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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 244

Eiben als Ersatz für Buchsbäume gepflanzt

Schutz vor dem Buchsbaumzünsler – aktuelle Pflanzungen im Park Morgenleite, Garten der Ruhe, Wladimir-Sagorski-Straße

Im Bild ist eine Parkanlage zu sehen. Darin stehen kleine kugelförmig geschnittene Sträucher, deren Blätter sind braum im Gegensatz zur umgebenden grünen Vegetation.
Garten der Ruhe mit den befallenen Buchsbaumsträuchern Foto: Stadt Chemnitz
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Seit Anfang April werden im Park Morgenleite, in unmittelbarer Nähe zur neu entstandenen Interventionsfläche mit dem Wasserspielplatz, im „Garten der Ruhe“ neun Buchsbäume durch Eiben (Taxus media „Densiformis“) ersetzt. Die vorhandenen Sträucher waren stark vom Buchsbaumzünsler befallen. Die Ersatzpflanzungen sind erforderlich, um das Erscheinungsbild des Gartens zu bewahren, der in Anlehnung an japanische Gärten mit kugelförmigen Buchs gestaltet wurde.

Gepflanzt werden die Eiben als Solitär mit Drahtballierung mit einer Höhe von ca. 1 bis 1,25 Metern. Ausschlaggebend für die Auswahl der Art und Sorte waren der Standort, der Habitus und die zu erwartenden gering erforderlichen Schnittmaßnahmen, um die Kugelform zu erhalten.
Die Kosten der neun neuen Pflanzen liegen bei ca. 1.400 Euro. 


Hintergrund

Die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers gestaltet sich äußerst schwierig und aufwendig. Der Schädling breitet sich rasch aus und schützt sich effektiv durch seine spinnenartigen Netze. Manuelle Entfernungen, biologische Bekämpfung oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sind zwar möglich, aber aufwändig und oft nur bedingt erfolgreich, vor allem bei starker Schädlingspopulation und fortgeschrittenem Schaden an den Pflanzen. Ab einem bestimmten Grad des Befalls ist eine Rettung der Buchsbäume nahezu aussichtslos. Die nachhaltigste und effektivste Lösung ist daher die Umstellung auf widerstandsfähige Alternativen bzw. resistente Buchs-Sorten. 
Alternativen, die dem Buchsbaum ähnlich und resistent gegen den Zünsler sind, umfassen: Eibe (Taxus), Zwergliguster (Ligustrum vulgare), Lorbeer (Laurus nobilis), Stechpalme (Ilex crenata).

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist längst kein unbekanntes Problem mehr. Besonders in den vergangenen Jahren hat sich der Schädling zu einer ernsthaften Bedrohung für Buchsbäume in vielen Parks und Gärten entwickelt. Ursprünglich aus Ostasien stammend, hat der Buchsbaumzünsler aufgrund des Klimawandels und der zunehmenden Globalisierung auch in Europa Fuß gefasst. Die warmen Sommermonate und milden Winter begünstigen sein schnelles Wachstum und seine Verbreitung. 

Der Schmetterling legt seine Eier auf die Buchsbäume und die daraus schlüpfenden Larven fressen die Blätter kahl. Durch den Verlust der Blätter und die dadurch abgeschwächte Photosynthese verliert die Pflanze ihre Vitalität. Die Fraßschäden begünstigen zusätzlich den Befall mit weiteren Schädlingen und Krankheiten. Bei starkem Befall ist ein langfristiger Erhalt der Gehölze kaum möglich. Die Buchsbäume sind sichtbar kahl, oft verziert mit spinnenartigen Netzen. So verlieren die Pflanzen ihren ästhetischen Nutzen gänzlich.

Der Buchsbaumzünsler stellt eine erhebliche Bedrohung für die Pflege und den Erhalt von Grünanlagen dar. Auch im privaten Bereich gilt: Wer einen Buchsbaum im eigenen Garten pflegt, sollte sich der Gefahr durch den Zünsler bewusst sein und über Alternativen nachdenken. Mit der Wahl robuster, standortgerechter und widerstandsfähiger Pflanzenarten kann jeder einen Beitrag zum Erhalt der grünen Vielfalt leisten.