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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 557

NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur

Tag des offenen Denkmals am 13. September mit Programm an vielen Orten

Am Sonntag, dem 13. September, findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Interessierte sind wieder zu zahlreichen Veranstaltungen an verschiedenen Denkmalobjekten eingeladen, die von den jeweiligen Denkmaleigentümer:innen, Vereinen, Architekt:innen sowie Mitarbeiter:innen der Denkmalschutzbehörde der Stadt Chemnitz in Chemnitz organisiert werden.

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals unter dem Titel „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ legt den Fokus auf Bewegung, Austausch und Verbindungen, die durch Denkmale erzeugt werden. Historische Bauwerke können den Austausch zwischen Menschen fördern. Konstruktionen, die nicht nur den ideellen Zweck erfüllen, schenken Identität und außergewöhnliche Ästhetik. Der Tag des offenen Denkmals bietet Gelegenheit sich zu vernetzen – mit Besucher:innen, Denkmalschützer:innen und Denkmaleigentümer:innen.

Das folgende Programm beinhaltet alle bei der Denkmalschutzbehörde der Stadt Chemnitz angezeigten Veranstaltungen. 


Programm am Sonntag, dem 13. September
 

Freilichtbühne Küchwald, Küchwaldring 34

Veranstalter: Küchwaldbühne e. V.

Die Freilichtbühne im Küchwald wurde von 1956 bis 1963 auf den Trümmern der kriegszerstörten „Küchwaldschänke“ im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) nach Plänen des Chemnitzer Architekten Roland Hühnerfürst von 1954 erbaut. Sie nimmt mit ihrem Gebäudeensemble mit markantem Turm und großer Freitreppe eine exponierte Stellung an der großen Festwiese ein. Das Bauensemble ordnet sich ein in die neoklassizistisch geprägte traditionelle Nachkriegsarchitektur.

10 und 11 UhrFührung über die Küchwaldbühne mit anschließender Filmvorführung

 

Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, Kaßbergstraße 16c

Veranstalter: Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V.

Die politische Geschichte des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses reicht von den Ursprüngen als allgemeiner Strafvollzug über die Haftanstalt für vorwiegend politische Gefangene in der NS-Zeit bis hin zur Haftanstalt der Besatzungsmacht und später des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. 1875 begannen die Bauarbeiten für den Gebäudekomplex der neuen Königlich-Sächsischen Gefangenenanstalt Chemnitz-Kaßberg unter der Leitung von Landbaumeister Nauck. Ab 1878 wurde der Gebäudekomplex genutzt.

10 bis 17 Uhrgeöffnet (Eintritt frei)
11 Uhr Führung (kostenpflichtig): Die doppelte Diktaturgeschichte des einstigen politischen Haftorts, der Häftlingsfreikauf aus der DDR und die Gedenkstättenkonzeption.
14 Uhr Führung (kostenpflichtig): Architektenführung mit Marc Rennfleisch (rennfleisch ARCHITEKTEN) – vom leerstehenden früheren Hafttrakt B zum neuen Lernort
16.15 UhrFührung (kostenpflichtig) mit dem Schwerpunkt Haft im Nationalsozialismus in Kooperation mit „Unantastbar Mensch“. 
Die Führung des Vereins Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. bildet die zweite Station der 14.30 Uhr beginnenden Führung am Denkmal der Grauen Busse des SFZ-Förderzentrums.

 

Fahrzeugmuseum, Zwickauer Straße 77

Veranstalter: Verein „Museum für Sächsische Fahrzeuge Chemnitz e. V.“

Das Parkhaus und Motelgebäude wurde 1928 als eine der ersten Hochgaragen Deutschlands in moderner Stahlbetonbauweise errichtet. Als Antwort auf die zunehmenden Parkprobleme wurden hier auf sechs Etagen Mietflächen für ca. 300 Autos und Motorräder angeboten. Per Fahrstuhl gelangten die Fahrzeuge zu ihrem Standplatz. Auf dem Gelände befanden sich neben einer Tankstelle auch eine Reparaturwerkstatt, ein Batterie- und Reifendienst sowie Waschplätze auf jeder Etage. Die Garage war rund um die Uhr geöffnet.

