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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 522

Ein jüdischer Deutscher auf Widerruf?

Stefan Heyms Lebenszeugnisse in Cambridge und Chemnitz – Vortrag von Prof. Dr. Thomas Bürger am 26. August, 18 Uhr im TIETZ, Stefan-Heym-Forum

Die Zeichnung zeigt einen altmodischen braunen Stuhl mit weißem Sitzpolser. Auf diesem sind viele kurze grüne Bleistifte mit der Spitze nach oben zu sehen, während einer der Stifte rot ist.
Mit spitzen Stiften zwischen Ost und West, Zeichnung einer Leserin 1988 Foto: Stefan Heym Archive Cambridge

Am Mittwoch, dem 26. August, 18 Uhr sind Interessierte zu einem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Bürger über Stefan Heyms Lebenszeugnisse in Cambridge und Chemnitz im TIETZ, Stefan-Heym-Forum (3. Etage), eingeladen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Mit dem Sterben der Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts werden deren schriftliche Nachlässe immer wichtiger. Stefan Heym (1913 – 2011) vermachte seine Manuskripte, Korrespondenzen und Videoaufzeichnungen 1993 überraschend der Universitätsbibliothek in Cambridge. Misstraute er seinen Deutschen? War er, der jüdische Exilant, der amerikanische Soldat, der streitbare Schriftsteller in der DDR, der 2001 in Israel starb, ein „jüdischer Deutscher auf Widerruf“? Diese Fragen stellt der Bildervortrag, der zudem einige der eindrucksvollen Dokumente aus Cambridge und Chemnitz präsentiert und für digitale Zugänge plädiert.

Prof. Dr. Thomas Bürger war bis 2018 Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB). Im Jahr 2023 arbeitete er als Gast des Trinity College drei Monate in Cambridge, davon drei Wochen im Stefan Heym Archive der Cambridge University Library.

Eine Veranstaltung zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen, in Kooperation mit der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft e. V.