Die Statistik ist eindeutig: Die Zahl der Batteriebrände in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. Gleichzeitig lassen sich inzwischen rund drei Viertel der bekannten Brandursachen auf Lithium-Ionen-Batterien zurückführen. Auch die Flotte des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebes (ASR) der Stadt Chemnitz ist immer wieder betroffen.
Grund dafür sind meist falsch entsorgte Akkus und Batterien. Da der Abfall in den Fahrzeugen mit großem Druck gepresst wird, kommt es im unglücklichen Fall zu Kurzschlüssen und kleinen Explosionen, somit zu Bränden. Die Tendenz ist steigend, denn es werden immer mehr Akkus und Batterien verbaut.
Bei Bränden sind Fahrerinnen und Fahrer des ASR angehalten, die Ladung sofort zu kippen, um teure Schäden an den Fahrzeugen zu vermeiden. Die brennenden Abfälle werden dann auf offener Straße gelöscht.
Nicht selten kommt es aber vor, dass im Brandfall auch die Elektronik im Fahrzeug ausfällt und der Kippvorgang nicht mehr ausgelöst werden kann.
Für dieses Szenario hat der ASR mit der fachlichen Unterstützung der Feuerwehr Chemnitz ein Löschsystem für die Fahrzeuge entwickelt. Es ermöglicht, den Brand der Ladung bei geschlossenem Fahrzeug unter Kontrolle zu bringen.
Über einen Anschluss zwischen Fahrerhaus und Aufbau kann Löschwasser mit bis zu 8 Bar Wasserdruck direkt zu Düsen auf dem Dach geleitet werden, die vor dem Packwerk liegen und von dort den Inhalt optimal löschen können.
Die Umbauten werden in der hauseigenen Werkstatt durchgeführt und kosten pro Fahrzeug etwa 5.000 Euro. Zehn Abfallentsorgungs- und Sperrabfallfahrzeuge wurden bislang umgerüstet. Der Wasserbedarf pro Einsatz im Brandfall liegt bei rund 5 Kubikmetern.