11 bis 12.30 UhrVortrag zur Geschichte und dem Aufbau der historischen Hochgarage mit Gästeführerin Karin Meisel

Anmeldung telefonisch unter: 260 11 96 oder per E-Mail: post(at)fahrzeugmuseum-chemnitz.de

 

Karl Schmidt-Rottluff Mühle, Limbacher Straße 380

Veranstalter: Förderverein Karl Schmidt-Rottluff e.V.

Es handelt sich um ein von 1893 bis 1894 errichtetes Wohn- und Mühlengebäude mit historischer Mühlentechnik. Der Mühlenstandort der Rottluffer Obermühle ist bereits seit 1548 urkundlich belegt. Über den orts- und technikgeschichtlichen Wert hinaus besitzt das Gebäude Bedeutung als Elternhaus eines der führenden Künstler des deutschen Expressionismus, Karl Schmidt-Rottluff. Er verbrachte hier seine Kinder- und Jugendzeit. Das Objekt ist mittlerweile in großen Teilen saniert, die historische Mühlentechnik konnte in diesem Jahr wieder in Gang gesetzt werden.

11 bis 16 Uhr Führungen durch das Objekt mit Mitgliedern des Fördervereins Karl Schmidt-Rottluff e. V.

 

„Blaues Haus“, Limbacher Straße 323

Veranstalter: Familie Oehlschläger

Das um 1800 errichtete ländliche Wohn-Stallhaus befindet sich in der ehemaligen Dorflage Rottluff, einem noch heute sehr dörflich geprägten Stadtteil von Chemnitz. Die Errichtung des Wohnhauses fällt in die Zeit der einsetzenden industriellen Entwicklung in Rottluff. Aufgrund seiner Größe und Stattlichkeit ist davon auszugehen, dass es sich um das Wohnhaus eines Bürgers der Mittelschicht handelte.

13 und 14 Uhr Führung (max. 15 Personen)

Anmeldung telefonisch unter: 488 6352 oder per E-Mail: carina.berger(at)stadt-chemnitz.de

 

Ehemalige Städtische Nervenheilanstalt, Dresdner Straße 178

Veranstalter: Klinikum Chemnitz gGmbH

Von 1903 bis 1905 entstanden die Häuser 2 und 4 als erste Bauten der ehemaligen Städtischen Nervenheilanstalt Hilbersdorf, die am 11. April 1905 eröffnet wurde. Nach Plänen des Stadtbaudirektors Richard Möbius folgte 1909/10 bereits der erste Erweiterungsbau mit dem großen Festsaal. Von 1928 bis 1931 wurde das heutige Haus 8 und 9 im Stil der neuen Sachlichkeit errichtet. Alle zur Klinik gehörenden Gebäude stehen in einer großzügigen denkmalgeschützten Parkanlage mit gärtnerisch gestalteten Freiflächen und Alleen.

13 UhrVortrag im Festsaal, mit anschließendem Rundgang im Gelände 
(12.30 Uhr Treffpunkt am Haupteingang), max. 30 Personen

Anmeldung telefonisch unter: 333 41551 oder per E-Mail: anika.kluger(at)skc.de

 

Ehemalige Handschuhfabrik Otto Uhle, Neukirchner Straße 9-13

Veranstalter: Förderverein Handschuhfabrik Otto Uhle VEB Polar Strickkunst Chemnitz e. V.

