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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 121

25. Chemnitzer Friedenstag: Friedenstüchtig bleiben

Umfangreiches Programm am 5. März mahnt und mobilisiert für ein friedliches Miteinander – Verleihung des Chemnitzer Friedenspreises am 6. März, 18 Uhr

Am Donnerstag, dem 5. März, erinnert Chemnitz mit dem 25. Chemnitzer Friedenstag unter dem Titel „Friedenstüchtig bleiben“ an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und setzt zugleich ein Zeichen für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem Leitgedanken eines gemeinsamen und aktiven Erinnerns laden die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag und die Stadt Chemnitz gemeinsam mit zahlreichen Initiativen, Vereinen, Kirchen, Bildungseinrichtungen und engagierten Bürger:innen zu einem vielfältigen Programm ein.

„Der Chemnitzer Friedenstag bringt Menschen zusammen, die sich angesichts der aktuellen Kriege, der Diskussion um Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit Fragen stellen: Wo bleibt das intensive Bemühen um Frieden? Wer übernimmt Verantwortung für den Frieden in der Welt und zwischen uns? Was kann jeder von uns dafür tun? Antworten sind nicht einfach. Aber der Wunsch nach Frieden und die Sorge um dessen Erhalt, verbindet uns alle an diesem besonderen Tag. Es ist großartig und für uns wichtig zu sehen, dass sich in diesem Jahr, so viele Akteurinnen und Akteure wie noch nie zuvor beteiligen“, sagt Sabine Kühnrich, Sprecherin der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag.

Der Chemnitzer Friedenstag verbindet historisches Gedenken mit aktuellen Fragen des friedlichen Zusammenlebens. Ziel ist es, Erinnerung lebendig zu halten und zugleich Perspektiven für ein respektvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft zu eröffnen.

Die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag blickt zudem auf ein Vierteljahrhundert intensive ehrenamtliche Arbeit zurück. Dazu wird auch eine Ausstellung auf dem Neumarkt zu sehen sein.

„Über die Jahre ist bei der Ausgestaltung des Chemnitzer Friedenstages eine enge Kooperation mit der Stadt Chemnitz gewachsen. Es ist großartig, dass die Stadt engagiert dabei ist. Dafür sagen wir Danke“, so Stephan Brenner, Mitglied der Arbeitsgruppe. „Wir danken auch für die großzügige finanzielle Unterstützung durch den Kulturbetrieb der Stadt Chemnitz und die Bertha-von Suttner-Stiftung“, ergänzt Sabine Kühnrich.

Die folgenden Veranstaltungen am 5. März (Auszüge) in der gesamten Stadt bieten Raum für Austausch, Bildung, Kultur und Begegnung:

10 Uhr – Gemeinsames Gedenken und Kranzniederlegung
Ort: Städtischer Friedhof, Eingang Augsburger Straße
Mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal der Opfer des Bombenangriffs vom 5. März 1945 wird aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Vertreter:innen der Stadtgesellschaft erinnern an die Ereignisse des 5. März 1945 und rufen auf zu Verantwortung für Frieden und Menschlichkeit.

11.30 Uhr – Eröffnung am Friedenskreuz
Ort: Neumarkt 
Das Friedenskreuz steht symbolisch für das Gedenken an alle Kriegsopfer. Bürger:innen können dort ihre persönlichen Friedenswünsche hinterlassen. Diese Aktionen verbinden künstlerische Ausdrucksformen mit aktiver Beteiligung der Stadtgesellschaft.

11.30 bis 17 Uhr – Programm auf der Gedenk- und Aktionsfläche
Ort: Neumarkt
Der Neumarkt wird über den gesamten Tag hinweg zum zentralen Ort des Friedenstages. Besucher:innen erwartet ein vielfältiges Programm mit der Friedensbanner-Ausstellung des Jugendkunstprojekts, Informations- und Dialogangeboten zivilgesellschaftlicher Initiativen, Lesungen, Musikbeiträgen und Interviews, Mitmachaktionen für Kinder und Familien sowie Ausstellungen zu Demokratie, Vielfalt und Erinnerungskultur.

