Am Sonntag, dem 1. Juni, dem Internationalen Kindertag, 11 Uhr, wird die größte Interventionsfläche der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 eröffnet: der Stadtteilpark am Pleißenbach. Bürgermeister Michael Stötzer übergibt sowohl den Park als auch den entsprechenden Abschnitt des Premiumradwegs Wüstenbrand-Küchwald zwischen Rudolph-Krahl-Straße und Paul-Jäkel-Straße feierlich an die Chemnitzerinnen und Chemnitzer. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist kostenfrei.
Vertreter:innen der Medien sind ebenfalls eingeladen.
Die Eröffnungsfeier wird gefüllt sein durch ein buntes Kulturprogramm für Kinder und Erwachsene. Unter anderem wird die Geschäftsführerin der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH, Andrea Pier, eine Einführung in die Mikroprojekte geben. Den musikalischen Rahmen bildet das Mikroprojekt „Klangbrücken“ der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 mit den Musikern von „Tuya Klangwerk“ Mathis Stendike und Petr Krupa sowie der Tänzerin Anna Harms und dem anschließenden DJ-Set von DJ Wenzelyzer. Außerdem werden Führungen zum Thema Gewässerrenaturierung durch den Pleißenpark angeboten, der ADFC bringt einen Fahrradparcours mit, auf der neuen Promenade sind allerlei Rollsport-Arten zu erleben, und im Pleißenbach laden kleine Wasserräder zum Spielen ein.
Der Stadtteilpark
Die Idee zur Umgestaltung des Geländes des jahrzehntelang stillgelegten Güterbahnhofs der Deutschen Bahn im Stadtteil Altendorf geht bis ins Jahr 2014 zurück. Bei umfangreichen Beteiligungsverfahren durften die Bürger:innen über die Gestaltung des Parks mitbestimmen.
Auch dem Entwurf des neu entstandenen Kinderspielplatzes ging eine rege Kinderbeteiligung voraus.
Diese Interventionsfläche der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 bietet neben einem neuen inklusiven Spielplatz als Herzstück des Parks die ertüchtigte ehemalige Ladepromenade mit rollfreundlichem Belag, zwei Tischtennisplatten sowie verschiedene Aufenthaltsbereiche zur Naherholung und Freizeitgestaltung. Integriert wurde ein neuer Abschnitt des Premiumradwegs Wüstenbrand-Küchwald: zwischen Rudolph-Krahl-Straße und Paul-Jäkel-Straße.
Neben der Weiterführung des Premiumradwegs von rund einem Kilometer Länge wurden neue Parkwege angelegt und damit neue Wegeverbindungen geschaffen. Hochwertige Pflanzungen mit rund 100 Hochstämmen, 4.000 Sträuchern, 7.500 Stauden sowie 25.000 Quadratmeter Ansaat unterschiedlicher Saatgutmischungen wurden angelegt. Die 59 Meter lange Talbrücke überspannt den renaturierten und wieder zugänglich gemachten Teil des Pleißenbachs auf Höhe der Haltestelle Kochstraße und verbindet den Premiumradweg mit der Limbacher Straße. Der Pleißenbach wurde zu einem naturnahen Fließgewässer umgestaltet.
Die bauliche Umsetzung des neuen Parks am Pleißenbach vereint vielfältige gestalterische, ökologische und infrastrukturelle Maßnahmen. Ein besonderer Anziehungspunkt für Familien ist der neue Spielbereich.
Vor Beginn der ersten Baumaßnahmen wurde das Baufeld freigemacht und erhaltenswerte Gehölze gepflegt. Zudem erfolgten Ausgleich- und Ersatzpflanzungen, darunter Flächen für Erstaufforstungen in Klaffenbach und Euba. Auch innerhalb des Baugeländes wurden Sträucher als Ersatz gepflanzt.
Ein wesentlicher Bestandteil der gesamten Maßnahme war die Gewässerrenaturierung des Pleißenbachs. Der naturnahen Umgestaltung des Gewässerlaufs entsprechend wurden die Freianlagen einschließlich Wegeverbindungen, Grünflächen, Aufenthaltsbereiche sowie der Premiumradwegabschnitt gestaltet. Im Zuge der Baumaßnahmen fiel eine Vielzahl von Materialien an, die fachgerecht entsorgt werden mussten.