Mit ihrer Entwicklung über unterschiedliche politische Zeiten hinweg stellt die Handschuhfabrik nicht nur ein baugeschichtliches, sondern auch ein industrie- und ortsgeschichtliches Zeugnis dar. Besonders hervorzuheben sind das Fabrikantenwohnhaus mit umgebendem Garten und das zu Beginn der 1930er-Jahre entstandene Fabrikgebäude, die sich als Beispiele der Moderne gestalterisch von den anderen Gebäuden abheben und einen besonderen baugeschichtlichen und baukünstlerischen Wert besitzen.

11 bis 16 Uhr

geöffnet (Eintritt frei)
Ausstellungen:

  • Otto Uhle – Strickhandschuhe aus Stelzendorf
  • Bruno Barthel – Handschuhherstellung in Rabenstein
  • VEB Polar Karl-Marx-Stadt
  • Strickmaschinen und Spinnvorführung
  • Heimatausstellung
11 Uhr, 12.30 Uhr und 14 UhrFührungen (kostenfrei, mit Anmeldung)
10 Uhr, 12.30 Uhr und 15 Uhr 

Workshops für Kinder (5 Euro pro Teilnehmenden):

  • Häkeln
  • Stricken
  • Nähen

Anmeldung per E-Mail: post(at)handschuhfabrik.de, siehe auch www.handschuhfabrik.de

 

Brückenführung

Veranstalterin: Grit Linke, Gästeführerin

14 UhrTreffpunkt: Pfortensteg, die Führung geht über die Kaßbergauffahrt/Karl-Schmidt-Rottluff-Brücke und endet an der Bierbrücke

 

Schloßbergmuseum, Schloßberg 12

Veranstalter: Schloßbergmuseum

Bei dem Objekt handelt es sich im Ursprung um ein ehemaliges Benediktinerkloster, das im 16. Jahrhundert zu einem sächsischen Amtsschloss umgebaut wurde. Im Klostergebäude befindet sich heute das Schloßbergmuseum. Von den Ursprüngen erhalten ist das Klausurgebäude sowie Reste des Kreuzganges. Die zu einem Kloster gehörige Klosterkirche, die spätere Schlosskirche St. Marien, ist ebenfalls erhalten.

14 Uhr Führung: „Spur der Steine − Relikte aus Chemnitzer Klöstern und Friedhöfen“

Anmeldung telefonisch unter: 4884501 oder per E-Mail: schlossbergmuseum(at)stadt-chemnitz.de

 

Ehemalige „Königlich-Sächsische Landeserziehungsanstalt für Blinde und Schwachsinnige“, Flemmingstraße 8 c

Veranstalter: SFZ Förderzentrum gGmbH

Die Sachgesamtheit „Landesblindenanstalt“ besteht aus einer Anlage mit rechtwinkligem Wegenetz sowie frei angeordnete, abwechslungsreich gestaltete Einzelgebäude, unter denen sich eine Kirche, Verwaltungs- und Schulgebäude, eine Turnhalle, ein großes Gebäude für die Betriebstechnik und zahlreiche Wohnbauten befinden. Sie ist bedeutsam als ungewöhnlich großes Ensemble von Sozialbauten und bemerkenswert aufgrund des sehr guten Erhaltungszustandes.

14 bis 17 Uhr Ausstellung in der Rehakirche: „Wege des Verbrechens“
14 bis 17 Uhr Infopoint am Denkmal der Grauen Busse vor dem Gelände
14.30 Uhr Führung: historische Geländeführung mit besonderem Fokus auf die Verbrechen der Nationalsozialisten an Menschen mit Behinderung

Anmeldung (bis 10. September) telefonisch unter 0151 6558 8234 oder per E-Mail: lwuestner(at)sfz.de

 

Veranstaltungen in den Kirchen der Stadt Chemnitz

Veranstalter: Kirchgemeinden

 

Evangelisch-methodistische Friedenskirche, Kaßbergstraße 30

Die evangelisch-methodistische Friedenskirche wurde von 1893 bis 1894 in neogotischen Stilformen als Backsteinbau nach Plänen des Architekten Carl Bieber errichtet. Die Kirche ist in ihrer ursprünglichen Gestaltung fast vollständig erhalten und prägt entscheidend das gründerzeitliche Wohngebiet Kaßberg.