FRIEDEN – Aktionsstände auf dem Neumarkt

FFlöten für den Frieden
Musik verbindet die Menschen weltweit. Bau dir deine eigene Flöte und stimme ein in den großen Klang des Friedens (mit FabLab - Stadtfabrikanten e. V.).
RRed-Hand-Day – Keine Kindersoldaten!
Gib deine ROTE HAND, um den Missbrauch von Minderjährigen als Soldaten und Soldatinnen weltweit zu beenden (mit Chemnitzer Friedensinitiative).
IIn Frieden leben, auch anderswo
Menschen verschiedener Nationen informieren gemeinsam über die aktuellen Kriegs- und Krisenregionen auf der Welt (mit Migrationsbeirat Stadt Chemnitz).
EEine Taube für den Frieden
Bastle dir deine individuelle Friedenstaube und bringe sie zum Gurren (mit Holzkombinat Chemnitz).
DDruck machen für den Frieden
Bedrucke Stoffe und Fahnen mit deinen eigenen Friedenswünschen (mit Kreativzentrum des KJF e. V. Chemnitz und Peter Fiebig).
EEingeschränkt diensttauglich?
Diskutiere mit jungen Menschen, die gegen die Wehrpflicht sind, weil sie Kriege ablehnen.
NNein zum Krieg
Nimm einen Friedenswunsch an einer liebevoll gestalteten Blume mit und komme bei Kaffee und Tee mit anderen ins Gespräch (mit Omas gegen Rechts).

12 Uhr – Eröffnung der multimedialen Ausstellung über die Vereinten Nationen „#DieUNundWIR“
Ort: Rathaus, Ausstellungsraum EG
Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e. V. informiert über die wichtigsten Arbeitsfelder der UN: Friedenssicherung, Menschenrechte, Umwelt und Entwicklung. Mit multimedialen und interaktiven Elementen werden die Arbeitsweise und der Aufbau der Vereinten Nationen erklärt.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 5. März 2026, 12 Uhr, bis zum 10. April 2026 jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis16 Uhr.

ab 12 Uhr – Zeitzeugenfilme 
Ort: Rathaus, Stadtverordnetensaal
Filmbeiträge vermitteln persönliche Erinnerungen an Krieg und Zerstörung und machen Geschichte besonders für jüngere Generationen erfahrbar:

  • 12 Uhr „Der ewige März“ (2021; 35 Min.)
  • 13 Uhr „Die Letzten Zeugen“ (2019; 25 Min.)
  • 14 Uhr „Frieden XXL“ (2026; 25 Min.) – Film zum Bannerprojekt von Aktion ©
  • 14.45 Uhr „Zeitzeugenfilm „Brigitta Trojahn“ (2025, Untere Luisenschule; 20 Min.)
  • 15.30 Uhr „Kinder im Krieg“ (2018; 60 Min.)
  • 16.30 Uhr „Justin Sonder“ (2024; 60 Min.)

Die Filmreihe eröffnet individuelle Perspektiven auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und deren Bedeutung für die Gegenwart.

15 Uhr – Musikalisches Programm und Texte
Ort: Stadtkirche St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1
Mitglieder der Jüdischen Gemeinde lesen Texte aus dem Judentum zum Thema Frieden, musikalisch begleitet durch das Orchester „Streichhölzer“ der Städtischen Musikschule Chemnitz (Leitung: Andreas Winkler). Anschließend, ab 16 Uhr lesen die „Omas gegen Rechts“, begleitet vom Chor der Städtischen Musikschule.

ab 16.30 Uhr bzw. 17 Uhr – Friedenswege durch die Stadt
Von verschiedenen Orten im Stadtgebiet aus begeben sich Gruppen auf den Weg zum Neumarkt. Die Wege beginnen zeitversetzt an mehreren Ausgangspunkten, darunter Kirchen, soziale Einrichtungen und Begegnungsorte. Sie stehen symbolisch für die Vielfalt der Stadtgesellschaft und münden gemeinsam in die Abendveranstaltung.
16.30 Uhr treffen sich Vertreter:innen der Stadt Chemnitz, die Buntmacher*innen sowie weitere Teilnehmende mit der Zeitzeugin Brigitte Glänzel an der Turnstraße 39 und nehmen im Anschluss an den Friedenswegen teil.

Brigitte Glänzel hat den 5. März 1945 in der Turnstraße 39 erlebt. Sie erzählt an ihrem alten Wohnort, an der heute eine Stele an die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg erinnert, von dieser Nacht.

