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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 265

Aufgefundene Jungtiere möglichst am Fundort belassen

Umweltamt: Jungvögel werden von den Elterntieren noch gefüttert – Junge Feldhasen nicht anfassen oder mitnehmen

Waldkauz-Junges
Foto: Untere Naturschutzbehörde Stadt Chemnitz (UNB)

Bis Ende Juli ist die Zeit, in der der Nachwuchs vieler Vogelarten das schützende Nest verlässt. Aber auch außerhalb des Nestes werden die Jungvögel über längere Zeit von den Altvögeln gefüttert und erlangen ganz allmählich die Selbständigkeit.

Wiederholt wird von besorgten Bürger:innen bei der Stadt Chemnitz angefragt, was mit aufgefundenen Jungvögeln geschehen soll. Denn ohne Elterntier in der Nähe erwecken sie häufig den Eindruck, dass sie die Hilfe des Menschen benötigen, um zu überleben. Meist sind jedoch die Altvögel im Moment der Beobachtung einfach nur auf Nahrungssuche. Die Fütterungsintervalle variieren je nach Art, und die Pausen zwischen den Fütterungen können recht groß sein. Man sollte deshalb zuerst aus angemessener Entfernung und von den Altvögeln unbemerkt längere Zeit beobachten, ob die Jungen wirklich nicht mehr gefüttert werden.

Grundsätzlich sollte man Jungvögel am Fundort belassen. Oft ist es ausreichend, die Jungvögel etwas erhöht in eine Hecke, ins Gebüsch oder auf einen Ast zu setzen. Die Jungvögel dürfen aber nicht allzu weit von der Fundstelle entfernt werden, damit die Altvögel noch die Bettel-Laute ihres Nachwuchses hören können. Im Gegensatz zu anderen jungen Wildtieren können in solchen Situationen Vögel unbesorgt in die Hand genommen werden. Der menschliche Geruch ist für die Altvögel bedeutungslos.

Feldhase Jungtier
Foto: Pixabay_frei

Junge Feldhasen nicht anfassen oder mitnehmen!
Ab Mitte März werden junge Feldhasen vollständig entwickelt, mit offenen Augen und dichtem Fell geboren und von der Mutter in einer kleinen gescharrten Mulde versteckt. Die Mutter kommt ein- bis zweimal in der Nacht vorbei, um die kleinen Hasen zu säugen.
Manchmal sind die von der Mutter gewählten Verstecke allerdings nicht gut genug und werden auch in Grünanlagen oder Gärten in der Stadt gefunden. Bei Annäherung verhalten sich junge Hasen dann unauffällig und ducken sich ab. Für Menschen kann dieses Verhalten fälschlicherweise als Hilflosigkeit gedeutet werden. Tatsächlich benötigen die Jungtiere nur in absoluten Ausnahmefällen menschliche Hilfe.

Anders als Vögel riechen Hasen, wenn ihre Jungtiere von Menschen berührt wurden. Oftmals werden sie dann von ihrer Mutter verstoßen. Nur wenn die jungen Feldhasen offensichtlich verletzt oder krank sind, benötigen sie Hilfe.
Deshalb gilt in aller Regel: Junge Feldhasen nicht anfassen oder mitnehmen!