Feuer und Flamme für Chemnitz
Anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Berufsfeuerwehr Chemnitz und des 120-jährigen Jubiläums der Hauptfeuerwache
an der Schadestraße widmet sich das Schloßbergmuseum der Geschichte des Chemnitzer Feuerlöschwesens.
Rund 80 Exponate, darunter historische Dokumente, Fotografien, Gemälde und Modelle von Lösch- und Rettungsgeräten, veranschaulichen die Entwicklung der Brandbekämpfung vom Mittelalter bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Ein besonderes Ausstellungsstück ist eine funktionstüchtige »Abprotzspritze« der Chemnitzer Firma W. R. Lippold aus dem Jahr 1893.
Im Oktober 1866 wurde mit der Einrichtung einer »Nachtfeuerwache« aus zwölf fest angestellten Feuerwehrmännern der Grundstein für die Berufsfeuerwehr Chemnitz gelegt. Mit dem Wachstum der Stadt zu einem bedeutenden Industriezentrum stiegen auch die Anforderungen an den Brand- und Katastrophenschutz. Die zunächst nur behelfsmäßig untergebrachte Berufsfeuerwehr am Neumarkt erhielt im Dezember 1906 mit der neuen Hauptfeuerwache an der Schadestraße einen modernen Standort. Die damals als mustergültig geltende Anlage ist bis heute in Betrieb.
Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung des Feuerlöschwesens nach, dessen Anfänge in Chemnitz bis ins 14. Jahrhundert
zurückreichen. Trotz früher Feuerlöschordnungen und technischer Verbesserungen kam es über Jahrhunderte immer wieder zu verheerenden Bränden. Erst mit der Gründung verschiedener Freiwilliger Feuerwehren ab den späten 1840er Jahren und der späteren Einrichtung der Berufsfeuerwehr entwickelte sich eine zunehmend professionelle Brandbekämpfung.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Die Exponate stammen überwiegend aus den Sammlungen des Schloßbergmuseums und werden durch Leihgaben ergänzt. Zu sehen sind unter anderem eine seltene Entwurfszeichnung einer »Schlangenspritze« aus dem 18. Jahrhundert, historische Ansichten der alten Feuerwache am Neumarkt und der neuen Hauptfeuerwache sowie Modelle von Lösch- und Rettungsgeräten. Die Exponate dokumentieren auch die Bedeutung Chemnitzer Unternehmen, die im späten 19. Jahrhundert erfolgreich Feuerwehrtechnik produzierten.