Parkwege in historischen Schloßteichanlagen saniert

Auf rund 500 Metern Länge wurden seit März die Wege entlang des nördlichen Abschnitts der Schloßteichstraße sowie an der Promenadenstraße erneuert.
Auf einer Fläche von insgesamt 500 Metern wurden die Wege in den historischen Schloßteichanlagen saniert.
Foto: Madeleine Rödiger

Die Planung und Umsetzung dieses sensiblen Bauvorhabens wurde eng mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt, um den gestalterischen und historischen Ansprüchen der Parkanlage gerecht zu werden. Dazu wurde im Vorfeld eine umfassende denkmalrechtliche Zielstellung erarbeitet.

Im längeren der beiden Teilbereiche wurde auf einer Länge von ca. 440 Metern der östliche Hauptweg, der parallel zur Promenadenstraße verläuft, grundhaft erneuert. Die sanierungsbedürftige dunkle Asphaltdecke wurde durch eine helle wassergebundene Wegedecke ersetzt. Diese Bauweise fügt sich ästhetisch in das historische Ensemble ein, begünstigt eine natürliche Versickerung von Regenwasser und ist für Mensch und Tier wesentlich angenehmer zu begehen. Die helle Wegedecke bildet zudem einen attraktiven Kontrast zu den anthrazitfarbigen Einfassungen aus Basaltsteinen und verbessert die Orientierung für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.

Ergänzend zum Hauptweg erstreckten sich die Sanierungsarbeiten auch auf die angrenzenden Nebenwege. Ein besonderer gestalterischer Schwerpunkt lag auf der denkmalgerechten Erneuerung des Platzes rund um das Ernst-Thälmann-Denkmal in Höhe Arndtplatz. Hier wurden die Theumaer Schieferplatten rund um das Denkmal wieder gerichtet und der brüchige Asphaltbelag ebenfalls gegen eine wassergebundene Wegedecke getauscht. Damit wird der gesamte Bereich optisch und funktional aufgewertet.

Baubürgermeister Thomas Kütter gab die neuen Wegeanlagen offizilell frei. Foto: Madeleine Rödiger

Auch der Wegebelag über das Brückenbauwerk am Wehr, dem Auslauf des Schloßteichs, wurde saniert. Die alte brüchige Asphaltdeckschicht wurde durch eine neue ersetzt. Auf diese wiederum wurde eine spezielle kunstharzbasierte Beschichtung mit einem Gesteinskörnungsgemisch aufgebracht, die farblich zur wassergebundenen Wegedecke passt. Das Brückengeländer wird noch neu gestrichen.

Eines der Ziele der Wegesanierung war es, ungewollte Trampelpfade in der historischen Anlage zu unterbinden. So wurden an der Promenadenstraße neue Pflanzflächen etabliert, um den Besucherverkehr zu lenken. Die Auswahl orientiert sich an den bereits historisch eingesetzten Pflanzen in der Schloßteichanlage.

Der kürzere Teilabschnitt der Sanierungen lag im nördlichen Bereich des Schloßteichs an der Schloßteichstraße. Dort wurde ein wild entstandener Trampelpfad auf einer Länge von circa 50 Metern vollständig zurückgebaut und die abgestorbene Säuleneiche durch die Neupflanzung einer Säuleneiche ersetzt. Dies entspricht der denkmalrechtlichen Zielstellung. Um die ungewollte Neubildung eines Trampelpfades zu unterbinden, wurden auch hier zusätzlich Sträucher gepflanzt.

Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf insgesamt rund 450.000 Euro. Die Maßnahme wurde mit Städtebauförderung durch Mittel des Bundes, des Freistaates Sachsen und der Stadt Chemnitz realisiert. Für die Wegesanierung stehen Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“ in Höhe von rund 300.000 Euro zur Verfügung, der Eigenanteil der Stadt Chemnitz liegt bei knapp 150.000 Euro. 

Für die Planung und die örtliche Bauüberwachung war das Unternehmen JACOB + BILZ aus Chemnitz, verantwortlich. Der Landschaftsbau lag beim Unternehmen Steinbach & Richter GbR aus Lichtenau, die baumschutzfachliche Baubegleitung beim Unternehmen Ibb GmbH Chemnitz. Die farblich angepasste Oberfläche auf dem Brückenbauwerk errichtete das Unternehmen POSSEHL Spezialbau GmbH Co KG aus Pöhl. 


Ausblick / Weitere Informationen

Es laufen bereits die Planungen für einen zweiten Bauabschnitt, der im nördlichen Teil an den neu sanierten Abschnitt anschließen und die Trampelpfad-Situation bis zur Ampelanlage an der Schloßteichstraße/Promenadenstraße auflösen wird. Dieser zweite Bauabschnitt soll im Jahr 2027 realisiert werden.