Am Sonntag, dem 26. Januar, 16 Uhr wird im Clubkino Siegmar, Zwickauer Straße 425, erstmals die Kinoversion des Films über den Lebensweg von Justin Sonder gezeigt. Darin berichtet Justin Sonder, verstorbener Chemnitzer Ehrenbürger und Auschwitz-Überlebender, in einem bewegenden Interview unter anderem von seiner Zeit im Konzentrationslager. Der Film ist die Kinoversion der dreiteiligen Kurzfilm-Reihe, die im November 2024 veröffentlicht wurde (siehe Pressemitteilung 809 von 2024).
Im Anschluss an diese Premiere findet eine Podiumsdiskussion statt, an der neben Bürgermeister Ralph Burghart auch Kerstin Claus, die Tochter von Justin Sonder, Wolfgang Langer, Lehrer und Wegbegleiter, sowie der Filmproduzent René Kästner teilnehmen. Sie beleuchten das Leben und Wirken Justin Sonders und unsere Verantwortung für die Zukunft. Die Moderation übernimmt Markus Mehnert von der Aktion Zivilcourage.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wer sicher einen Platz haben möchte, kann sich diesen über das Beteiligungsportal unter https://mitdenken.sachsen.de/1047838 reservieren. In dem Fall sollten Gäste bis 15.45 Uhr im Kino sein, andernfalls wird das Ticket vor Ort neu vergeben.
Am Montag, dem 27. Januar, 11.30 Uhr wird es eine weitere Aufführung des Films im Kino Metropol Chemnitz, Zwickauer Straße 11, geben. Eine Anmeldung dafür ist nicht erforderlich, jedoch werden größere Gruppen und Schulklassen gebeten, sich unter protokoll(at)stadt-chemnitz.de anzumelden. Die Teilnahme ist ebenfalls kostenfrei.
Hintergrund:
Am 27. Januar 2025 jährt sich zum 80. Mal die Befreiung des KZ Auschwitz. Aus diesem Anlass zeigt die Stadt Chemnitz den neu produzierten Film zum Lebensweg von Justin Sonder.
Justin Sonder wurde am 18. Oktober 1925 in Chemnitz geboren. Er erlebte in frühester Jugend den wachsenden Antisemitismus und wurde am 27. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Im Juni 1945 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er seitdem lebte. In vielen Veranstaltungen erzählte er Schüler:innen vom Grauen, das er durchlebt hat und trotz der schrecklichen Erlebnisse in seiner Jugend hat er nicht seine Menschlichkeit verloren. Seine Lebensgeschichte und die Mahnung für Frieden und Demokratie einzustehen, beeindruckten viele tausende Schüler:innen. Die Filme sollen helfen, die Erinnerung an den Chemnitzer Ehrenbürger wach zu halten und einen wertvollen Beitrag zur Mahn- und Erinnerungskultur leisten.
Der Film beschreibt die Kindheit von Justin Sonder in Chemnitz, die überschattet ist von der immer stärker werdenden Ausgrenzung von Juden aus dem gesellschaftlichen Alltag. Von dieser Zeit und seinem anschließenden Leidensweg im Konzentrationslager Auschwitz hat Justin Sonder immer wieder vor Schulklassen berichtet.
Zum Abschluss stellt sich die Frage: „Was bleibt nach dem Tod von Justin Sonder?“ und widmet sich dem Gedenkprojekt „Eine Bank für Justin Sonder“, die das Internationale Auschwitz Komitee und die Stadt Chemnitz gemeinsam umgesetzt haben. Damit ist auf dem Brühl ein einmaliger Erinnerungsort entstanden, an dem man sich zu Justin Sonder setzen und mit ihm ins Gespräch kommen kann.
Zu Wort kommen in dem Film zahlreiche Wegbegleiter:innen: Christoph Heubner, Initiator des Gedenkprojektes, Kerstin Claus, Tochter von Justin Sonder, Historiker Dr. Jürgen Nitsche, Lehrer Wolfgang Langer, Enrico Hilbert, Freund und Vorsitzender des VVN-BdA, sowie die Künstlerin Julia Kausch. Doch vieles erzählt Justin Sonder auch selbst. Im Jahr 2017 wurde mit ihm ein ausführliches Interview geführt. Teile daraus wurden in dem Film „Kinder im Krieg“ veröffentlicht, der sich mit den Kriegserlebnissen Chemnitzer Kinder um 1945 beschäftigt. Dieser Film wurde am 5. März 2018 erstmals der Öffentlichkeit gezeigt und wurde – wie der aktuelle Film auch – im Auftrag der Stadt Chemnitz von der Chemnitzer Produktionsfirma Red Tower Films produziert.