Schutz von Igeln in Chemnitz
Nachtfahrverbot für Mähroboter gilt im gesamten Stadtgebiet
Mit dem Ansteigen der Temperaturen sind auch wieder viele Mähroboter im Einsatz. Für die Rasenpflege in privaten Gärten werden diese immer beliebter. Dies kann jedoch für Igel und andere heimische Kleintiere gefährlich werden, besonders wenn die Geräte in der Dämmerung oder nachts zum Einsatz kommen.
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und damit besonders gefährdet, da sie keine Fluchttiere sind. Stattdessen rollen sie sich zusammen und vertrauen auf den Schutz ihrer Stacheln. Oft kommt es zu schweren Schnittverletzungen oder abgetrennten Gliedmaßen, die nicht selten auch zum Tod führen.
Im gesamten Stadtgebiet von Chemnitz gilt deshalb ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Zum Schutz von Igeln und anderen kleinen Wirbeltieren ist damit der Betrieb von Mährobotern in der Zeit von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis einer halben Stunde nach Sonnenaufgang des folgenden Tages verboten.
Artenschwund durch übermäßige Grünpflege
Nicht nur Mähroboter sind für Tiere gefährlich, sondern auch Fadenmäher, Freischneider und Motorsensen, die für den Beschnitt von Rasenkanten oder unter Büschen und Hecken eingesetzt werden. An diesen Stellen ziehen sich insbesondere Igel tagsüber zum Schlafen zurück.
Häufiges Mähen sowie der Einsatz von Freischneidern und Laubbläsern gefährden außerdem die Artenvielfalt im Garten: Amphibien, Insekten und Spinnentiere werden regelrecht geschreddert, verwirbelt oder eingesaugt. Bei häufiger Mahd verschwinden heimische Wildkräuter, und Insekten finden keine Nahrung mehr. Das stellt auch den Igel vor Herausforderungen bei der Nahrungs-suche. Oft muss er weite und gefährliche Strecken zurücklegen, um genug Nahrung zu finden.
Artenvielfalt im Garten
Der heimische Garten ist nicht nur eine Erholungsfläche für Menschen, er kann auch einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.
Folgende Aspekte im heimischen Garten können Igel und Co. helfen:
- Mähroboter nur tagsüber und nie unbeaufsichtigt laufen lassen, Nachtfahrverbot für Mähroboter beachten,
- bei Gartenarbeiten vorsichtig und bedacht vorgehen,
- Rückzugsorte für Kleintiere schaffen, indem Laub, Totholz- und Reisighaufen nicht entfernt oder bewusst angelegt werden,
- heimische Pflanzen und Gehölze anpflanzen,
- Blühwiesen anlegen oder beim Mähen einen Teil der Wiese stehenlassen.
Mit einer bewussten Herangehensweise kann jede:r den eigenen Garten pflegen und gleichzeitig den heimischen Wildtieren einen Lebensraum bieten.
Weitere Informationen zum Nachfahrverbot für Mähroboter, zum Schutz von Igeln und zur Aktion „Chemnitz sucht den Igel“ unter:
www.chemnitz.de/igelschutz