Kulturhauptstädte vernetzen sich

Den Titel der Kulturhauptstadt Europas behält eine Stadt auch über das Jahr hinaus. Daher waren Delegationen aus Chemnitz in diesem Sommer in Budweis (Kulturhauptstadt Europas 2028) und Lublin (2029) zu Gast.
Die Installation »From the Union of Lublin to the European Capital of Culture« besteht aus 17 Heißluftballons, von denen jeder eine Kulturhauptstadt Europas von 2025 bis 2030 repräsentiert. Auch Chemnitz ist dabei. Foto: Tomasz Kulbowski / Lublin 2029

Ziel der Reisen war es, Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen Städten, Projekten und kulturellen Initiativen zu erkunden. Dies passt zur langfristigen Strategie von Chemnitz, sich mit den Nachbarländern Polen und Tschechien enger zu vernetzen. 

In Budweis läuft bereits der zweite Open Call, der sich an international ausgerichtete Projekte richtet, so dass dieser für Akteure aus Chemnitz und der Region interessant ist. Dorthin waren Vertreterinnen und Vertreter des European Peace Ride, der Tanzenden Nachbarn, enter, aus der Kreativwirtschaft der Kulturhauptstadtregion, der Stadt Chemnitz sowie die designierte Geschäftsführerin der Chemnitz 2025 gGmbH gereist. Sie alle repräsentieren Projekte, die auch über 2025 hinaus weiterarbeiten und Interesse an einer Vernetzung mit der tschechischen Kulturhauptstadt Europas 2028 haben. Dazu fanden intensive Arbeitsgespräche statt, und es wurden Kooperationen besprochen. Zum Beispiel ist angestrebt, 2027 den European Peace Ride durch Budweis fahren zu lassen und dies möglicherweise 2028 zu wiederholen. Und die Makerhubs lernten den Budweise Makerhub Kabinet CB kennen – ein Ort an dem Dinge zur Wiederverwendung zu Verfügung gestellt werden. Oberbürgermeisterin Dagmar Škodová Parmová empfing die Delegation im Rathaus.

Nach einer Willkommensrunde mit Erfahrungsaustausch zwischen Chemnitz, Budweis und Bad Ischl gab es eine Stadtführung mit Bezug auf städtebauliche Veränderungen, die im Zuge von Budweis 2028 vorgenommen werden.  Foto: Pavel Balek

Auch auf der Reise nach Lublin ging es darum, frühzeitig Kontakte aufzubauen. Die polnische Stadt wird in den kommenden Monaten einen Open Call für gemeinsame Projektentwicklung sowie darauffolgend einen Open Call für internationale Projektumsetzung veröffentlichen. Angedacht ist, dass sich die vertretenen Institutionen gemeinsam mit polnischen Partnern bewerben.

Unter anderem trafen sich die Tanzenden Nachbarn vor Ort mit einer Tanzgruppe treffen und über eine Zusammenarbeit sprechen. Auch ein Treffen mit der Fundacja Sztukmistrze, einer unabhängigen Kompanie, die sich auf zeitgenössischen Zirkus spezialisiert hat, war erfolgreich. Dort gibt es Möglichkeiten zur Verknüpfung in mehreren Bereichen: Auftritte auf dem Hutfestival, Workshops mit den Teilnehmenden von Tanzende Nachbarn sowie eine mögliche Zusammenarbeit mit der enter Summer School 2029.

Die Chemnitzer Delegration mit dem Manager für Internationale Beziehungen von Lublin 2029, Maciej Rukasz (vorn). Foto: Maciej Rukasz