Ausgangspunkte ab 16.30 Uhr:

  • Haus der Gewerkschaften, Augustusburger Straße 33
  • Lutherkirche Schönau, Zwickauer Straße 255
  • Stele an der Turnstraße 39

Weitere Ausgangspunkte ab 17 Uhr:

  • ASB Wohnzentrum, Rembrandtstraße 15
  • Islamischer kultureller Verein in Chemnitz e. V., Moschee Solbrigstraße 22a
  • Jüdische Gemeinde, Stollberger Straße 28
  • „ZUHAUSE“ – Brühl/Elisenstraße
  • Propsteikirche St. Johannes Nepomuk, Hohe Straße 1St. Josephkirche Sonnenberg, Ludwig-Kirsch-Straße 19
  • Friedenskirche, Kaßbergstraße 30
  • St. Petrikirche, Theaterplatz

18 Uhr – Zentrale Veranstaltung des Friedenstages „Friedenstüchtig bleiben“
Ort: Neumarkt 
Mit Grußworten, künstlerischer Begleitung und musikalischen Beiträgen bildet die zentrale Kundgebung den Höhepunkt des Tages. Sie verbindet Erinnerung an die Vergangenheit mit dem gemeinsamen Blick auf eine friedliche Zukunft.

Gedanken zum Frieden tragen Christoph Magirius, Ehrenbürger und langjähriges Mitglied der AG Chemnitzer Friedenstag, Michael Veihelmann, theologischer Geschäftsführer der Zeisigwaldkliniken Bethanien und Träger des Chemnitzer Friedenspreises 2008 für die unentgeltliche medizinische Behandlung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten, sowie Dr. Christoph Dittrich, Intendant der Städtischen Theater Chemnitz, die den Friedenstag von Anfang an unterstützen, vor. Die künstlerische Ausgestaltung übernehmen Solisten:innen vom Ballett Chemnitz unter der Leitung von Ballettdirektorin Sabrina Sadowska.

20 Uhr – Ökumenischer Gottesdienst „Wiederherstellung der Gerechtigkeit“
Ort: Stadtkirche St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1
Gerechtigkeit ist eine der Voraussetzungen für Frieden. Dass das, was im Großen gilt, auch im Zwischenmenschlichen von großer Bedeutung ist, zeigt dieser Friedensgottesdienst auf. Zu Gast ist Pfarrerin Anne Straßberger, die Seelsorgerin für die Justizvollzugsanstalt Chemnitz. Im Gottesdienst wird auch das Nagelkreuz auf Wanderschaft geschickt: Es wird in den Wochen nach dem Friedenstag in der JVA Chemnitz und in der Christuskirchgemeinde zu Besuch sein.
(Bereits ab 19.30 Uhr findet in der Kirche ein öffentliches Vorgespräch zum Gottesdienst statt.)
Anschließend gemeinsamer Gang zum Friedenskreuz

21 Uhr – Gemeinsamer Abschluss am Friedenskreuz
Ort: Neumarkt
Mit einem gemeinsamen Moment des Innehaltens endet der Chemnitzer Friedenstag und setzt ein sichtbares Zeichen für Frieden und Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft.

Der Chemnitzer Friedenstag lebt vom Engagement zahlreicher Partner:innen aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Religion und Bildung. Gemeinsam gestalten sie ein Programm, das Erinnerung mit Verantwortung verbindet und zeigt, wie Frieden im Alltag aktiv gelebt werden kann.

Die AG Chemnitzer Friedenstag und die Stadt Chemnitz laden alle Interessierten herzlich ein, sich am 5. März am Friedenstag zu beteiligen, Veranstaltungen zu besuchen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Frieden und Zusammenhalt zu setzen.

Chemnitzer Friedenspreis 2026

Freitag, 6. März, 18 Uhr
Ort: Rathaus, Stadtverordnetensaal 
Der Chemnitzer Friedenspreis 2026 wird durch den Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V. und die Migrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz, Etelka Kobuß, verliehen. Musikalisch wird die Verleihung von der Städtische Musikschule Chemnitz begleitet. Im Anschluss gibt es einen Empfang. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Das vollständige Programm sowie weitere Informationen:
www.chemnitz.de/friedenstag
www.chemnitzer-friedenstag.de