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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 610

Finissage der Wanderausstellung „Stimmen“

Einladung: am 25. September, ab 16 Uhr, Subbotnik e. V., Vettersstraße 34a

Am Freitag, dem 25. September, ab 16 Uhr laden die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Chemnitz, Franziska Herold, und die Chemnitzer Kooperationsgemeinschaft Sexuelle Bildung zur Finissage der Wanderausstellung „Stimmen“ in das Subbotnik, Vettersstraße 34a, ein. Anlässlich des Safe Abortion Day, dem Internationalen Tag für sicheren Schwangerschaftsabbruch, bietet der Abend mit Ausstellung, Film, Lesung und Konzert ein abwechslungsreiches Angebot zu Schwangerschaftsabbrüchen, Selbstbestimmung und solidarischem Miteinander. 

Die Ausstellung greift ein Thema auf, das im Alltag häufig verschwiegen wird, obwohl Schwangerschaftsabbrüche viele Menschen betreffen und gesellschaftlich wie politisch von großer Bedeutung sind. Persönliche Berichte, Eindrücke und Perspektiven laden dazu ein, genauer hinzuschauen, Fragen zu stellen und Lebensrealitäten ernst zu nehmen. So schafft die Ausstellung einen Raum, in dem anonyme Erfahrungsberichte zu Schwangerschaftsabbrüchen sichtbar werden und unterschiedliche Perspektiven ihren Platz finden.

Die Finissage versteht sich als Einladung, sich gemeinsam mit einem gesellschaftlich relevanten Thema auseinanderzusetzen und solidarische Haltung sichtbar zu machen. Besucher:innen sind eingeladen zuzuhören, mitzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung wird von Franziska Herold moderiert und musikalisch durch eine DJ-Person begleitet.

 

Programm

  • 16 Uhr: Start mit Cafete
  • 17.30 Uhr: Quiz zum Thema Schwangerschaftsabbruch
  • 19 Uhr: Worte zur Veranstaltung und zur Ausstellung
  • 19.30 Uhr: Kurzfilm „Neun Tage im August“ von Ella Knorz
  • 20 Uhr: Lesung aus „Wir doch nicht“ von Nora Burgard-Arp
  • 21 Uhr: Konzert der Band Superbusen

 

Kurzfilm „Neun Tage im August“
Der 17-minütige Kurzfilm von Ella Knorz erzählt die Geschichte der 18-jährigen Lea, die schwanger ist. Während die scheinbar sorgenfreien Sommertage zwischen Freibad, Feiern, Kerwe und Sonnenaufgängen dahinplätschern, muss Lea sich mit der Bürokratie eines Schwangerschaftsabbruchs auseinandersetzen. 

Von Telefonschleife zu Telefonschleife und in gelegentlichen liebevollen Begegnungen mit ihrem ahnungslosen Vater erzählt „Neun Tage im August“ von den Hürden einer plötzlich entstehenden Parallelwelt ungewollter Schwangerschaft.

Lesung „Wir doch nicht“
„Wir doch nicht“ ist das Romandebüt von Nora Burgard-Arp. Der dystopische Roman spielt im Hamburg des Jahres 2050 und beschreibt, wie sich eine freie Demokratie in ein totalitäres Regime verwandelt.

Im Mittelpunkt steht Mathilda, 37 Jahre alt und Bewohnerin einer Diktatur, in der die faschistische Partei „Sieg für Deutschland und die Deutschen“ – kurz SfDD – regiert. Ein Verhütungs- und Abtreibungsverbot gehört zu den zahlreichen Maßnahmen, mit denen Frauen Stück für Stück ihre Selbstbestimmungsrechte genommen werden. Erst als Mathilda ungewollt schwanger wird, erkennt sie vollständig das Ausmaß des Gefängnisses, in dem sie lebt.

Nora Burgard-Arp, geboren 1985, ist Schriftstellerin und Journalistin. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Köln sowie Journalismus in Hamburg. Als Journalistin schreibt sie unter anderem für Zeit online. Für ihre Arbeiten wurde sie mit dem Reportagepreis für junge Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet, für den Grimme Online Award nominiert und zweimal vom Medium Magazin unter die Journalistinnen und Journalisten des Jahres gewählt. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem bei Geschlechtergerechtigkeit und psychischer Gesundheit.