Heute ist das aus dem Wildgatter Oberrabenstein stammende Luchsweibchen Lotta gemeinsam mit dem aus Belgien stammenden Luchsmännchen Luca im Forstbezirk Eibenstock/Westerzgebirge ausgewildert worden. Im Zuge des Projektes „RELynx Sachsen“ des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sollen sich beide Tiere dort in freier Wildbahn ansiedeln und optimalerweise fortpflanzen.
Bei dem etwa ein Jahr alten Luchsweibchen Lotta handelt es sich um eine Nachzucht aus dem Wildgatter Oberrabenstein des Tierparks Chemnitz. Das dortige Zuchtpaar hat in diesem Jahr bereits zum vierten Mal erfolgreich Nachwuchs zur Welt gebracht. Das gleichaltrige Luchsmännchen Luca stammt aus dem Tierpark „Domaine Des Grotte-de-Han“ in Belgien. Die beiden zoologischen Einrichtungen leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung dieser Art.
Beide Tiere zogen bereits im Frühjahr ins Koordinierungsgehege im Wildkatzendorf Hütscheroda um. Dort wurden sie weitgehend menschenfern auf ihre Auswilderung vorbereitet. Sowohl Lotta als auch Luca bestanden alle erforderlichen Verhaltens- und Gesundheitstest.
Heute war es soweit: Nach dem vorsichtigen Öffnen der beiden mit Stroh ausgelegten Transportkisten begaben sich die Luchse im Abstand von wenigen Minuten in ihren neuen und reich bewaldeten Lebensraum im Eibenstocker Forst.
Mit jedem weiteren ausgewilderten Luchs wächst die Population vor Ort. Gleichzeitig bringen die neu ausgewilderten Tiere neue Gene mit. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag dafür, den Genpool der sächsischen Luchspopulation zu bereichern und sie langfristig widerstandsfähiger zu machen. Ziel ist es, eine sogenannte Trittsteinpopulation im Erzgebirge zu etablieren, um die Vernetzung der Luchsvorkommen langfristig zu verbessern.
Die Kombination aus natürlichem Nachwuchs und gezielten Auswilderungen schafft gute Voraussetzungen dafür, dass sich der Luchs im Erzgebirge weiter etabliert.
Hintergrund:
Mit Lotta und Luca sind bisher neun Tiere im Projekt „RELynx Sachsen“ im Forstbezirk Eibenstock seit 2024 ausgewildert worden.
Die für eine Auswilderung vorgesehenen Tiere stammen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs. Die Verteilung der geeigneten Nachzuchten erfolgt über das Expertennetzwerk Linking Lynx. Das Ziel von Linking Lynx ist es, Populationen miteinander zu verbinden und eine überlebensfähige Luchs-Metapopulation zu etablieren. Sie soll sich von den Karpaten über die deutschen Mittelgebirge bis in den Jura und die Westalpen erstrecken.
Siehe Pressemitteilung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen
https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1099390