Interministerielle Arbeitsgruppe beendet ihre Arbeit

17 Sitzungen und fünf Jahre ressortübergreifende Zusammenarbeit: Die Interministerielle Arbeitsgruppe der Sächsischen Staatsregierung zur Vorbereitung und Durchführung der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 (IMAG KHE C 2025) hat ihre Arbeit abgeschlossen.
Die Teilnehmenden der letzten Interministeriellen Arbeitsgruppe am 8. Oktober in der Hartmannfabrik Chemnitz
Die Teilnehmenden der letzten Interministeriellen Arbeitsgruppe am 8. Oktober in der Hartmannfabrik Chemnitz Foto: Franziska Wöllner

Ihr Ziel war es, die Unterstützung des Freistaates für die Stadt Chemnitz und die Kulturhauptstadtregion zu bündeln – von den Vorbereitungen nach dem Titelgewinn 2020 über das Kulturhauptstadtjahr bis zur Schaffung von tragfähigen Strukturen für die weitere Entwicklung.

Fünf Jahre Kulturhauptstadt Europas haben gezeigt, was möglich ist, wenn Freistaat, Stadt, Region, Bund und viele weitere Partner gemeinsam Verantwortung übernehmen. Gerade weil bei einem solchen Projekt viele Interessen und Zuständigkeiten zusammenkommen, war das vertrauensvolle Miteinander entscheidend. Die Erfahrungen aus Chemnitz sind deshalb auch für künftige Großvorhaben wertvoll, die über Ressort- und Verwaltungsgrenzen hinweg gedacht und umgesetzt werden müssen.

Prof. Thomas Popp
Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 und Vorsitzender der IMAG

Prof. Thomas Popp, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 und Vorsitzender der IMAG

Die seit 2021 bestehende Arbeitsgruppe vereinte die Staatssekretär:innen und Amtschefs aller Ressorts unter Leitung der Staatskanzlei. Ständige Gäste waren unter anderem der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, die Geschäftsführung der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH sowie Vertreter:innen des Bundes. Regelmäßig kamen zudem Gäste aus dem europäischen Ausland sowie aus Stiftungen, Hochschulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hinzu. Die IMAG war dabei ausdrücklich mehr als ein verwaltungsinternes Abstimmungsgremium. Es entstand eine zentrale Plattform für die Abstimmung zwischen Freistaat, Stadt Chemnitz, Kulturhauptstadtregion und weiteren Partner:innen.

Die IMAG war mehr als ein Abstimmungsgremium, sie war unser gemeinsamer Kompass. Wir wollten gute Gastgeber für Europa sein, und das ist nur gemeinsam gelungen. Für Chemnitz war es wichtig, den Freistaat und die vielen Partner an unserer Seite zu wissen. Die regelmäßige Abstimmung hat geholfen, auch schwierige Fragen schnell und gemeinsam zu lösen. Jetzt geht es darum, die Erfahrungen und Strukturen aus der Kulturhauptstadtzeit weiter zu nutzen. Die Zusammenarbeit hat gezeigt, was entstehen kann, wenn Stadt, Freistaat und Region an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.

Sven Schulze
Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz

Portrait von Oberbürgermeister Sven Schulze
Gesprächssituation zur letzten IMAG am 8. Oktober in der Hartmannfabrik
Foto: Franziska Wöllner

Thematisch reichte die Arbeit weit über Kulturförderung hinaus: Auf der Agenda standen unter anderem Sicherheit, Stadt- und Regionalentwicklung, Verkehr und Tourismus, Kultur- und Kreativwirtschaft, Kinder- und Jugendbeteiligung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Inklusion, Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Finanzcontrolling. Die kontinuierliche Abstimmung ermöglichte kurze Entscheidungswege und eine enge Zusammenarbeit. Besonders bei Fragen der Sicherheit und Kommunikation rund um das Europäische Kulturhauptstadtjahr bewährten sich die etablierten Strukturen.

Aus Sicht des Freistaates hat die langfristige Begleitung dazu beigetragen, das Großprojekt zu stabilisieren, zentrale Förderstrukturen abzusichern und die Zusammenarbeit zwischen Chemnitz, den Umlandkommunen und der Zivilgesellschaft weiterzuentwickeln. Zugleich wurde die internationale Vernetzung der Kulturhauptstadt Europas und ihrer Region gestärkt.

Mit dem Ende der IMAG endet die Zusammenarbeit nicht. Der Kulturhauptstadttitel soll über das Jahr 2025 hinaus Wirkung entfalten. Im Mittelpunkt steht deshalb der sogenannte Legacy-Prozess. Der Legacy-Plan soll mit dem Regionalentwicklungsplan der Umlandkommunen im Erzgebirge und in Mittelsachsen verbunden werden. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus wird diesen Prozess begleiten. Die Tätigkeit des Beauftragten der Staatsregierung endet zum Jahresende 2026.