Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna: Pläne für Umbau der Leipziger Straße werden konkret

Stufe 4 des Chemnitzer Modells sieht den Bau einer Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna vor. Im zweiten von fünf Planfeststellungsabschnitten (PFA) ist der Umbau der Leipziger Straße in Chemnitz vorgesehen. Erste Pläne, die so genannte Vorzugsvariante, stellen VMS, Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) und Stadtverwaltung Chemnitz heute (17 Uhr) im Foyer der Stadthalle öffentlich vor.
Ausblick: So soll die Kreuzung Hartmannstraße/Leipziger Straße am Konkordiapark in einigen Jahren aussehen. Foto: VMS

Der PFA2 schließt am Konkordiapark an den PFA1 (Chemnitzer Bahnring plus Hartmannstraße) an. Dieser zweite Abschnitt führt über eine Länge von 1,8 Kilometern die Leipziger Straße stadtauswärts und endet am Eissportzentrum.

Das soll laut Vorzugsvariante entstehen: Neue Doppelgleise für CVAG und City-Bahn. Sie liegen im Abschnitt Konkordiapark - Mittelstraße in Randlage der Straße (stadtauswärts rechts) und im Abschnitt Mittelstraße - Eissportzentrum in Mittellage. Dazu kommen Radwege und breite Fußwege. 
 

Wir planen die komplette Neugestaltung der Leipziger Straße.

Mathias Korda
VMS-Geschäftsführer



Bürgerinformationsveranstaltung am 26. August ab 17 Uhr

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) lädt gemeinsam mit der Stadt Chemnitz und der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) zum Infomarkt rund um den PFA 2 der Ausbaustufe 4 des Chemnitzer Modells ein.

Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr mit einer kurzen Präsentation. Hier gibt es zunächst einen Überblick über den Planungsprozess und die Planungsergebnisse für diesen Abschnitt. Anschließend können sich Interessierte bis 19 Uhr frei zwischen mehreren Themeninseln bewegen, je nach Interesse verweilen und Fragen direkt mit den zuständigen Experten besprechen. Die Teilnahme ist während des gesamten Veranstaltungszeitraums möglich.

Der Präsentationsteil ab 17 Uhr wird zusätzlich per Livestream übertragen und steht danach auf Abruf bereit.

Hier geht's zum Livestream
 


Nach Fertigstellung des Abschnitts bis Chemnitz-Center werden hier bis zu acht Bahnen stündlich je Richtung verkehren. Für Kraftfahrzeuge sind weiterhin vier Fahrstreifen vorgesehen mit zum Teil neuen Linksabbiegestreifen.

Im Zuge der Leipziger Straße wird zwischen Hartmannstraße und Wittgensdorfer Straße der bestehende Verkehrsraumes mit regelkonformen Breiten für die Belange der Straßenbahn, des motorisierten Individualverkehrs, für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbegleitgrün neu aufgeteilt. Um die Einordnung der Straßenbahntrasse zu ermöglichen werden insbesondere im südlichen Abschnitt Stellplätze entfallen. Die wegfallenden Parkplätze werden durch die Neuanlage von Stellplätzen im Bereich zwischen Glauchauer Straße und Küchwaldring teilweise kompensiert.

Foto: VMS

Die Vorzugsvariante sieht neue Radwege auf beiden Seiten der Leipziger Straße vor. Die konkrete Ausgestaltung der Kreuzungen und der Übergänge zu den anschließenden Radwegen wird in den folgenden Planungsphasen noch detailliert untersucht.

Die vorhandenen Bäume entlang der Strecke sollen nach Möglichkeit, sofern es Lage und Höhe der neuen Verkehrsanlage zulassen, erhalten bleiben. Die Eingriffe in den Konkordiapark, den Park Leipziger Platz und den Küchwaldpark sollen möglichst gering ehalten werden. Bei notwendigen und unvermeidlichen Baumfällungen werden Ersatzstandorte für Neupflanzungen im Planungsbereich gesucht. Das Rasengleis im Bereich der Straßenbahntrasse und eine begleitende Gehölzallee sollen die Leipziger Straße grüner und attraktiver machen.

Mit der Umsetzung des Chemnitzer Modells geht mehr einher als die Verlegung von Straßenbahngleisen. Vielmehr führen wir mit dem Umbau der Leipziger Straße auch die begonnene Aufwertung der Innenstadt fort und gestalten die nördliche Einfallachse in die Stadt neu – grüner und attraktiver als je zuvor.

Thomas Kütter
Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau

Thomas Kütter in der Wandelhalle des Chemnitzer Rathauses

Vier Haltestellen - Schrittweise Inbetriebnahme - Stadtrat entscheidet im Oktober

Die Vorzugsvariante sieht in diesem Streckenabschnitt voraussichtlich vier Haltestellen vor, welche künftig parallel und in Mittellage entlang der Straßenbahntrasse angeordnet sind. Mit der Fertigstellung des Planfeststellungsabschnitts 2 wird nach heutigem Stand der Planung die Straßenbahnlinie 4 den neuen Streckenabschnitt regulär bedienen. Die Buslinie 21 wird dann zwischen Ebersdorf und Stadtzentrum verkehren. Die Strecke zwischen Eissportzentrum und Chemnitz Center wird bis zum Ende der Baumaßnahmen weiterhin mit Bussen bedient.

Der Chemnitzer Stadtrat entscheidet im Oktober 2026, ob die vorgestellte Vorzugsvariante umgesetzt wird. Falls diese Entscheidung fällt, geht es so weiter: 2027 soll die weiter verfeinerte Entwurfsplanung erfolgen, 2028 das Planfeststellungsverfahren. Baubeginn ist vorgesehen nach Abschluss der Arbeiten am PFA1 (etwa 2030).