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn, Georgien, Italien und Estland. Gesucht worden war eine literarische Produzentin oder ein literarischer Produzent, die oder der von April bis September 2026 in Chemnitz leben wird, sich in dieser Zeit facettenreich mit Stadt und Region beschäftigt, am gesellschafts- und kulturpolitischen Diskurs teilnimmt und ihn durch eigene Beiträge bereichert.
Die Jury, die die Tandembewerbung von Judith Kuckart und Burkhard Peter auswählte, bestand aus: Arna Aley (freie Autorin, Übersetzerin und 1. Literaturstipendiatin der Stadt Chemnitz), Prof. Ulrike Brummert, docteur d‘Etat (Kulturwissenschaftlerin an der TU Chemnitz und Kulturbeirätin Chemnitz), Dr. Lutz Graner (Literaturwissenschaftler an der Universität Bielefeld und Inhaber des Chemnitzer Eichenspinner Verlags), Markus Heinke (Projektleiter Bereich Kultur vom Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit Chemnitz), Thoralf Kuhnt (Buchhändler und Veranstalter der Reihe Bookcornern) und Stefanie Menschner (Wortkünstlerin und Poetry Slammerin).
Das Stipendium beinhaltet 1.500 Euro pro Monat während des Aufenthalts sowie die Bereitstellung einer möblierten Wohnung.
Die Stipendiaten
Judith Kuckart (geboren 1959) wuchs am Rande des Ruhrgebiets auf. Sie lebt in Berlin. Ihr Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften schloss sie mit dem Magister über Else Lasker-Schüler ab. Sie besuchte die Abteilung Tanz an der Folkwang-Hochschule Essen und gründete 1984 das Tanztheater Skoronel, eine freie professionelle Gruppe, mit der sie bis zum Jahr 1998 17 Produktionen realisierte. Seit 1999 arbeitet sie als Schriftstellerin und freie Regisseurin. Im August 2024 erschien ihr neuer Roman „Die Welt zwischen den Nachrichten“ bei DuMont.
Burkhard Peter (geboren 1961) studierte Foto- und Filmdesign an der FH Dortmund. Er lebt als freier Fotograf in Berlin. Er arbeitet deutschlandweit im Bereich Portrait- und Reportagefotografie, sowie Dokumentation im redaktionellen Bereich, für Institutionen, Verlage, Zeitschriften, PR und Werbung. Seit 2015 beschäftigt er sich in seiner künstlerischen Arbeit mit der Stadtlandschaft als Lebensraum und nimmt dabei städtische, auch kleinstädtische und provinzielle Szenerien in den Fokus.
Judith Kuckart und Burkhard Peter haben bereits bei mehreren gemeinsamen Projekten zusammengearbeitet. Für das Literaturstipendium der Stadt Chemnitz haben sie sich als Tandem beworben, um sich jeweils einzeln in einem Projekt und auch in einem gemeinsamen Projekt in die Stadt Chemnitz einzubringen.
Willkommensveranstaltung
Am Donnerstag, dem 23. April, ab 19 Uhr stellen sich die beiden Stipendiaten bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Literaturstipendium in der Neuen Sächsischen Galerie vor. Geplant ist ein moderiertes Gespräch inklusive Lesung.
Hintergrund Literaturstipendium
Im Jahr 2022 hat die Stadt Chemnitz erstmals ein Literaturstipendium ausgeschrieben. Das erste wurde an die Berliner Autorin Arna Aley vergeben. Während ihres sechsmonatigen Aufenthalts von Oktober 2022 bis März 2023 forderte sie die Chemnitzer:innen auf, ihr bei regelmäßigen Sprechstunden im Stefan-Heym-Forum Geschichten zu erzählen. Neben den Auftakt- und Abschlussveranstaltungen zum Stipendium in der NSG gab sie Interviews im Amtsblatt der Stadt Chemnitz, im MDR Sachsen und bei Deutschlandfunk Kultur. Zudem schrieb sie regelmäßig in einer Kolumne für die Freie Presse, präsentierte ihr Performanceprojekt im Projektraum Tankstelle und brachte sich sehr aktiv in die Chemnitzer Kulturlandschaft ein.
Das 2. Literaturstipendium der Stadt Chemnitz wurde 2023 ausgeschrieben und ging an Stefan Hornbach. Der Autor schrieb während seiner Zeit in Chemnitz an seinem zweiten Roman, besuchte Veranstaltungen und Kulturträger und übernahm für einen Tag den Buchladen „Monokel“ und buch-orakelte mit den Kund:innen. Zudem gestaltete er den Literarischen Salon in den Kunstsammlungen Chemnitz und veranstaltete eine Abschlussgala mit Lesungen und Performances im Weltecho.
Die beiden Literaturstipendiaten der Stadt Chemnitz Arna Aley und Stefan Hornbach haben einen wesentlichen Beitrag zur Sichtbarkeit der Sparte Literatur in Chemnitz geleistet sowie zur Vernetzung der regionalen Literaturakteur:innen beigetragen. Arna Aley wirkte über die Zeit ihres Stipendiumsaufenthalts hinaus als Botschafterin für die Stadt, in dem sie u. a. die Schreibwerkstatt des Kulturhauptstadt-Projektes „Rummelplatz“ der Oper Chemnitz leitete. Stefan Hornbach gestaltete mit „Queer unterwegs!“ eine Lesung in einer historischen Straßenbahn. Darüber hinaus waren beide im Jahr 2025 Teil Kulturhauptstadt-Projekts „Heym-Reise“.