Am heutigen Morgen wird am Karl-Marx-Monument an der Brückenstraße, dem wohl berühmtesten Wahrzeichen von Chemnitz, eine Materialprobe entnommen. Dies ist ein erster Schritt für eine umfangreiche Restaurierung des Monuments nach mehr als 50 Jahren Standzeit.
Aktuell ist unklar, in welchem Zustand sich der Innenraum der Bronzeplastik befindet. Obwohl Pläne vorliegen, kann nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden, ob ein Stahlgerüst die Konstruktion trägt oder allein eine Schraubenkonstruktion, wie beim Denkmal „Revolutionäre Matrosen“ in Rostock. Beide Denkmale stammen aus derselben Werkstatt in der damaligen Sowjetunion.
Bevor an dem Denkmal Schweißarbeiten stattfinden können, ist die heutige Entnahme der Probe notwendig, damit später beim Öffnen das Material der Bronzeplatten nicht beschädigt wird. Erst wenn die Materialzusammensetzung der Nähte und die Auswahl der geeigneten Schweißtechnik feststehen, kann eine Platte am Hinterkopf herausgelöst werden.
Die sogenannte Invasionsöffnung muss entsprechend gut vorbreitet werden. Die vergangenen Wochen wurden genutzt, um mit Sachverständigen die optimale Variante für den Einstieg und die Inspektion des Innenraums zu finden. Mit der Entnahme der Probe und dem Gutachten wurde der Verein zur Förderung der Schweißtechnik an der TU Chemnitz e. V. beauftragt.
Die eigentliche Invasionsöffnung ist nach Auswertung des Befundes für den Monat August geplant. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Öffnung kann dann über eine Leinwand von Interessierten sowie Vertreter:innen der Medien mitverfolgt werden.