Fußgängerbrücke Hainstraße wird abgebrochen

Ab Mittwoch, dem 14. Oktober, wird die Fußgängerbrücke Hainstraße über die Gleise der Deutschen Bahn AG gesperrt, da das Brückenbauwerk abgebrochen wird. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 13. November an.
Die Umleitung über den Dresdner Platz ist ausgeschildert. Foto: Stadt Chemnitz / Tiefbauamt

Fußgänger:innen werden durch entsprechende Beschilderung über den Dresdner Platz geführt. Eine barrierefreie Führung besteht über die Sonnenstraße – Martinstraße bzw. Sonnenstraße – Dresdner Platz – Waisenstraße.

Aufgrund des baulichen Zustands ist der Abbruch der Brücke leider unumgänglich. Das Bauwerk befindet sich in einem schlechten Zustand. Wegen des Alters und der Bauweise des Bauwerks, vergleichbar mit der Konstruktion der eingestürzten Carolabrücke in Dresden, kommt eine Sanierung nicht in Betracht. Der verwendete Spannstahl aus Hennigsdorfer Produktion gilt als spannungsrissgefährdet.

Die Hohlkastenkonstruktion über der Gleisanlage ist nicht zugänglich, somit ist eine Kontrolle und Feststellung des derzeitigen Zustandes nicht einwandfrei möglich. Auch mit einer umfangreichen Sanierung hätte eine weitere Gefährdung des Bahnbetriebes und aller Nutzer:innen durch ein plötzliches Bauwerksversagen nicht vollumfänglich ausgeschlossen werden können.

Die Zuwegungen von der Jägerstraße zur Brücke werden ebenfalls zurückgebaut. Diese Flächen werden renaturiert.

Die voraussichtlichen Kosten für den Abbruch liegen bei rund 480.000 Euro. Ein Ersatzneubau kann aktuell im städtischen Haushalt nicht eingeplant werden.
 

Hintergrund zur Abbruchtechnologie

Vor Abbruch des Überbaus muss dieser auf der Seite Jakobstraße freigelegt werden. Der Abbruch des Überbaus erfolgt dann abschnittsweise durch Teilung in einzelne Segmente, die mit einem Kran ausgehoben werden.

Im Anschluss werden das Widerlager einschließlich Auflagerbank und die Rundstütze auf der Seite Jägerstraße komplett abgebrochen. Die Ovalstütze wird aufgrund des unter dem Fundament befindlichen Abwasserkanals in Stahlschutzrohr und der daneben befindlichen Anlagen bis 50 Zentimeter unter Oberkante Gelände abgebrochen. Die Lärmschutzwand der DB AG wird dabei vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt.

Für den Abbruch erfolgen Erdarbeiten, um die Baugruben in den Widerlager- und Pfeilerbereichen herzustellen.

Nach Abbruch des Überbaus, der Auflagerbank einschließlich Verblendung sowie des Stützwandgeländers auf der Seite Jakobstraße wird die entstandene Lücke in der Stützwand geschlossen. Der Lückenschluss erfolgt analog dem Bestand mit Vormauerung aus Natursteinen. Der aufgemauerte Bereich erhält Abdeckplatten aus Stahlbeton, auf denen als Absturzsicherung wieder ein Doppelstabmattenzaun befestigt wird.