Schichtwechsel in den Kunstsammlungen

Auch in den Kunstsammlungen am Theaterplatz können Besucherinnen und Besucher ab Samstag eine neue Ausstellung erleben: »Schichtwechsel«.
Dunkles Bühnenbild mit schwarzem Hintergrund vor dem sich zwei Männer entsetzt anblicken. Sie tragen beide einen schwarzen Hut und halten große Zettel in der Hand. Im Hintergrund ist eine ältere, männliche Puppenfigur mit dunkler schwarzer Schürze und einem weißen Hemd erkennbar.
»Schichtwechsel. Junge Kumpel« von Karl Heinz Jakob Foto: Kunstsammlungen Chemnitz

Ausgangspunkt der neuen Ausstellung ist das Gemälde »Schichtwechsel. Junge Kumpel« (1956) von Karl Heinz Jakob, in dem die Übergabe im Schacht per Handschlag erfolgt. Der Zwickauer Maler und Zeichner ist der Großvater der Künstlerin Henrike Naumann, deren Installation »DDR Noir (Bergarbeiterkneipe) « (2018) in den Dialog gestellt wird. Werke von Karl Heinz Jakob und Henrike Naumann werden gemeinsam in der Ausstellung präsentiert und damit die Frage der Künstlerin aufgegriffen, wie der gesellschaftliche Umgang mit der Kunst aus der DDR ist.

Angestoßen durch die fortwährende künstlerische Auseinandersetzung von Henrike Naumann mit dem Wandgemälde ihres Großvaters »Die Mechanisierung der Landwirtschaft« wird der Diskurs geöffnet. Das Wandgemälde ist in der »Parteifalte« 1960 für den Rat der Stadt entstanden. Seit 2002 ist es durch eine Trockenbauwand verdeckt. Im direkten Bezug zu dem verborgenen Wandgemälde in Chemnitz stehen die Arbeiten der Künstlerin im Deutschen Pavillon der 61. Biennale in Venedig. Postum wurde der Pavillon im Frühjahr 2026 eröffnet und wird Ort der Verleihung des Henrike-Naumann-Preises für Bildende Kunst im November 2026 sein.

Die Ausstellung in den Kunstsammlungen am Theaterplatz zeigt Gemälde, Zeichnungen und Installationen im Dialog der Generationen und würdigt nachdrücklich das Schaffen der beiden. Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2027 zu sehen.

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