Stolpersteine in Chemnitz
Fritz Bauer
Fritz Bauer
Geboren: 3. April 1894
Gestorben: 25. Februar 1942
Verlegeort:
Josephinenstraße 19
Stolperstein-Verlegung am:
5. November 2026
Lebensweg
Für die Nationalsozialisten waren Homosexuelle »Volksschädlinge«. Die Zahl homosexueller KZ-Häftlinge lag bei etwa 10.000. Ihre Todesrate wird auf 50 bis 60 Prozent geschätzt. Damit gehören sie zu den nicht-rassisch verfolgten Häftlingsgruppen mit der höchsten Sterblichkeit in den Konzentrationslagern.
Fritz Bauer, der aus Frohnau im Erzgebirge stammte, gehörte zu diesen Opfern. Er war der Sohn der Eheleute Karl Bauer und Christiane Wilhelmine Zienert. Sie erzogen ihren Sohn in evangelischer Tradition. Die Eltern verlegten später ihren Wohnsitz nach Buchholz in Sachsen.
Von Beruf war Fritz Bauer Kellner. Er ging eine Ehe ein, die später geschieden wurde. Der Name der Ehefrau ist nicht überliefert. Zuletzt wohnte Bauer in Chemnitz. Im 4. Obergeschoss des Mietshauses Josephinenstraße 19 hatte er eine kleine Wohnung oder ein Zimmer gefunden.
Ob Bauers Verfolgung wegen homosexueller Kontakte bereits vor 1933 begann, ist nicht überliefert. Bekannt ist, dass er mehrfach verhaftet wurde. Ein erster Eintrag im Gefangenentagebuch des Polizeigefängnisses Leipzig belegt, dass Bauer am 4. Februar 1941 eingeliefert und bereits am Folgetag in das Gerichtsgefängnis Rötha bei Leipzig verlegt wurde. Am 2. September 1941 befand er sich erneut im Polizeigefängnis Leipzig. Als Grund der Einlieferung wurde »Sammeltransport« angeführt. Am Folgetag wurde er mit weiteren Gefangenen in das Konzentrationslager Sachsenhausen überführt, wo ihn die Lagerverwaltung als »B.V. 175« (Berufsverbrecher) einstufte und er die Häftlingsnummer 39.348 erhielt.
Am 19. September 1941 wurde Bauer in den Krankenbau eingeliefert, von dort wurde er am 24. November 1941 in den Häftlingsblock 14 überstellt. Bauer erkrankte in der Folgezeit an »croupöser Pneumonie«. Auf eine erneute Überstellung in den Krankenbau wurde verzichtet, was letztlich seinen qualvollen Tod am Vormittag des 25. Februar
1942 bedeutete. Als beschönigende offizielle Todesursache wurde von den Behörden ›Herzschwäche‹ angegeben. Seine sterblichen Überreste wurden eingeäschert. Die Urne mit der laufenden Nummer 4384 wurde auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde (heute Landkreis Potsdam-Mittelmark) beigesetzt.
Stolpersteine in Chemnitz
Es ist ein Projekt gegen das Vergessen: in Chemnitz werden seit 2007 jährlich Stolpersteine verlegt.
Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Mitbürgern, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden.
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