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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 880

Polio-Impfung: Jetzt den Impfstatus überprüfen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nach dem Nachweis von Polio-Viren im Abwasser mehrerer Großstädte (darunter Dresden) Eltern und Kinderärzt:innen, den Impfstatus insbesondere von Kindern zu überprüfen. Ziel ist es, bestehende Impflücken zu schließen, um diese besonders gefährdete Gruppe vor einer Infektion zu schützen. Darauf weist das Amt für Gesundheit und Prävention der Stadt Chemnitz hin.

In Sachsen und ebenso in Chemnitz liegt die Impfquote bei Kindern im Alter von zwei Jahren lediglich bei 72 Prozent. „Insofern lohnt es sich, jetzt den Impfstatus zu prüfen und zu vervollständigen. Kein Kind sollte heute gelähmt werden, wenn man diese Lähmung durch eine Impfung sicher verhindern kann“, so Amtsärztin Dr. Hildegard Geisler.

Nur wenige Menschen zeigen bei Kontakt mit dem Kinderlähmungserreger ernsthafte Symptome. Die Erkrankung verläuft oft unerkannt. Jedoch können in weniger als 1 Prozent der Fälle Lähmungen auftreten. Diese haben oft langanhaltende, mitunter sogar lebenslange Folgen. Kinder sind häufiger von Lähmungen betroffen als Erwachsene.

Eine vollständige Impfung gegen Polio bietet wirksamen Schutz vor der Erkrankung. Kinder im Alter von bis zu acht Jahren benötigen dafür drei Impfdosen, Jugendliche und Erwachsene vier Impfungen im richtigen Abstand. Die aktuellen Flussschemata zur Überprüfung des Impfschutzes für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stellt das Robert Koch-Institut (RKI) online bereit.

Hintergrund:

Viren im Abwasser sind ein Zeichen, dass es in der Bevölkerung unerkannte Erkrankungen mit dem Erreger gibt. In den vergangenen Wochen wurden an mehreren Standorten in Deutschland Schluckimpfstoff-abgeleitete Polioviren des Typ 2 in Abwasserproben nachgewiesen. Dabei gilt die europäische Region seit 2002 als Polio-frei. (Quelle:
Epidemiologisches Bulletin des Robert-Koch-Instituts vom 12. Dezember 2024)