Mähroboter: Große Verletzungsgefahr für Igel
Umweltamt der Stadt Chemnitz bittet um Beachtung
Mit dem Ansteigen der Temperaturen sind auch wieder viele Mähroboter im Einsatz. Für die Rasenpflege in privaten Gärten werden diese immer beliebter. Dies kann jedoch für Igel und andere heimische Kleintiere gefährlich werden, besonders wenn die Geräte in der Dämmerung oder nachts zum Einsatz kommen.
Lebensgefahr für Igel
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und damit besonders gefährdet, da sie keine Fluchttiere sind. Stattdessen rollen sie sich zusammen und vertrauen auf den Schutz ihrer Stacheln. Oft kommt es zu schweren Schnittverletzungen oder abgetrennten Gliedmaßen, die nicht selten auch zum Tod führen. Ein weiteres Problem: Viele Mähroboter-Modelle erkennen Kleintiere nicht ohne vorherige Berührung. Entgegen der Angaben vieler Hersteller zeigen wissenschaftliche Untersuchungen des Leibnitz-Instituts für Zoo-und Wildtierforschung, dass die Mähroboter erst stoppten und abdrehten, nachdem sie in direkten Kontakt mit den Igeln kamen. Die Stiftung Warentest kam im letzten Mähroboter-Test (04/2024) auf ein ähnliches Ergebnis.
Artenschwund durch übermäßige Grünpflege
Nicht nur Mähroboter sind für Tiere gefährlich, sondern auch Fadenmäher, Freischneider und Motorsensen, die für den Beschnitt von Rasenkanten oder unter Büschen und Hecken eingesetzt werden. An diesen Stellen ziehen sich insbesondere Igel tagsüber zum Schlafen zurück.
Häufiges Mähen sowie der Einsatz von Freischneidern und Laubbläsern gefährden außerdem die Artenvielfalt im Garten: Amphibien, Insekten und Spinnentiere werden regelrecht geschreddert, verwirbelt oder eingesaugt. Bei häufiger Mahd verschwinden heimische Wildkräuter, und Insekten finden keine Nahrung mehr. Das stellt auch den Igel vor Herausforderungen bei der Nahrungssuche. Oft muss er weite und gefährliche Strecken zurücklegen, um sich genug Fettreserven für den Winterschlaf anzufressen.
Artenvielfalt im Garten
Der heimische Garten ist nicht nur eine Erholungsfläche für Menschen, er kann auch einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.
Folgende Aspekte im heimischen Garten können Igel und Co. helfen:
- Mähroboter nur tagsüber und nie unbeaufsichtigt laufen lassen,
- bei Gartenarbeiten vorsichtig und bedacht vorgehen,
- Rückzugsorte für Kleintiere schaffen, indem Laub, Totholz- und Reisighaufen nicht entfernt oder bewusst angelegt werden,
- heimische Pflanzen und Gehölze anpflanzen,
- Blühwiesen anlegen oder beim Mähen einen Teil der Wiese stehenlassen.
Mit einer bewussten Herangehensweise kann jede:r den eigenen Garten pflegen und gleichzeitig den heimischen Wildtieren einen Lebensraum bieten.