Herausgeber:
Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 34

Wissenschaftliches Expertentum und öffentliche Meinung

Volkshochschule und TU Chemnitz: Vortrag am 23. Januar, 13.45 Uhr, Reichenhainer Straße 70, B-Bau, Raum B/101

Am Dienstag, dem 23. Januar, von 13.45 bis 15.15 Uhr laden die Volkshochschule Chemnitz und die Professur Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Chemnitz zu einem öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Von Oppenheimer zu Drosten – wissenschaftliche Expertise und öffentliche Meinung“ ein. Mit einem historischen Blick geht der Vortrag der Frage nach, warum der Wert von Expertenmeinungen aktuell stark diskutiert wird.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sind telefonisch unter 0371 488 4343 oder online unter https://www.vhs-chemnitz.de/kurs/W2310300 möglich.

Wissenschaftliche Expertise nimmt in aktuellen Debatten mehr Platz ein denn je. Wer beispielsweise in politischen Auseinandersetzungen Anspruch auf einen legitimen Standpunkt erhebt, muss sich auf wissenschaftliche Fakten oder Expertenmeinungen berufen können. Dadurch erhalten bestimmte Fachrichtungen oder Personen in der Öffentlichkeit eine privilegierte Position. Sie werden gehört, ihr Wort hat Gewicht. Insofern kann wissenschaftliche Expertise einerseits zu einem Mittel werden, um die öffentliche Meinung zu stabilisieren, andererseits aber auch, um unerwünschte Meinungen zu marginalisieren. Äußern Experten dagegen selbst Meinungen, die politisch unerwünscht sind, können sie rasch degradiert werden. Dies wird unter anderem an dem amerikanischen Physiker Robert Oppenheimer (1904 bis 1967) deutlich.

In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Caspar Hirschi der Geschichte dieser Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert nach und beleuchtet dabei vor allem die Bedeutung wissenschaftlicher Expertise für die Demokratie. Der Referent ist Historiker und Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen sowie Experte zur Intellektuellengeschichte.