Abfallentsorgungsfahrzeuge erhalten Löschsystem

Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASR) der Stadt Chemnitz und die Feuerwehr Chemnitz haben heute ein selbst entwickeltes System vorgestellt, mit dem Fahrzeugbrände effektiv gelöscht werden können.
Zwei Mitarbeiter stehen vor einem Müllauto mit einem neuen selbstlöschenden System zur Bekämpfung von Fahrzeugbränden.
Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASR) der Stadt Chemnitz und die Feuerwehr Chemnitz haben ein selbst entwickeltes System vorgestellt, mit dem Fahrzeugbrände effektiv gelöscht werden können. Foto: Jenny Zichner
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Die Statistik ist eindeutig: Die Zahl der Batteriebrände in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. Gleichzeitig lassen sich inzwischen rund drei Viertel der bekannten Brandursachen auf Lithium-Ionen-Batterien zurückführen. Auch die Flotte des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebes (ASR) der Stadt Chemnitz ist immer wieder betroffen.

Grund dafür sind meist falsch entsorgte Akkus und Batterien. Da der Abfall in den Fahrzeugen mit großem Druck gepresst wird, kommt es im unglücklichen Fall zu Kurzschlüssen und kleinen Explosionen, somit zu Bränden. Die Tendenz ist steigend, denn es werden immer mehr Akkus und Batterien verbaut.

Bei Bränden sind Fahrerinnen und Fahrer des ASR angehalten, die Ladung sofort zu kippen, um teure Schäden an den Fahrzeugen zu vermeiden. Die brennenden Abfälle werden dann auf offener Straße gelöscht.

Nicht selten kommt es aber vor, dass im Brandfall auch die Elektronik im Fahrzeug ausfällt und der Kippvorgang nicht mehr ausgelöst werden kann.

Für dieses Szenario hat der ASR mit der fachlichen Unterstützung der Feuerwehr Chemnitz ein Löschsystem für die Fahrzeuge entwickelt. Es ermöglicht, den Brand der Ladung bei geschlossenem Fahrzeug unter Kontrolle zu bringen.

Über einen Anschluss zwischen Fahrerhaus und Aufbau kann Löschwasser mit bis zu 8 Bar Wasserdruck direkt zu Düsen auf dem Dach geleitet werden, die vor dem Packwerk liegen und von dort den Inhalt optimal löschen können.

Die Umbauten werden in der hauseigenen Werkstatt durchgeführt und kosten pro Fahrzeug etwa 5.000 Euro. Zehn Abfallentsorgungs- und Sperrabfallfahrzeuge wurden bislang umgerüstet. Der Wasserbedarf pro Einsatz im Brandfall liegt bei rund 5 Kubikmetern.

Allein für die Sicherheit unserer Fahrerinnen und Fahrer war es dringend notwendig, die Risiken durch brennende Fracht zu minimieren. Aber natürlich geht es auch darum, die Folgekosten im Schadensfall so gering wie möglich zu halten. Deshalb sind wir froh, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Chemnitz, eine bezahlbare und effektive Lösung gefunden zu haben. Nichtsdestotrotz hoffen wir auch auf die Unterstützung der Chemnitzer und Chemnitzerinnen bei der sachgemäßen Entsorgung von Akkus und Batterien. Das verhindert nicht nur Brände, sondern sichert dank des Recyclings auch wichtige Rohstoffe und schont Ressourcen.

Marcus Kropp
Betriebsleiter des ASR

Die zunehmende Zahl von Bränden im Laderaum von Abfallsammelfahrzeugen stellt auch die Feuerwehr Chemnitz vor neue Herausforderungen. Insbesondere dann, wenn durch einen Brand elektronische oder hydraulische Bauteile beschädigt werden, kann das Fahrzeug häufig nicht mehr selbstständig entleert werden. Die Folge ist, dass diese Brände nur noch schwer zu löschen sind und die Belastung der Umwelt durch Brandrauch, Hitze und kontaminiertes Löschwasser sehr hoch sind.

Um in solchen Fällen dennoch eine schnelle und wirksame Brandbekämpfung sicherzustellen, wurden durch den ASR Löschleitungen an Abfallsammelfahrzeugen installiert und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Chemnitz erprobt. Das neue System soll es ermöglichen, Brände im Laderaum gezielt und effektiv zu bekämpfen. Gleichzeitig soll es dazu beitragen, größere Schäden an den Fahrzeugen zu verhindern und deren Transportfähigkeit möglichst schnell wieder herzustellen.

Ein besonderer Dank gilt dem ASR und seinen Mitarbeitern für die konstruktive Zusammenarbeit.

René Kraus
Amtsleiter Feuerwehr der Stadt Chemnitz

Zum Hintergrund

Zwischen 2021 und 2025 wurden beim ASR insgesamt zehn Brandereignisse mit erheblichem Sachschaden erfasst, allein 2026 kamen fünf Vorfälle hinzu. Aufgrund der hohen Gefährdung von Fahrpersonal und Bevölkerung, aber auch wegen der hohen Folgekosten und langen Lieferzeiten für Abfallsammelfahrzeuge bestand ein dringender Handlungsbedarf und die Zusammenarbeit von Feuerwehr und ASR Chemnitz.