Erfolgreiche Flamingozucht im Tierpark Chemnitz
Erstmals können Tiere an eine andere Einrichtung abgegeben werden
Am vergangenen Donnerstag, dem 16. April, konnte der Tierpark Chemnitz erstmals Flamingos abgeben. Insgesamt 13 Flamingos sind in den Tiergarten Ludwigslust umgezogen. Der Transfer ist ein bedeutendes Zeichen für den erfolgreichen Aufbau und die nachhaltige Entwicklung der Flamingohaltung in Chemnitz.
Mit zuvor insgesamt 45 Flamingos verfügte der Tierpark Chemnitz über eine größere Gruppe dieser faszinierenden Vögel. Der Tiergarten Ludwigslust kann mit der Verstärkung seines Bestandes durch die Chemnitzer Tiere die Zucht ausbauen. Modernen zoologischen Einrichtungen kommt eine wichtige Rolle im Artenschutz, in der Forschung und in der Zusammenarbeit zwischen Zoos zu – zum Wohl der Tiere und zur Sicherung stabiler Populationen.
Flamingos zählen zu den beliebtesten und vergleichsweise häufig gehaltenen Vogelarten in zoologischen Einrichtungen. Dennoch galten sie lange Zeit als schwierig zu züchten. Obwohl Flamingos bereits seit über 100 Jahren in menschlicher Obhut gehalten werden, gelangen erste vereinzelte Zuchterfolge je nach Art erst in den 1940er-, 1950er- und 1960er-Jahren.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Flamingos für eine erfolgreiche Fortpflanzung bestimmte Voraussetzungen benötigen. Dazu zählen unter anderem eine ausreichende Gruppengröße, ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis von Männchen und Weibchen sowie eine stabile und störungsarme Umgebung. Flamingos reagieren sensibel auf Veränderungen – ein Umstand, der sowohl in zoologischen Einrichtungen als auch in freier Wildbahn die Fortpflanzung erschwert.
Auch im Tierpark Chemnitz stellte sich über viele Jahre hinweg kein Zuchterfolg ein, obwohl die Tiere hier bereits seit Mitte der 1990er-Jahre gehalten werden. Im Jahr 2015 wurde die Gruppe der Rosaflamingos gezielt vergrößert, sodass erstmals intensivere Balzaktivitäten beobachtet werden konnten. Der Durchbruch stellte sich schließlich ein, als die Tierpfleger:innen beim Bau der charakteristischen Kegelnester unterstützten. Seitdem hat sich die Nachzucht kontinuierlich verbessert.
Inzwischen ist die Zucht so erfolgreich, dass Jungtiere aus den vergangenen Jahren an andere Einrichtungen abgegeben werden können. Für die Besucher:innen des Tierparks Chemnitz bleibt es spannend: In naher Zukunft ist erneut mit Brutverhalten und möglicherweise auch mit Nachwuchs zu rechnen. Sollte dies eintreten, ist es seit 2022 bereits die fünfte erfolgreiche Nachzucht im Tierpark Chemnitz.
Öffnungszeiten April bis September
Tierpark Chemnitz: 9 bis 19 Uhr
Wildgatter Oberrabenstein: 9 bis 18 Uhr
Letzter Einlass und Kassenschluss jeweils eine Stunde vor Schließung des Tierparks.
www.tierpark-chemnitz.de