Am Dienstag, dem 3. Juni, von 19 bis 20.30 Uhr sind Interessierte zu der Veranstaltung „‘Ich bin noch nie einem Juden begegnet …‘ Lebensgeschichten aus Deutschland. Lesung und Gespräch“ im Veranstaltungssaal im TIETZ, Moritzstraße 20, eingeladen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist unter Link zur Veranstaltung oder telefonisch unter 0371 488-4343 möglich.
„Ich bin noch nie einem Juden begegnet.“ Diesen Satz haben die meisten Jüdinnen und Juden schon einmal gehört. Bei der Lesung erzählt der Schauspieler und Autor Gerhard Haase-Hindenberg von der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland.
Thematisiert wird der Alltag in Deutschland lebender Jüdinnen und Juden. Dazu gehören Dagmar, die sich hinter dem Rücken des jüdischen Vaters ausgerechnet für den Polizeidienst bewirbt, Marina, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen ist und erst hier mit der religiösen Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert wird, aber auch David, ein aus New York stammender Jazzmusiker, der in Berlin die „jüdischste Stadt“ Deutschlands entdeckt. Da sind der jüdische Bundeswehrarzt, der bewusst auch im Dienst die Kippa trägt, und der wissenschaftliche Mitarbeiter am Karlsruher Kernforschungszentrum, der seinen jüdischen Glauben aus der Mathematik herleitet. Darüber hinaus werden Geschichten von Menschen erzählt, die aus freien Stücken zum Judentum konvertierten.
Die Veranstaltung umkreist mit einem persönlichen Blick ihre Hoffnungen und die Bedrohungen durch den steigenden Antisemitismus. Der Autor verwebt dies mit Erklärungen zu Symbolen, Glaubenspraxis und Geschichte. Gäste sind eingeladen, sich in das Gespräch einzubringen.
Gerhard Haase-Hindenberg ist ausgebildeter Schauspieler. Daneben arbeitete er viele Jahre als Autor für Fernseh- und Hörfunkformate und als Publizist, u. a. für die Welt/Welt am Sonntag, Die ZEIT und andere Tageszeitungen. Seit einigen Jahren ist er Autor der Jüdischen Allgemeine.