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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 529

Doppeljubiläum: Tag der offenen Tür in der Feuerwehr

160 Jahre Berufsfeuerwehr und 120 Jahre Feuerwache 1: am 5. September von 9 bis 16 Uhr, Feuerwache 1, Schadestraße 11

Am Samstag, dem 5. September, öffnet die Feuerwache 1, Schadestraße 11, von 9 bis 16 Uhr ihre Türen. Anlass sind zwei besondere Jubiläen: Die Berufsfeuerwehr Chemnitz besteht seit 160 Jahren, die Hauptfeuerwache an der Schadestraße seit 120 Jahren.

Darüber haben heute Bürgermeister Knut Kunze und der Leiter der Feuerwehr Chemnitz, René Kraus, informiert.
Beim Tag der offenen Tür am 5. September können Besucher:innen die historische Feuerwache kennenlernen, moderne Einsatztechnik entdecken und bei zahlreichen Vorführungen einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr erhalten.
Der Tag startet 9 Uhr mit dem musikalischen Gruß eines Trompeters vom Turm der Feuerwache 1. Auf der Grünfläche gegenüber der Feuerwache sind den ganzen Tag über verschiedene Tanklöschfahrzeuge zu sehen. Im sogenannten Krankenstall stellt sich der Vorbeugende Brandschutz vor. Dort kann außerdem ein Rettungswagen besichtigt werden. Historische und aktuelle Feuerwehrtechnik, Modelle sowie eine historische Handdruckspritze auf einem Pferdeanhänger ergänzen das Angebot.

Bei Führungen durch die Feuerwache können Besucher:innen das historische Gebäude von innen kennenlernen. Die Rundgänge starten ab 10 Uhr im Abstand von 45 Minuten. Im Schulungsraum zeigt die Feuerwehr zudem die Reihe „Die Feuerwehr bei DMAX“. Die Integrierte Regionalleitstelle Chemnitz – Erzgebirgskreis – Mittelsachsen gibt Einblicke in den Weg eines Notrufs: von der ersten Meldung bis zur Fahrt ins Krankenhaus.

Besonders für Kinder gibt es viel zu entdecken. Eine Hüpfburg, Kinderschminken, Zuckerwatte, Popcorn und Softeis sorgen für Unterhaltung. An der Spritzwand können die jungen Gäste selbst ausprobieren, wie Feuerwehrleute mit Wasser arbeiten. Auch der Anhänger der Jugendfeuerwehr ist vor Ort. Beim Bierkästenstapeln sind Geschick und Mut gefragt.

  • Mehrere Schauvorführungen zeigen, wie vielfältig die Arbeit der Feuerwehr ist: Von 10.30 bis 11 Uhr können Interessierte beim Drehleiter-Steigen zuschauen.
  • Von 11 bis 12 Uhr wird der ABC-Gerätewagen vorgestellt. Dabei zeigen Einsatzkräfte auch das Anlegen von Chemikalienschutzanzügen.
  • Zwischen 12 und 13 Uhr folgt eine Vorführung der Höhen- und Rettungsdienstgruppe (HRD) am Schlauchturm und am Schrägseil.
  • Die Drohneneinheit der Feuerwehr Chemnitz stellt sich von 13 bis 14 Uhr vor.
  • Von 14 bis 15 Uhr zeigen Auszubildende bei den „Fire and Rescue Games“ auf dem Sportplatz ihr Können.
  • Anschließend können Besucher:innen von 15 bis 15.30 Uhr an einem Übungssimulator den richtigen Umgang mit Feuerlöschern ausprobieren.
  • Zum Abschluss steht von 15.30 bis 16 Uhr eine Vorführung mit dem Baumbiegesimulator auf dem Programm.

Weiterhin können sich Besucher:innen an einem Informationsstand über die Erste-Hilfe-App „Region der Lebensretter“ informieren. Die Feuerwehrleute beantworten Fragen zu ihrer Arbeit, zu Einsatztechnik und zu den verschiedenen Aufgaben bei der Feuerwehr.

Zudem gibt es ab 9.30 Uhr Getränke, Kaffee und Kuchen sowie Speisen vom Grill.

Zur Geschichte der Feuerwache 1
Die Geschichte der Hauptfeuerwache an der Schadestraße reicht bis in das Jahr 1905 zurück: Am 11. Januar 1905 wurde der Bau einer neuen Hauptfeuerwache beschlossen. Nach den Plänen des Hochbauamtes waren dafür Kosten von 650.000 Mark veranschlagt. Am 2. Oktober 1905 wurde der Grundstein gelegt. Bereits am 15. Dezember 1906 bezog die Berufsfeuerwehr das neue Gebäude.
In den folgenden Jahrzehnten wandelte sich die Feuerwehr grundlegend. Aus der zunächst vor allem mit Pferdefuhrwerken und Handzuggeräten ausrückenden Feuerwehr wurde eine moderne Einsatzorganisation mit motorisierten Fahrzeugen, Drehleitern, Rettungsdienst und immer leistungsfähigerer Technik. 1916 kam eine Drehleiter der Firma Magirus aus Ulm nach Chemnitz, bei der erstmals sämtliche Leiterbewegungen vom Fahrmotor angetrieben wurden. Dadurch konnte eine Einsatzkraft die Leiter allein bedienen.

Seit dem 1. Januar 1920 gehörten Krankentransport und Rettungsdienst zu den Aufgaben der Berufsfeuerwehr in Chemnitz. Auch die Leit- und Nachrichtentechnik entwickelte sich weiter. In den 1950er-Jahren entstand in der Hauptfeuerwache eine neue Feuermeldezentrale, später wurde dort eine Leitstelle eingerichtet.

Die Feuerwache und ihre Einsatzkräfte erlebten in ihrer Geschichte zahlreiche schwere Ereignisse. Dazu zählen große Brände, Hochwasser, Unwetter und Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs. Beim schweren Bombenangriff auf Chemnitz am 5. März 1945 konnten die verbliebenen Einsatzkräfte größere Schäden an der Hauptfeuerwache verhindern.
Auch nach dem Krieg blieb die Feuerwache ein zentraler Standort für den Brandschutz in der Stadt.

Nach der Wiedervereinigung erhielt die Berufsfeuerwehr neue Technik und durchlief einen umfassenden Wandel. Ab 1991 wurde der Gebäudekomplex aus Hauptfeuerwache und Stadtarchiv schrittweise saniert. Über zwölf Jahre hinweg passten Fachleute die Räume an die Anforderungen einer modernen Feuerwehr an. Dabei mussten auch die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Der Dienstbetrieb lief während dieser Arbeiten weiter.

Heute arbeiten in der Feuerwache 1 rund um die Uhr Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, eine Drehleiter, ein Rüstwagen, ein Tanklöschfahrzeug, ein Rettungswagen sowie Spezialfahrzeuge für verschiedene Einsatzlagen. Auch die Höhen- und Rettungsdienstgruppe ist an der Feuerwache 1 stationiert.

Die Berufsfeuerwehr Chemnitz wurde am 10. Oktober 1866 gegründet. Heute sorgen die Einsatzkräfte gemeinsam mit den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren dafür, dass Menschen in Chemnitz rund um die Uhr schnelle Hilfe erhalten.

Das Doppeljubiläum wird neben dem Tag der offenen Tür an der Feuerwache 1 auch mit weiteren Veranstaltungen begangen. So ist z. B. ab November eine Ausstellung zum Thema „Feuer und Flamme“ im Schloßbergmuseum zu sehen.