Die Interventionsfläche der Kulturhauptstadt Europas unterhalb des Eisenbahnviaduktes wird am Samstag, 23. August innerhalb des „Fertsch“-Wochenendes, das die Fertigstellung nahezu aller Interventionsflächen feiert, eröffnet. Von 11 bis 14 Uhr gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Spiel und Spaß für Klein und Groß. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist kostenfrei.
Das Programm beinhaltet unter anderem Führungen über das Areal der Interventionsfläche, der ADFC ist mit einem Fahrradparcours vor Ort, der Viadukt e. V. präsentiert Aktivitäten zum Erhalt sowie Baufortschritt des Viaduktes, Basketball und Tischtennis können gespielt werden. Das Kunstprojekt „Treibgut – Stadtgut – Rettungsring“ wird durch den Künstler Christoph Roßner vorgestellt. Die Parkeisenbahn Chemnitz präsentiert sich. Eine Hüpfburg, Reaktionswand, Vier gewinnt, Riesen-Fußballdart sowie „Tufspil“–Spiel mit der Tiefe, ein Geologiespiel zur persönlichen Körperwahrnehmung, laden zum Entdecken der Umgebung ein. Den musikalischen Rahmen bilden der Musiker Stefan Weyh sowie DJ Wenzelyzer.
Viadukt in Szene gesetzt – Park als Teil eines Kunstpfades
Die Umgestaltung des Areals am Eingang zum Stadtpark, die im vergangenen Dezember begonnen wurde, ist damit abgeschlossen. Verschiedene Angebote zum Verweilen sollen den kleinen Park zu einem Treffpunkt für alle Altersgruppen machen. Das Viadukt selbst wurde als architektonisches Element inszeniert und hervorgehoben.
Ein asphaltierter Radweg verbindet die Geh- und Radwegbrücke mit der Beckerstraße, ein Parkweg stellt zusätzlich die Verbindung zum Stadtpark her. Diese Wege im westlichen Teil führen zu Aussichts- und Informationspunkten. Im östlichen Bereich des Parks entstand ein neuer Weg, an dem eine Sitzskulptur aus historischen Brückenelementen zum Entspannen einlädt. Eine gepflasterte Multifunktionsfläche bietet Platz für Bewegung – etwa an der in dieser Woche installierten neuen Tischtennisplatte.
Zukünftig wird auf einer Fläche daneben das Kunstprojekt „Treibgut – Stadtgut – Rettungsring“ des Chemnitzer Künstlerbundes e. V. zu bestaunen sein. Es fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.
Ein Aussichtspunkt im Norden ist erhöht angelegt und bietet einen freien Blick auf das Viadukt und die Stadt. Dieser „Balkon“ wird eingefasst von historischen Geländerpfosten des alten Viaduktes. Drei Sitzskulpturen aus ehemaligen Brückenelementen und die geborgenen Kilometersteine der Bahnstrecke, die an den Weggabelungen platziert werden, verleihen dem Ort einen eisenbahntypischen Charakter.
Die Böschungen wurden begrünt und Flächen mit Wildblumen und Bäumen gestaltet. Lücken im Waldrand wurden mit Neupflanzungen geschlossen.
Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 680.000 Euro. Realisiert wurde das Vorhaben vom Fachcenter Garten + STL-Bau GmbH, der Grünbau GmbH, der Steinbach & Richter GbR, von Metallbau Pohlers und UKL Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten.
Hintergrund
Die Interventionsflächen sind das Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Chemnitz für die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 und entstehen über das ganze Stadtgebiet verteilt. Das Eisenbahnviadukt ist Teil des Projektes „Stadt am Fluss”, das Stadtareale entlang des Flusses Chemnitz belebt: Auftakt an der Quelle, Stadtpark – ehemaliges Flussbad, Stadtpark – am Wehr, Bahnviadukt, Uferpark – Industriegeschichte am Fluss.
Ursprünglich war geplant, das historische Eisenbahnviadukt abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, aber Chemnitzer Bürger:innen haben sich erfolgreich dafür eingesetzt, es zu bewahren. So wurde das Viadukt zum Symbol von bürgerlichem Engagement. Der Deutschen Bahn AG gelang die behutsame Restaurierung des Bauwerks.