Weiterhin wurde eine Interimsbrücke errichtet, um den Bürger:innen während der Bauzeit eine sichere und komfortable Querung des Pleißenbachs zu ermöglichen.
Kurz nach dem Aufbau der temporären Interimsbrücke konnte mit dem Bau der eigentlichen Talbrücke begonnen werden. Das neue Brückenbauwerk schafft eine barrierefreie Querung innerhalb des Grünzugs und stärkt die fußläufige Verbindung im Stadtteil.
Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf 3,53 Mio. Euro für die Gewässerrenaturierung, 3,06 Mio. Euro für die Freianlage, 1,35 Mio. Euro für das Brückenbauwerk sowie 0,76 Mio. Euro für den Abschnitt des Premiumradwegs. (Hierbei handelt es sich um prognostizierte Baukosten, da die Endabrechnung noch aussteht.)
Die gesamte Maßnahme wurde durch Bundes-, Landes- und kommunale Mittel gefördert und stellt einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung und ökologischen Aufwertung des Stadtteils dar.
Die Gewässerrenaturierung wurde zu 90 Prozent, der Abschnitt des Premiumradwegs ebenfalls zu 90 Prozent und die Freianlage, Talbrücke sowie Spielplatz zu zwei Dritteln gefördert.
Hintergrund
„Stadt am Fluss“ ist ein Infrastrukturprojekt, dem bei dem Workshop zu den Interventionsflächen mit Chemnitzer Bürger:innen im November 2018 eine hohe Priorität zugesprochen wurde. Es belebt Stadtareale entlang des Flusses Chemnitz: Auftakt an der Quelle, Stadtpark – ehemaliges Flussbad, Stadtpark – am Wehr, Bahnviadukt, Uferpark – Industriegeschichte am Fluss. Die Areale werden zu öffentlichen (Kultur-)Orten, um die „stille Mitte“ zu treffen und mit ihr ins Gespräch zu kommen.
Der Stadtteilpark am Pleißenbach ist als Teil von „Stadt am Fluss“ die größte der Interventionsflächen von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes Altendorf zwischen Beyerstraße und Rudolf-Krahl-Straße war durch Brachflächen, Sukzession und einem ökologisch benachteiligten, stark verbauten Naturraum geprägt. Nach dem Rückzug der Bahn bot sich die Möglichkeit, ein neues Stück Stadt mit öffentlich nutzbaren Freiräumen sowie weiteren Flächen für Wohnen, Gemeinbedarf und Gewerbe zu schaffen; einschließlich Hochwasserschutz.
www.chemnitz.de/interventionsflaechen
Ausführende Unternehmen:
| Planung und Gesamtkoordination | Station C23, Leipzig |
| Planung der Gewässerrenaturierung | Stowasserplan GmbH & Co. KG, Radebeul |
| Freimachung des Baufeldes | Land & Forst GmbH Hillig, Wolkenstein/Schönbrunn |
| Gewässerrenaturierung | Steinbach & Richter GbR, Lichtenau |
| Freianlagen | Techno-Farm und Service GmbH, Neukirchen/Adorf |
| Entsorgungsleistungen | Remex GmbH, Chemnitz |
| abfallrechtliche und geotechnische Überwachung | Büro Sakosta, Chemnitz |
| Interimsbrücke (Bauausführung) | Krause & Co. Hoch-, Tief- und Anlagenbau GmbH, Neukirchen/Adorf, Gerüstbau Weber, Zschopau |
| Interimsbrücke (Planung) | Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Chemnitz |
| Talbrücke (Ausführung) | Krause & Co. Hoch-, Tief- und Anlagenbau GmbH, Neukirchen/Adorf |
| Talbrücke (Planung) | IGS Ingenieure GmbH & Co. KG, Weimar |
| Spielbereich | MXN Holzbau GmbH & Co. KG, Teltow |