Nach über dreijähriger Bauzeit kehren am Montag, dem 3. März die Schüler:innen der Schule Altchemnitz in ihre grundhaft sanierte Schule inklusive Erweiterungsbau zurück. Gemeinsam mit Schulleiterin Ines Bäurich wird Oberbürgermister Sven Schulze das symbolische Band zur Eröffnung durchschneiden.
Medienvertreter:innen sind herzlich dazu eingeladen. Treffpunkt ist 10 Uhr in der Turnhalle der Schule Altchemnitz, Schulstraße 2.
Die Baumaßnahme an der Schule Altchemnitz wurde in drei Bauabschnitte unterteilt und im Zeitraum von August 2021 bis Januar 2025 durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 15,2 Millionen Euro. Die Sächsische Aufbaubank bewilligte Fördermittel in Höhe von 5,63 Millionen Euro.
Der erste Bauabschnitt umfasste die Errichtung des Erweiterungsanbaus, die Innensanierung des Hauptgebäudes die Sanierung der Turnhalle.
Der neue Anbau, in dem zwei zusätzliche Werkräume, vier Klassenräume sowie je Etage ein WC (im 2. OG barrierefrei) untergebracht sind, wurde zwischen den beiden Flügeln des Hauptgebäudes platziert. Die interne Erschließungssituation konnte dadurch wesentlich verbessert werden. An der Nordseite des Hauptgebäudes wurde ein neuer barrierefreier Zugang geschaffen. Im angrenzenden Bestandstreppenhaus konnte ein Aufzug integriert werden, sodass alle Etagen des Schulgebäudes barrierefrei erreichbar sind. Im Keller des Hauptgebäudes wurde ein neuer direkter Zugang zum Schulhof hergestellt.
Die Turnhalle wurde einschließlich Fenster, Dach und Sanitärbereich umfangreich saniert. Lediglich die sehr gut erhaltene Prallwand und der Sportboden sind im Bestand verblieben.
Das historische Tragwerk mit Stahlfachwerkbindern wurde freigelegt und verleiht der Sporthalle nunmehr einen völlig neuen Raumeindruck mit nahezu sakralem Charakter.
Im Erdgeschoss befinden sich nach der Neustrukturierung hauptsächlich Gemeinschaftsräume und der Hort. Die Klassenzimmer sind im ersten und zweiten Obergeschoss angeordnet. In allen Fluren und Räumen wurden akustisch wirksame Unterhangdecken montiert. Die Toiletten wurden im Bestandsgebäude komplett saniert und sämtliche Grundleitungen erneuert. Fußbodenbeläge wurden zum Großteil ausgetauscht, Türen komplett ersetzt und an die heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit und Brandschutz angepasst.
Die haustechnischen Anlagen wie Trinkwasser-, Abwasser- und Elektroinstallation sowie Heizungs- und Lüftungstechnik wurden komplett erneuert. Der Fernwärmeanschluss wurde im Zuge der Gestaltung der Außenanlagen unterirdisch verlegt. Eine Photovoltaikanlage von 49 kWp trägt dazu bei, einen Großteil des Strombedarfs regenerativ zu decken.
Der zweite Bauabschnitt beinhaltete die Sanierung der Fassade und des Daches des Hauptgebäudes sowie die erforderlichen Abdichtungsarbeiten. Aus der Fassade waren bereits Bestandteile der Verklinkerung und der Natursteingewände herausgebrochen und herabgestürzt. Sämtliche Fensterstürze mussten aufwändig getauscht, die Verklinkerung wieder ergänzt und Natursteinelemente im großem Stile ausgewechselt werden.
Die Dachdeckung wurde vollständig erneuert. Zudem war es erforderlich, schädlingsbefallene Teile der Dachkonstruktion zu ersetzen. Zur energetischen Ertüchtigung des Bestandsgebäudes wurden die obersten Geschossdecke und das Dach der Sporthalle wärmegedämmt.
Die Freianlagen wurden in einem dritten Bauabschnitt komplett neugestaltet. Eine im Westen an dem Schulhof angrenzende Fläche von 1070 Quadratmeter konnte von der Deutschen Bahn langfristig gepachtet werden, sodass sich ganz neue Möglichkeiten der Freiraumgestaltung ergeben haben. Besonders prägend für den Schulhof ist der alte Baumbestand, der vor allem in den Sommermonaten durch die natürliche Verschattung und die positiven Auswirkungen auf das Mikroklima von großem Vorteil ist.
Zentrales Element ist ein 176 Meter langer und 1,5 Meter breiter Rundweg, der das Gelände erschließt und als Rollerstrecke genutzt werden kann. Ein Spielturm, eine Nestschaukel, Sandkästen, ein kleines Streetballfeld, eine Calisthenics-Anlage, eine Tischtennisplatte, ein in den Boden eingelassenes Trampolin, Balancierelemente sowie diverse Sitzgelegenheiten ermöglichen vielfältige Aktivitäten. Ein „Grünes Klassenzimmer“ und der Schulgarten bieten Räume für eine pädagogische Nutzung. Unter dem Erweiterungsneubau steht ein mit Sitzstufen ausgestatteter überdachter Aufenthaltsbereich für Regentage zur Verfügung.
Der Vorplatz bzw. Eingangsbereich wird ebenfalls unter Berücksichtigung denkmal-pflegerischer Aspekte neugestaltet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die spezifischen Bedürfnisse der Förderschule in Sachen Schülerbeförderung gelegt. Dieser Bereich kann erst sukzessive bis Mitte 2025 nach Abschluss der Baumaßnahme von inetz (Erneuerung Entlastungsbauwerk) an der Annaberger Straße fertiggestellt werden.
Hintergrund:
Die denkmalgeschützte Schule Altchemnitz wurde 1888/89 als gründerzeitlicher kommunaler Schulbau errichtet. Das U-förmige Hauptgebäude besteht aus drei Vollgeschossen zuzüglich Untergeschoss, Dachboden und einer Sporthalle.
Seit 1993 wurde das Gebäude als Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen genutzt.
Die vorhandenen Kapazitäten waren für 220 Schüler:innen mehr als erschöpft, sodass die Strukturen und Raumanforderungen überarbeitungsbedürftig waren, um eine zeitgemäße Nutzung des Gebäudes zu ermöglichen.
Aktuell lernen 225 Schüler:innen in den Klassenstufen 1 bis 9 mit mehr als 30 Lehr- und Assistenzkräften an der Schule Altchemnitz.