11 und 12 UhrFührungen

 

Stadtkirche St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1

Die Stadt- und Marktkirche St. Jakobi befindet sich an einem der ältesten Kirchenstandorte von Chemnitz und war über Jahrhunderte das geistige und gesellschaftliche Zentrum der Stadt. 

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden Rathäusern des Mittelalters und frühen 20. Jahrhunderts gelegen und einen gemeinsamen Turm als Glockenturm nutzend, ist der Sakralbau noch heute Teil eines bedeutenden städtebaulichen Ensembles.

12 bis 17 Uhr Offene Kirche
13 UhrKirchenführung
15 Uhr Entdeckertour: Kirchenführung für Kinder und Familien

 

St. Jodokuskirche Glösa, Kirchberg 2

Zur erstmals 1269 urkundlich belegten Kirche auf dem „Eierberg“ von Glösa wurden später noch ein Pfarrgut mit Pfarrhaus und eine Kirchschule errichtet. Eine Wehrmauer mit zwei Türmen diente der Befestigung und Wehrhaftigkeit des Ensembles auf der Bergkrone.

Nach teilweiser Zerstörung der Kirche durch die Bombardierungen am 5. März 1945 folgte der rekonstruierende Wiederaufbau nach Plänen der Architekten Gerlach und Dr. Laudeley. 

1954 konnte die wiederaufgebaute Chorturmkirche wieder geweiht werden. Im Pfarrhaus, das auch ab 1522 Alterssitz des Abtes Heinrich von Schleinitz des Chemnitzer Benediktinerklosters war, sind noch einige baugeschichtlich bedeutsame Spolien erhalten.

13 bis 18 UhrOffene Kirche
16 UhrVorführung: Tanz-Szenen − „Bilder einer Ausstellung“, 
geflüchtete ukrainische Kinder des Kindertheaters der Kreativ Initiative haben Tanz-Szenen zur aktuellen Ausstellung entwickelt

 

Stiftskirche Ebersdorf, Lichtenauer Straße 56

Die Stiftskirche Ebersdorf bildet mit Marienkapelle, den zwei Wehrtürmen und Resten der befestigten Kirchhofanlage ein Ensemble der Spätgotik. Weite Bedeutung erhielt das Gotteshaus als Marien-Wallfahrtskirche ab Mitte des 15. Jahrhunderts. Das Ensemble ist von besonderer städtebaulicher Bedeutung in ihrer zentralen Stellung im Dorfbild von Ebersdorf. Seit mehreren Jahren wird die Natursteinfassade der Stiftskirche abschnittsweise denkmalgerecht saniert. 

14 Uhr Vortrag: Altarsanierung 2025 − Geschichten von und mit der Restauratorin

 

Friedhof und Kirche St. Nikolai, Michaelstraße 15

Die Kirche St. Nikolai wurde von 1891 bis 1892 ursprünglich als Friedhofskapelle in neobarocker Formensprache errichtet. Da die Kirche der Nikolaigemeinde nach 1945 abgebrochen wurde, dient seitdem die Kapelle als Gotteshaus.

Der Nikolaifriedhof wurde 1815 geweiht. Die regelmäßige, in ihrer Grundform dem Rechteck angenäherte Anlage besticht durch seine parkartige Baumbepflanzung sowie durch die zahlreichen, kunsthandwerklich ansprechenden gestalteten Grabanlagen.

15 Uhr Führung: thematische Friedhofsführung auf dem Nikolaifriedhof 
17 UhrKonzert: „Claire de lune“ mit dem Chemnitzer Trio Mirabilis 
(Flöte, Viola, Harfe)

 

www.chemnitz.de/denkmaltag