Ab sofort können für den Chemnitzer Friedenspreis 2027 Vorschläge eingereicht werden. Der Preis ist am Samstag bei der Eröffnung der diesjährigen Interkulturellen Wochen ausgelobt worden. Alle Chemnitzer:innen, Vereine und Initiativen sind aufgefordert, geeignete Personen und Projekte vorzuschlagen. Auch Selbstbewerbungen sind möglich.
Bewerbungsschluss ist der 5. Januar 2027.
Der Chemnitzer Friedenspreis ist ein zivilgesellschaftlicher Preis, bei dem die Bürger:innen der Stadt die Preisträger:innen aus ihrer Mitte küren. Geehrt werden Menschen, Organisationen, Projekte und Initiativen, die ehrenamtlich und nachhaltig
- für Grundwerte wie Toleranz und Demokratie eintreten,
- die Integration verschiedener Kulturen als wesentlichen Bestandteil des Zusammenlebens betrachten,
- die gegen jede Form von Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus Position beziehen,
- aktive Friedensarbeit leisten,
- ein gewaltfreies Miteinander fördern und unterstützen und
- mit ihrem Tun Vorbild im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit sind.
Der Preis wird seit dem Jahr 2004 vom Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V. und der Migrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz verliehen.
Bewerbungen und Vorschläge sind zu richten an: Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V., Straße der Nationen 45, 09111 Chemnitz, E-Mail: bv-fuer-chemnitz(at)gmx.de oder Migrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz, Bürger- und Verwaltungszentrum Moritzhof, Bahnhofstraße 53, 09111 Chemnitz, E-Mail: migrationsbeauftragte(at)stadt-chemnitz.de.
Die Vorschläge und Bewerbungen sollten eine Begründung beinhalten, warum die vorgeschlagene Person bzw. das vorgeschlagene Projekt für den Chemnitzer Friedenspreis nominiert wird.
Die Jury, die über die Vergabe entscheidet, setzt sich aus Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, Kirche, Kultur und Wirtschaft zusammen. Sie prüft die eingereichten Vorschläge, besucht die Projekte, berät über die Nominierungen und trifft die Entscheidung über die Preisträger:innen.
Der erste Preis ist mit 500 Euro dotiert, der zweite mit 300 Euro und der dritte mit 200 Euro. Der Kinder- und Jugendpreis ist mit 300 Euro verbunden. Der erste Preis sowie der nur gelegentlich vergebene Ehrenpreis werden zusätzlich mit der Skulptur „Chemnitzer Friedenspreis“ des Bildhauers Erik Neukirchner gewürdigt.
Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am 3. März 2027 im Rathaus und damit im Umfeld des Chemnitzer Friedenstages statt, mit dem jährlich am 5. März in Chemnitz an die menschenverachtende, feindselige Politik des faschistischen Deutschlands, an die Opfer des von ihm entfesselten Krieges und an die Zerstörung der Stadt Chemnitz 1945 erinnert wird. Am 5. März und den Tagen davor und danach gibt es viele Möglichkeiten des Gedenkens, des Nach- und Weiter-Denkens über Krieg und Frieden. Dabei stehen die Belebung des Friedensgedankens, die Motivation zu aktiver Friedensarbeit bei allen Generationen in unserer Stadt und der kulturvolle Umgang mit diesen Themen im Vordergrund.
Mit dem Chemnitzer Friedenspreis soll daran angeknüpft, Friedensengagement sichtbar gemacht und für mehr Friedensengagement geworben werden.
Rückblick
Im Jahr 2026 wählte die Jury unter den Nominierten folgende Preisträger:innen für den Chemnitzer Friedenspreis 2026 aus: Mit dem 1. Preis wurde der Verein „Iranian Home“ Chemnitz e. V. für ihr Engagement für ein Leben in Freiheit für alle Menschen und für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion ausgezeichnet.
Den 2. Preis erhielt das Projekt „ANDERSDENKEN - Bürgerbeteiligung für politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse der Menschen mit Behinderung“ vom ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e. V., das sich dafür einsetzt, echte politische Teilhabe für Menschen mit besonderen Bedarfen zu ermöglichen und dafür nachhaltige Impulse für eine inklusive Zukunft zu senden.
Mit dem 3. Preis wurde Hannelore Krauß für ihr jahrzehntelanges, unermüdliches, generationsübergreifendes und vielseitiges Engagement mit buchstäblich viel Herz für ein friedliches und freundliches Miteinander in der Stadt Chemnitz auszeichnet.
Der Jugendpreis ging an das Jugendforum Chemnitz, das sich mit und für junge Menschen mit eigenen Ideen kreativ für die Stadt einsetzt und damit Jugendbeteiligung aktiv, nachhaltig und wirksam ermöglicht.