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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 118

Vorgeschmack und Nachlese zur Leipziger Buchmesse

Stadtbibliothek: Lesungen mit Gespräch mit Schriftstellern aus Tschechien und der Slowakei – am 3. März und am 24. März, jeweils 18 Uhr im TIETZ, Zentralbibliothek

Am Dienstag, dem 3. März, sowie am Dienstag, dem 24. März, jeweils 18 Uhr, stellen namhafte tschechische und slowakische Literaten ihre neuen Romane in der Stadtbibliothek Chemnitz vor. Die beiden Veranstaltungen in der Zentralbibliothek im TIETZ bieten einen Vorgeschmack und die Nachlese zur Leipziger Buchmesse, die vom 19. bis 22. März stattfindet. Anmeldungen sind möglich unter www.stadtbibliothek-chemnitz.de/buchen

Jiří Hájíček, 3. März, 18 Uhr, Zentralbibliothek im TIETZ, Eintritt frei

Jiří Hájíček, einer der herausragenden tschechischen Autoren, stellt seinen Roman „370 m über NN“ vor. Ein Dorfroman, der von der Schönheit einer Welt erzählt, die im Begriff ist, unterzugehen.

Nach 15 Jahren im Ausland kehrt Hana 2008 dorthin zurück, wo einmal ihre Heimat war. Das Dorf ihrer Kindheit und Jugend wurde geflutet und an seiner Stelle wurde ein See aufgestaut, der nun das Kernkraftwerk Temelín mit Kühlwasser versorgt. In ihrer alten Heimat will Hana ergründen, was damals ihre Familie entzweit hat. Dabei nimmt sie uns mit auf eine Reise in die untergegangene Lebenswelt der 1980er-Jahre, die Zeit vor der „Samtenen Revolution“ in der Tschechoslowakei. 

Die deutsche Lesung übernimmt Vera-Cosima Gutmann vom Theater Chemnitz. Moderiert wird der Abend von Christina Frankenberg vom Tschechischen Zentrum Berlin. 

Michal Ajvaz & Lukáš Cabala, 24. März, 18 Uhr, Zentralbibliothek im TIETZ, Eintritt frei 

Unter dem Motto „Zwischen Spiegel und Erinnerung – Phantastische Lesewelten aus Leipzig und Trenčín“ lesen Michal Ajvaz und Lukáš Cabala aus ihren aktuellen Romanen. Die Veranstaltung moderiert die Übersetzerin Stefanie Bose. 

In „Die Passagen aus Glas“ erschafft Michal Ajvaz ein vielschichtiges Labyrinth aus Räumen, Spiegelungen und Zeitverschiebungen – ein poetisches Abenteuer, in dem Leipzig zur Bühne einer metaphysischen Erkundung des Alltäglichen wird. 

Lukáš Cabala führt uns in „Denkst du noch an Trenčín?“ durch Erinnerungs-Landschaften, in denen Vergangenes und Gegenwärtiges unmerklich ineinander übergehen. 

Beide Autoren lassen das Reale kippen, öffnen verborgene Türen zwischen Traum und Erfahrung und zeigen, wie nah sich Wirklichkeit und Imagination sein können. Eine Doppellesung, die die Wirklichkeit aus ihren Fugen hebt – und die Gäste für einen Abend in eine andere Ordnung der Dinge entführt.

Die Autoren

Zu sehen ist ein Mann vor einer Bücherwand, der in die Kamera schaut.
Jiří Hájíček liest am 3. März 2026, 18 Uhr, in der Zentralbibliothek im TIETZ. Foto: David Peltán

Jiří Hájíček, 1967 in Budweis (České Budějovice) geboren, gehört zu den herausragenden tschechischen Autoren unserer Zeit. Mit seinen Romanen, die alle in der südböhmischen Landschaft angesiedelt sind, hat er bereits zweimal den Magnesia Litera erhalten, Tschechiens höchsten Literaturpreis. Die Leser:innen der Tageszeitung Lidove noviny wählten den Roman „Der Regenstab“ (Original: Dešťová hůl) zum Buch des Jahres 2016.

Zu sehen ist ein Mann vor einer Bücherwand.
Michal Ajvaz liest am 24. März 2026, 18 Uhr, in der Zentralbibliothek im TIETZ. Foto: David Konecny

Michal Ajvaz, geboren 1949, studierte von 1967 bis 1974 Tschechisch und Ästhetik an der Karls-Universität in Prag und promovierte dort 1977 über Richard Weiner und Karel Čapek. Während des kommunistischen Regimes zog er sich in eine „innere Emigration“ zurück, schrieb ohne Aussicht auf Veröffentlichung und arbeitete als Hausmeister, Nachtwächter und Pumpenwart. Seit 1994 ist er freischaffender Autor, von 1996 bis 1999 war er als Redakteur der Literární noviny tätig. Seit 2003 ist er im Zentrum für theoretische Studien der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Karls-Universität angestellt. Seine Gedichte, Erzählungen, Romane, Essays und theoretischen Studien wurden bislang in 24 Sprachen übersetzt.

Zu sehen ist ein Mann vor einer schwarzen Wand, der in die Kamera schaut und lächelt.
Lukáš Cabala liest am 24. März 2026, 18 Uhr, in der Zentralbibliothek im TIETZ. Foto: Jana Gombíková

Lukáš Cabala, geboren 1986 in Trenčín, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt, der Kulturhauptstadt Europas 2026. 2011 machte er seine Liebe zu Büchern zum Beruf und gründete zusammen mit seinen Eltern das Internetantiquariat www.ciernenabielom.sk, das die Familie bis heute führt. Cabala ist Autor von vier Romanen und zwei Kinderbüchern, die größtenteils in Trenčín spielen. Sein Debütroman erschien 2020. „Denkst du noch an Trenčín?“ ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung und war 2025 für den EU-Literaturpreis und 2024 für den Anasoft-Litera-Preis nominiert.
 

Die Lesungen finden in Kooperation der Stadtbibliothek Chemnitz mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und dem Allee Verlag München statt; unterstützt durch das Projekt Czechia 2026 im Jahr der tschechischen Kultur, das den Gastlandauftritt der Tschechischen Republik auf der Frankfurter Buchmesse 2026 begleitet.