Am Dienstag, dem 28. April, 19 Uhr sind Interessierte zu einer Lesung mit Gespräch zur Geschichte von Punk-Frauen in der DDR mit dem Autor Geralf Pochop in den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, Kaßbergstraße 16c, eingeladen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter dem Link zur Veranstaltung wird empfohlen.
An diesem Abend stellt Geralf Pochop sein Buch „Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ vor. Darin untersucht er, wie die DDR-Gesellschaft auf unangepasste Frauen reagierte. 23 Frauen berichten in dem Band über ihre Erfahrungen mit Repression, Haft und Jugendwerkhöfen – und über die bis heute spürbaren Folgen. Geralf Pochop hat seine damaligen Weggefährtinnen ermutigt, die weibliche Seite der Punkbewegung in der DDR sichtbar zu machen.
Als weitere Zeitzeugin wird an diesem Abend Kim von ihrem Erfahrungen berichten. 1964 geboren, war Kim der erste weibliche Punk in Karl-Marx-Stadt. Die Staatssicherheit bezeichnete sie als „Punk-Inspirator einer negativ-dekadenten jugendlichen Vereinigung“ und eröffnete den Operativen Vorgang „Park“. Auf hunderten Seiten ist inzwischen nachzulesen, wie die Staatssicherheit versuchte, sie zu bekämpfen und dazu zu bewegen, das Land zu verlassen. Nicht zuletzt versuchte man dabei auch, Kims offenen Umgang als lesbische Frau zu nutzen und sie zu diskriminieren. 1985 verließ Kim die DDR.
Die Veranstaltung wird von Ulrike Geisler moderiert und ist eine Kooperation der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Volkshochschule Chemnitz im Projekt „Kontrovers vor Ort“.